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Unterwegs im teuersten Porsche 356 der Welt.

Der Porsche 356 ist eine rollende Legende – doch es geht noch etwas spektakulärer. Und den Porsche 356 Gmünd aus erster Hand zu erleben, ist wie der Sprung mit einer Zeitkapsel.

Mit einem geschätzten Wert von 3,5 Millionen Dollar, den Verkäufer DK Engineering angibt, ist dieser Porsche 356 Gmünd etwas Außergewöhnliches. Die Fahrgestellnummer 356/2-0032 weist darauf hin, dass er zur ersten Produktionsserie nach dem eigentlichen Prototyp gehört.

Dieser Porsche, der am 12. Juni 1950 fertiggestellt wurde, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Er befand sich im Besitz des frühen Rennsportenthusiasten Gert Kaiser und verschiedener namhafter Sammler in den USA und Großbritannien. Die letzten Jahre verbrachte er in einem trockenen Lager. Jetzt, da er zum Verkauf steht, verdient er es, wieder ins Rampenlicht gerückt zu werden. 

Zu den charakteristischen Merkmalen dieses Gmünder Wagens gehören die Winker am vorderen Radkasten und die geteilte Windschutzscheibe. Elemente, die den Modellen bis 1953 vorbehalten waren. Das Einsteigen in den Wagen entpuppt sich als wahre Geschicklichkeitsübung, die einen einzigartigen ausziehbaren Türgriff und ein vorsichtiges Hereingleiten unter das Lenkrad erfordert.

Das Starten des Fahrzeugs ist einfach. Man braucht allein den Schlüssel zu drehen und einen versteckten Knopf unter dem Armaturenbrett zu drücken, nachdem man den Benzinhahn um 90 Grad gedreht hat. 

Das Fahren selbst ist jedoch eine ganz andere Sache. Die am Boden montierten Pedale und die fehlende Synchronisation von erstem und zweitem Gang erfordern ein Mindestmaß an Geschicklichkeit und Geduld, an das man bei modernen Automatikgetrieben nicht mehr gewohnt ist. Das Navigieren durch die einzelnen Gangstufen ist dabei ein bewusster Prozess, der präzises Timing und sanftes Handling erfordert – vor allem angesichts der bescheidenen Leistung des Wagens von 40 PS. Den Porsche 356 Gmünd zu fahren präsentiert sich dabei als eine wahre Lektion in Bescheidenheit und Nostalgie. 

Auf den Hügeln von Lambourne kämpft der Wagen damit, 50 km/h zu überschreiten, aber sein luftgekühlter Vierzylindermotor und das Heulen des Getriebes liefern einen bezaubernden Soundtrack zu diesem gemächlichen Reisetempo. Die Tachoskala geht bis 160 km/h – beängstigend. Die Lenkung ist zwar schwergängig, bietet aber eine angenehm direkte Verbindung zur Straße. Entgegen allen Erwartungen ist das Fahrverhalten überraschend stramm und überträgt nahezu jede Nuance der Straßenoberfläche an den Piloten.

Die Begegnung mit diesem historischen Porsche ist ein unvergessliches Erlebnis. Dass er nach heutigen Maßstäben nicht besonders schnell ist, macht seinen Charme nur noch größer. Der nächste glückliche Besitzer dieses 356 Gmünd sollte dieses bemerkenswerte Stück des Porsche-Erbes in Ehren halten und nutzen. Es ist ein Fahrzeug, das nicht nur die Ursprünge einer legendären Marke repräsentiert, sondern auch eine unbezahlbare Momentaufnahme der Automobilgeschichte.

TEXT Zaid Hamid

LESENSWERT.
WALTER.