Diese Autos schuldet Ihr uns noch. Teil 5+6.

Unser Wunschzettel wird wieder ein Stückchen länger und heute schicken wir eine Erinnerung an Citroën und Lamborghini.

Teil 5. GT by Citroën.

Schwer zu glauben, dass es schon zwölf Jahre her ist, seit Citroën seinen ersten Supersportwagen auf dem Pariser Salon präsentierte, denn der GT sieht immer noch so futuristisch aus, als sei er für die automobile Zukunft entworfen.

Zwei Dinge sind am weißen Franzosen außergewöhnlich: Zum einen ist er das erste Auto der Marke, das von einem Japaner entworfen wurde, zum zweiten kann ihn jedermann erwerben. Die Sache hat leider einen Haken: Als Serienauto existiert der Citroën GT nur in Pixeln. Citroen-Designer Takumi Yamamoto und Sony-Vizepräsident Kazunori Yamauchi sind dicke Kumpel, der eine mochte Videospiele, der andere war parktischerweise auch Chef von Polyphony, der Firma, die den Playstation-Dauerbrenner Gran Turismo verantwortet.

Das Duo heckte den verwegenen Plan aus, einen Sportwagen exklusiv für die fünfte Ausgabe der Konsolensimulation zu entwickeln. Das Prunkstück der virtuellen Flotte sollte rechtzeitig zur Einführung der Playstation 3 präsentiert werden. Citroën-Designdirektor Jean-Pierre Ploué indes war sofort so angefixt von dem Entwurf, dass er befahl, den GT ganz real im Maßstab 1:1 für den Pariser Salon bauen zu lassen.

In der Rekordzeit von acht Monaten wurde das Fünfmeter-Geschoss mit seinen mächtigen Flügeltüren und dem verstellbaren Heckleitwerk auf die 21-Zoll-Rädern modelliert, weil so schnell kein adäquater Antrieb aus den hauseigenen Teileregalen zu konstruieren war, bestückten die Entwickler den Mittelmotor-Renner mit einem Ford V8 und standesgemäßen 665 PS, womit am Ende der Hunaudières-Geraden in Le Mans Topspeed 330 anliegen könnte.  Damit  ist er dem virtuellen Bruder allerdings noch unterlegen. Der holt aus vier Brennstoffzellen 791 PS, womit die Tachonadel erst bei 375 stoppt.

Teil 6. Lamborghini Terzo Millenio.

Wer mit dem sperrigen Namen Massachusetts Institute of Technology nichts anfangen kann, nur kurz zur Erinnerung: Das waren die Jungs, die den Bordcomputer für die Mondlandung gebaut haben. Am MIT sind sie der Welt immer ein Stück voraus, und das wollte man nicht nur im Weltraum, sondern auch auf der Straße beweisen. Nach dreijähriger Zusammenarbeit mit Lamborghini präsentierten die Bostoner auf der EM-Tech-Konferenz in Cambridge den Terzo Millenio.

Der Mittelmotor-Renner aus der Feder von Lamborghini-Chefdesignerin Mitja Borkert ist weniger kantig geraten als die bisherigen Geräte aus Sant’Agata und wirkt mit seinem weit nach vorn gezogenen Cockpit wie eine Fusion aus Kampfflugzeug und Le-Mans Renner. Dass Lamborghini das heiße Teil nicht verkaufen will, sei ausnahmsweise verziehen, der Terzo soll „die Träume der nächsten Generation erschaffen“, sagt Technikchef Maurizio Reggiani, und so wird der Supersportler auch rein elektrisch angetrieben.

Das MIT hat dem Renner diverse Rennpisten auf die Festplatte gespeichert, die der Terzo Millenio auch ganz allein meistern kann. Wer sich selbst mit der Stoppuhr messen will, hat wie bei Rennsimulationen ein Geisterauto zur Orientierung auf dem Display. Vier Radnabenmotoren bieten Allradantrieb mit variabelster Kraftverteilung, für ordentlichen Bumms sorgen Superkondensatoren, die anders als Batterien ihre Power deutlich schneller und in großer Menge abgeben als gewöhnliche Batterien. Die Karosserie ist dank Nanopartikeln ein aufladbarer Energiespeicher, mit Mikrokanälen und speziellen Chemikalien soll sie sich bei kleinen Schäden sogar selbst reparieren können. Wann wir mit solchen Gimmicks angeben können, steht in den Sternen.

Wie der Name schon sagt, ist der Terzo Millenio als Vision für das dritte Jahrtausend gedacht, und das hat ja gerade erst angefangen.

LESENSWERT.