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Klassiker als ideale Alltagsautos.

Bei der Suche nach einem günstigen Gebrauchtwagen, sollte man die Augen vielleicht etwas weiter öffnen, als ehemals geplant. Denn ein echter Klassiker taugt oftmals als ideales Alltagsauto.

Der Kauf eines Oldtimers kann sich auch dann lohnen, wenn man an sich gar keinen Klassiker auf dem Plan hatte. Derzeit sind auf deutschen Straßen rund 800.000 Fahrzeuge unterwegs, die älter als 30 Jahre sind, wobei davon rund 500.000 Fahrzeuge ein H-Kennzeichen haben. Gerade die Modelle mit H-Kennzeichen sind besonders gepflegt und empfehlen sich daher auch dann für einen Kauf, wenn man an sich gar keinen Klassiker in der Garage haben wollte.

„Die Zahlen für 2019 bestätigen erneut: Mit dem Fahrzeugalter sinkt die Mängelzahl. Oldtimer-Besitzer achten offenbar auf einen technisch guten Zustand ihres rollenden Kulturguts“, sagt Marco Oehler, stellvertretender Technischer Leiter der Gesellschaft für Technische Überwachung GTÜ.

Bei den Modellen aus den späten 80er oder frühen 90er Jahren gibt es einen besonderen Reiz. Sie bekommen ein H-Kennzeichen und gelten somit als automobile Kultur. Doch bei ihnen handelt es sich auch um technisch durchaus moderne Fahrzeuge mit einer entsprechenden Sicherheitsausstattung wie ABS, Airbags oder Xenonlicht, berechenbarer Elektronik und zumeist solider Ersatzteilversorgung. Dadurch lassen sie sich zumeist auch ohne Einschränkung als Alltagsauto nutzen.

Die GTÜ hat aus ihrer Mängelstatistik 2019 der Hauptuntersuchung die klassischen Fahrzeuge herausgefiltert. In der Altersgruppe von 30 bis 60 Jahren ist die Zahl der gefährlichen Mängel mit 17,9 Prozent um 4,1 Prozent geringer als in der Gesamtstatistik inklusive jüngster Pkw (22,0 Prozent). Häufiger als diese haben Oldtimer geringe Mängel (27,2 Prozent), die sich in der Regel gut beheben lassen. 54,9 Prozent von ihnen sind ohne Mängel unterwegs.

Bis zu einem Fahrzeugalter von rund 23 Jahren steigt laut GTÜ-Statistik die Mängelzahl an. Danach jedoch sinkt sie kontinuierlich. Interessant auch der Vergleich mit Oldtimern ohne H-Kennzeichen: Sie haben deutlich mehr Mängel als jene mit H-Kennzeichen. 44,2 Prozent von ihnen sind mängelfrei – mit H-Kennzeichen sind es bei 55,1 Prozent fast elf Prozent mehr. 29,7 Prozent haben geringe Mängel (mit H-Kennzeichen: 27,1 Prozent) und 26,1 Prozent erhebliche Mängel (17,8 Prozent).

Daher dürfte sich der Blick auf die Modelle mit H-Kennzeichen für einige Interessenten eines älteren Gebrauchtwagens allemal lohnen. Und wer sein 25 oder 30 Jahres altes Alltagsauto entsprechend pflegt, kann sich aller Voraussicht nach nicht nur über überschaubare Unterhaltskosten, sondern auch einen über die Jahre ansteigenden Wert freuen.

Bei der Suche sind ein paar Grundregeln zu beachten. Zunächst einmal sollte man sich die Frage stellen, ob es ein Oldtimer oder ein Youngtimer jüngerer Bauart sein soll. Die Übergänge sind fließender als irgendwelche Jahresgrenzen, die ganz nach Auslegung irgendwo zwischen 20 und 30 Jahren Alter liegen. Wer sich für einen Klassiker entscheidet, sollte zunächst einmal das eigene Herz sprechen lassen. Denn ein Auto nur zu kaufen, weil es gerade günstig oder gut erhalten ist, ist nur den halben Weg gegangen. Wer keine italienischen Autos wie einen Alfa Romeo Giulia oder einen frechen Abarth mag, sollte die Finger ebenso von ihnen lassen, wie ein Klassikfan, der sich über den historischen Wert eines Buchhaltermodells vom Typ Ford Granada oder Opel Rekord im Unklaren ist.

Ist ein Traumauto wie ein Mercedes 300 SL, ein Porsche 356 oder ein BMW Z8 weit außerhalb des eigenen Finanzrahmens, heißt es, eine Alternative zu finden, die den Geldbeutel nicht schröpft und die eigene Stimmung in ungeahnte Höhen schweben lässt. Gerade das bieten nicht selten Young- oder junge Oldtimer, weil man sich mit ihnen ein Stück Kindheit zurückholen kann. Oftmals fuhr der eigene Vater, der Onkel oder das nette Nachbar das Auto oder konnte sich genau dieses eben nicht leisten.

So ist es zu erklären, dass heute einst wenig charismatische Fahrzeuge aus den 70er oder 80er Jahren zu begehrten Oldtimern geworden sind. Wenig überraschend, dass echte Sportwagen, Cabrios /Roadster und Coupés begehrtes als schnöde Limousinen sind. Da der eigene Klassiker nur selten das Alltagsauto ist und insbesondere am Wochenende oder im Urlaub Spaß machen soll, ist die Nachfrage nach einem Modell wie dem Mercedes 280 SL der Pagodenbaureihe größer als nach einer Limousine aus der damaligen Zeit.

Die Alltagsautos von einst sind heute begehrter denn je, wenn sie einen guten Pflegezustand, eine geringe Laufleistung und vielleicht sogar noch eine interessante oder gar komplette Historie haben. Wer sich mit der einzelnen Marke oder einem speziellen Modell nicht auskennt, sollte mindestens einen Experten hinzuholen. Ein Oldtimergutachten allein besagt wenig, denn die Zahl der Gefälligkeitsgutachten ist riesig und einen genauen Wert bilden die Gutachten nur sehr kurzfristig ab.

Dennoch ist ein oder mehrere Oldtimergutachten von offizieller Stelle zumindest ein guter Anhaltspunkt zu Pflegezustand, durchgeführten Restaurationen, technischer Ausstattung und Realitätsnähe der versprochenen Laufleistung. Wer nicht nur Spaß am Steuer haben will, sondern auch sein Vermögen mehren möchte, sollte auch innerhalb einer Modellreihe nicht irgendetwas kaufen. Generell sind Sportmodelle und limitierte Editionen – auch mit seltenen Ausstattungen oder Farben – besonders begehrt. Zudem ist das Topmodell oder die höchste Motorisierung beliebter als andere Modelle.

Bei der Ausstattung selbst sollte der Erstbesitzer damals nicht gespart haben, denn so hoch der einmalige Unterhaltungswert auf einem manuellen Flockvelourssitz oder die viel zitierte Buchhalterausstattung auch ist: gesucht sind generell die bestmögliche Ausstattung, möglichst viele Kreuze in der Liste der Extras und eben die stärkste Motorisierung.

TEXT Stefan Grundhoff; press-inform

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