Der Type 01 ist für Jaguar weit mehr als ein neues Modell. Er soll zeigen, wie sich die Marke künftig gestalterisch positioniert – außen wie innen. Das Cockpit folgt deshalb keinem klassischen horizontalen Aufbau. Stattdessen bestimmt eine ausgeprägte Längsachse den Innenraum.
Die Mittelkonsole reicht vom Armaturenbrett bis in den Fond und teilt den Innenraum in vier klar voneinander getrennte Bereiche. Jaguar spricht von vier individuellen Räumen. Weniger pathetisch formuliert: Jeder Sitzplatz bekommt stärker als üblich seinen eigenen Bereich.
Gerade dieses Detail macht deutlich, wie nah die Serienversion offenbar am ursprünglichen Konzept bleibt. Jaguar betont ausdrücklich, dass die Grundidee nicht nur für die Studie gedacht war, sondern in das Serienfahrzeug übernommen wurde.
Travertin statt Hochglanz
Farblich und bei der Materialwahl orientiert sich Jaguar am Naturstein Travertin. Warme, helle Töne bestimmen den Innenraum, dazu kommen Oberflächen mit einem messingähnlichen Finish, die sich entlang der Mittelkonsole und bis in die Türen ziehen.
Der Ansatz ist bewusst ruhig. Statt möglichst vieler sichtbarer Displays und glänzender Flächen setzt Jaguar auf reduzierte Formen und Materialien, die einen Teil der Technik zunächst verbergen.
Das Armaturenbrett selbst bleibt flach und vergleichsweise schlank. Das Infotainment ist integriert und soll nur dann in den Vordergrund treten, wenn es tatsächlich benötigt wird. Auch Ablagen und weitere Funktionen sind teilweise verdeckt untergebracht.
Ein ungewöhnliches Detail ist der digitale ClearSight-Rückspiegel. Dessen Display sitzt nicht klassisch oben am Dachhimmel, sondern zentral am unteren Rand der Windschutzscheibe. Jaguar positioniert es damit ungefähr auf Höhe der Außenspiegel, damit der Blick des Fahrers möglichst wenig wandern muss.
Weniger Bildschirmwand, mehr Architektur
Chief Interior Designer Thomas Holden beschreibt die Mittelkonsole als bewussten Gegenentwurf zu den meist horizontal aufgebauten Cockpits moderner Fahrzeuge. Entscheidend sei eine Längsachse, die den Innenraum strukturiert und die einzelnen Sitzplätze stärker voneinander trennt.
Damit verfolgt Jaguar einen Ansatz, der sich deutlich von den derzeit verbreiteten Bildschirmlandschaften unterscheidet. Technik bleibt vorhanden, soll den Innenraum optisch aber nicht dominieren.
Auch die Sitzposition spielt dabei eine wichtige Rolle. Jaguar spricht von einer tiefen GT-Position, die Fahrer und Passagiere stärker in das Auto integriert. Wie sich diese Gestaltung im Alltag bewährt und wie viel Raum tatsächlich zur Verfügung steht, lässt sich anhand der ersten Innenraumbilder allerdings noch nicht beurteilen.
Premiere im Oktober
Der Type 01 wird während der Monterey Car Week erstmals in Nordamerika gezeigt. Der Prototyp erhält dafür eine neue Folierung und wird am 16. August beim Pebble Beach Concours d’Elegance ausgestellt. Die vollständige Präsentation des Serienfahrzeugs folgt am 6. Oktober 2026 in New York.
Mit dem Innenraum wird inzwischen deutlicher, wie konsequent Jaguar seinen Neustart angeht. Der Type 01 versucht nicht, das bekannte Jaguar-Cockpit weiterzuentwickeln. Er beginnt gestalterisch weitgehend von vorn – und übernimmt dabei überraschend viel von jener Studie, die zunächst eher wie ein bewusst überzeichnetes Designobjekt wirkte.