Bugatti Destrier. Der Bolide zieht den Rennanzug aus.

Bugatti verwandelt den kompromisslosen Bolide in ein Einzelstück für den Concours d’Elegance. Der Destrier übernimmt Carbon-Monocoque und 1.600-PS-W16, verzichtet aber weitgehend auf die sichtbare Rennsport-Aerodynamik. Das Ergebnis ist weniger Rennwagen als rollende Skulptur.

Mit dem Destrier präsentiert Bugatti das dritte Fahrzeug seines Programme Solitaire. Die Reihe ist für Einzelanfertigungen vorgesehen, bei denen bestehende Technik mit einer vollständig neu gestalteten Karosserie und einem individuell ausgeführten Innenraum kombiniert wird. Nach Brouillard und F.K.P Hommage verfolgt der Destrier einen betont formalen Ansatz: Nicht eine bestimmte historische Persönlichkeit oder Episode steht im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie der extreme Bolide ohne seine funktionalen Anbauteile wirken würde.

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Der Name verweist auf das kräftige Streitross mittelalterlicher Ritter. Entsprechend beschreibt Bugatti die Haltung des nur einen Meter hohen Fahrzeugs als gespannt und kraftvoll. Der Destrier liegt damit noch flacher als die übrigen Modelle der Marke. Seine Räder messen 20 Zoll vorn und 21 Zoll hinten und fallen deutlich größer aus als die 18-Zoll-Räder des Bolide.

Technische Basis bleibt dessen Carbon-Monocoque. Während der Bolide seine Form vollständig aus Kühlung und Abtrieb ableitet, reduziert der Destrier die sichtbaren aerodynamischen Hilfsmittel auf ein Minimum. Der breitere Hufeisengrill, eine neu interpretierte C-Linie und der in die Karosserie integrierte Heckflügel sollen die Proportionen stärker in den Vordergrund rücken.

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Die Fahrgastzelle sitzt tief zwischen den vorderen Kotflügeln. Hinter den Türen zieht sich die Karosserie deutlich ein, bevor sie sich über den hinteren Radhäusern wieder öffnet. Dadurch entsteht eine Silhouette, die eher an eine Designskizze als an einen für die Straße realisierten Supersportwagen erinnert.

Zwei Bugatti aus einer technischen Idee

Bugatti zieht eine historische Parallele zum Type 57. Dessen Chassis bildete einst die Grundlage für die Le-Mans-Rennwagen Type 57G und Type 57C „Tank“, zugleich aber auch für den Type 57SC Atlantic. Rennwagen und eleganter Gran Turismo entstanden damit aus derselben technischen Basis.

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Bolide und Destrier sollen diese Idee in die Gegenwart übertragen. Eine handgravierte Plakette oberhalb der Windschutzscheibe zeigt deshalb sowohl den Type 57G Tank als auch den Type 57SC Atlantic.

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Der Lack wurde eigens für das Einzelstück entwickelt. „Sapphire Celeste“ ist ein mehrschichtiger Blauton mit diamantinspirierten Pigmenten. Sichtbares Carbon beschränkt sich auf Frontsplitter und Heckdiffusor und wurde farblich an die Karosserie angepasst. Polierte Aluminiumelemente setzen Kontraste.

Auch die Farbwahl verweist auf die Geschichte der Marke. Der als „Pope“ bekannte Type 57SC Atlantic mit der Chassisnummer 57591 wurde ursprünglich in Blau ausgeliefert, bevor er später schwarz lackiert wurde.

Im Motorraum greifen gehämmerte Metalloberflächen das Motiv mittelalterlicher Rüstungen auf. Es ist eine jener gestalterischen Ideen, die bei einem Serienfahrzeug schnell überladen wirken könnten, bei einem Einzelstück jedoch Teil der Erzählung werden.

Stoff statt Rennsport

Auch der Innenraum entfernt sich deutlich vom Bolide. Statt eines weitgehend funktionalen Renncockpits erhält der Destrier eine warme, handwerklich geprägte Ausstattung. Leder und Nubuk in „Ambre Voyageur“ werden mit einem dreidimensional gestrickten Textil kombiniert.

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Feine Kupfergarne ziehen sich durch das Material und bilden ein kreisförmiges Muster, das Bugatti als „Halo Line“ bezeichnet. Gehämmerte Metallflächen finden sich unter anderem an Türöffnern, Luftausströmern, Lenkradnabe und Einstiegsleisten wieder. Eine kleine französische Trikolore verweist auf die Herkunft der Marke.

Parametrisch gestaltete Strukturen prägen Scheinwerfer und Rückleuchten. Der Öleinfülldeckel trägt neben dem Destrier-Emblem die Kennzeichnung „1/1“.

1.600 PS bleiben an Bord

Unter der vollständig neu gezeichneten Karosserie arbeitet weiterhin der Antrieb des Bolide. Der acht Liter große W16 mit vier Turboladern leistet 1.600 PS. Bugatti nennt keine neuen Fahrleistungen und macht auch keine Angaben dazu, ob Gewicht oder aerodynamische Balance gegenüber dem Bolide verändert wurden.

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Das passt zum Charakter des Projekts. Beim Destrier geht es weniger um Rundenzeiten oder Höchstgeschwindigkeit als um die Frage, wie weit sich ein kompromissloser Rennwagen ästhetisch umdeuten lässt, ohne seine technische Identität aufzugeben.

Der Bugatti Destrier wird während der Monterey Car Week vorgestellt. Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt hat das Einzelstück am 16. August 2026 beim Pebble Beach Concours d’Elegance

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