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Jaguar F-Pace SVR. Darf es ein bisschen mehr sein?

Jaguars Antwort auf diese Frage lautet: F-Pace SVR. Die stärkste Version des britischen Crossover tritt mit 550 PS gegen die deutsche Konkurrenz an. Kraft ist also genug vorhanden, aber wie schaut es mit der Alltagstauglichkeit aus.

Der Jaguar F-Pace ist nichts für Fans des absoluten und kompromisslosen Understatements. Auch wenn die Auspuffanlage nicht den effektheischenden Klang eines Mercedes-AMG-Modells hat, verleiht es dem Jaguar F-Pace SVR dennoch eine akustische Präsenz, die das Sport-SUV von den anderen Verkehrsteilnehmer unterscheidet. Fein dosiert signalisiert der Jaguar eindeutig: Ich könnte, wenn ich wollte. Das ändert sich, wenn man die Klappen der Abgasanlage öffnet und der V8-Motor seine Klang-Sinfonie ungestört vorführen darf.

Dennoch wird der britische Gentleman nie über Gebühr anmaßend laut, aber in den Häuserschluchten der Innenstädte zucken Mütter mit selbst gestrickten Mützen, die in deutschen Premium-SUVs ihren Nachwuchs zur Schule fahren, sichtbar zusammen. Die Optik mit den großen Lufteinlässen in der Frontschürze, den Nüstern in der Motorhaube und den vier mächtigen Trompeten am Heck verdeutlicht, dass hier kein Standard-Jaguar unterwegs ist, sondern eher ein potenter.

Im Innenraum agieren die Briten ebenfalls stilsicher. Die Verarbeitung erreicht zwar nicht ganz das Edel-Niveau des Technik-Bruders Range Rover Sport, aber das Chrom und das feine Leder spielen ebenfalls in einer hohen Liga. Die rautenbesteppten Sportsitze haben eine etwas dickere Polsterung als das Seriengestühl, bieten Seitenhalt und sind sehr bequem. Auch eine Tagesetappe ließ sich im F-Pace SVR ganz entspannt absolvieren, auch wenn das Fahrwerk logischerweise sportlich abgestimmt ist. Angenehm ist, dass auch die Rückbank serienmäßig beheizbar ist, was dem sozialen Frieden im Innenraum definitiv zuträglich ist.

 Die Bedienung des Pivi Pro-Infotainments mit dem 11,4 Zoll großen Touchscreen ist kein Hexenwerk, man findet die wichtigsten Funktionen sofort und die Sprachbedienung ist ebenfalls verbessert, erreicht aber noch nicht die Perfektion von BMW oder Mercedes. Bisweilen muss man etwas suchen, um sich in den Menüs zurechtzufinden. Aber wenn man das einmal absolviert hat, findet man sich schnell zurecht. Beim Rangieren des 4,76 Meter langen und 2,07 Meter breiten Vehikels hilft die serienmäßige 360-Grad-Kamera, da der Blick nach hinten logischerweise nicht ideal ist. Der Wendekreis von zwölf Metern erfordert in engen Innenstädten bisweilen etwas Rangierarbeit, aber daran gewöhnt man sich schnell. Trotzdem wünschen wir uns beim Nachfolger des F-Pace eine Hinterachslenkung. 

Unterwegs hilft der ebenfalls ab Werk verbaute Totwinkelassistent beim Beobachten des rückwärtigen Verkehrs, auch beim Türöffnen. Bewegt man das sportliche SUV, merkt man schnell, dass das Ansinnen, ein 2.133 Kilogramm schweres hochbeiniges Vehikel dynamisch zu machen, bei der Fahrwerksabstimmung Kompromisse beim Komfort nach sich zieht. Der F-Pace SVR ist nicht unnachgiebig und brutal straff, aber teilt den Passagieren schon eindeutig mit, wenn die Straßenverhältnisse nicht die besten sind. Das verstärkt sich bei den sportlichen Fahrmodi. Wir waren mit den 21 Zoll-Pneus und Mischbereifung unterwegs (vorne: 265/45 R21, hinten: 295/40 R21) und wollten keinesfalls weniger Flankenhöhe unter unseren Bandscheiben haben. Deswegen raten wir von 22 Zöllern ab, die zudem noch 1.100 Euro Aufpreis kosten. Pferdefans wird freuen, dass der F-Pace SVR eine Anhängelast von 2,4 Tonnen ziehen kann.

Apropos Extras: Mit einem Basispreis von 105.438,11 Euro ist der stärkste F-Pace wahrlich kein Sonderangebot. Aber die Serienausstattung ist auch für diese Preisgattung durchaus ordentlich: unter anderem 14-fach verstellbare Vordersitze, feines Leder, ein 400W Meridian Soundsystem mit 13 Lautsprechern samt Subwoofer (in unserem Testwagen war die 650-Watt-Variante mit 17 Lautsprechern für 1.489 Euro verbaut), 360-Kamera mit Parksensoren vorne und hinten, ein adaptives Fahrwerk sowie ein ganzes Arsenal an Assistenten: Neben dem erwähnten Toten-Winkel-Wächter, konnten wir uns auf den Kollisionswarner, der auch bei Rückwärtsfahrten den Anker wirft, um eine Fremdberührung zu vermeiden und den Spurhalteassistenten verlassen. Unser Testwagen hatte noch ein paar Extra, wie etwa USB-Buchsen hinten, die erwähnte Soundanlage und ein gekühltes Handschuhfach verbaut. Die spezielle Metallic-Lackierung kostet 5.509 Euro, was den Gesamtpreis auf 118.926,11 Euro hebt.

Bleibt zum Schluss noch das Fahren. Mit 550 PS hat der schnellste F-Pace zwar 25 PS weniger als das Top-Modell des Range Rover Sport, aber bei weitem immer noch genug, um mehr als flott unterwegs zu sein. Gerade auf kurvigen Landstraßen macht die Kombination aus zügig ansprechenden kompressorbestückten V8, elektronisch aktiviertes Differenzial an der Hinterachse und Torque Vectoring per Bremseingriff einen Heidenspaß, auch wenn sich das Gewicht eines solchen Crossovers auch mit den technischen Kniffen nicht gänzlich kaschieren lässt. Der F-Pace SVR erreicht zwar nicht die Agilität eines Porsche Macan GTS oder kompromisslose Bulligkeit eines Mercedes-AMG GLC 63 S, aber der Brite bietet ein ausgewogenes Paket. Lediglich die Lenkung könnte auskunftsfreudiger sein.

Die Fahrleistungen passen in die Riege der Crossover-Topsportler: Aus dem Stand sind nach 4,0 Sekunden 100 km/h erreicht und die imposante Katze ist bis zu 286 km/h schnell. Jaguar gibt den Durchschnittsverbrauch mit 11,4 Litern pro 100 Kilometer an, bei uns flossen 14,1 l/100 km durch die acht Brennräume. Allerdings waren wir auf den Autobahnetappen auch mal flotter unterwegs.

TEXT Wolfgang Gomoll; press-inform

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