Icons of Porsche in Dubai. Exklusives Porsche-Treffen.

Die „Icons of Porsche“ in Dubai haben sich innerhalb von zwei Jahren zum Mekka der Fans des Zuffenhausener Sportwagenbauers im Mittleren Osten gemausert.

Als der Porsche 911 Dakar auf die Bühne rollt, hält es die Menschen nicht mehr auf ihren Plätzen. Wie Fans einer angesagten Boygroup-Band in den 1990ern stürmen sie nach vorne, um einen möglichst guten Blick auf die Neuauflage des legendären Rallye-Elfers zu erhaschen. Die weißen Kandoras flattern, Handys werden gezückt und die Blitzlichter der mobilen Sprechapparate leuchten wie Sterne im Nachthimmel. Im Hintergrund schimmert die beeindruckende Wolkenkratzer-Skyline Dubais mit dem weltberühmten Burj Al Arab-Hotel.

So beeindruckend die mächtigen Gebäude auch sind, an diesem Abend spielen sie nur die Nebenrolle. Die Hauptdarsteller tragen ein Wappen mit dem Namen Porsche auf der Motorhaube. Es ist das zweite Treffen der „Icons of Porsche“, das unter der heißen Wüstensonne stattfindet. Man möchte glauben, dass die Flitzer aus Zuffenhausen keinen Einheimischen aus seinem Luxusapartment locken. Schließlich gehören Nobelkarossen zum Straßenbild und eigentlich holt man sich hier ein neues Auto, sobald der Aschenbecher des aktuellen Vehikels voll ist. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Lange Schlangen bilden sich vor dem Gelände. Fußgänger warten bei sengender Hitze auf Einlass und die Fahrzeuge aus Zuffenhausen reihen sich auf der Abbiegespur wie glitzernde Perlen einer kostbaren Halskette. Das Areal direkt am Strand zum Meer ist fest in Neunelfer-Hand. Ein Porsche-Fan, der mit seinem Boxter auf das Areal fahren will, muss erst Überzeugungsarbeit leisten, die auch lautstark vollzogen wird. Wir zählen fünf Caymans beziehungsweise Boxter. Der Rest sind Neunelfer aller Generationen des legendären Sportwagens. 

Der Anblick lässt das Herz eines jeden Porsche-Aficionados höherschlagen. Dort stehen die 356er, gleich daneben sonnt sich ein James Dean Spyder 550. Nur ein paar Meter weiter empfängt ein Porsche 911 der Baureihe 930 mit der berühmten Flatnose-Front inklusive der Klappscheinwerfer die Bewunderer. Nicht unweit davon steht eine weitere Perle der „Icons of Porsche“ 2022, ein Porsche 911 RS der Baureihe 964. Die Besitzer wissen, was sie an ihren Preziosen haben: Immer wieder wird der kostbare Lack mit feinen Tüchern abgewischt und poliert, damit sich ja kein Sandkorn darauf verliert.

Die Abenddämmerung zieht herauf und die sengende Hitze weicht einer sanften Brise, die vom Wasser herüberzieht. Die Farbe des Himmels wandelt sich von Blau zu verschiedenen Schattierungen von Rot, als die Abenddämmerung heraufzieht. Jetzt gleicht der Festplatz fast einem Bienenschwarm. Viele Menschen wollen die deutschen Autos sehen. Väter erklären ihren Kindern gestenreich den Mythos Porsche. Luxus ist allgegenwärtig. Eine goldene Rolex-Uhr ist Standard, wer etwas auf sich hält, trägt eine Patek Philippe oder eine Lange & Söhne. Was den Männern die Uhren sind den Frauen die Taschen. Louis Vuitton Beutel sind eher was für die Bediensteten, eine Hermes Birkin Bag sollte es dann schon sein. Viele hübsche Frauen flanieren hier, viele sprechen Englisch mit einem osteuropäischen Akzent.

Die „Icons of Porsche“ sind bereits im zweiten Jahr ein Fixpunkt in Dubai. Schon am Samstag finden mehrere Tausend Menschen den Weg zu den Autos und die gesamte Besucherzahl des Vorjahres egalisiert. Am Sonntag füllt sich das Gelände mit Menschen. Porsche hat mit 20.000 Besuchern gerechnet. Letztendlich haben rund 30.000 vorbeigeschaut. Und das in der an Attraktionen alles andere als armen Bling-Bling-Metropole. Nicht nur Einheimische finden den Weg nach Dubai. Porsche-Sammler Yousef Fittiani hat seinen gelben Porsche GT eigenhändig von Kuwait zum Treffen gefahren und war 16 Stunden unterwegs, ohne zu schlafen. „Ich habe den Porsche 2008 hier gekauft“, erzählt er. Neben ihm steht sein Gefährt unter einem weißen Baldachin. Das Motto lautet „Icons of the Region“.

Am anderen Ende feiert der Porsche Cayenne seinen 20. Geburtstag mit Off-Road-Fahreinlagen. Überall auf dem Gelände findet man Porsches, wie junge Künstler sie sehen. Aus einem lugt ein Kamel, ein anderer Neunelfer ist mit Fäden überzogen. Ein Modell darf natürlich in einer Stadt wie Dubai nicht fehlen – der Porsche 918 Spyder. Doch das ist nicht der einzige elektrische Zuffenhausener, der den Weg in die Wüste hinter sich gebracht hat. „Ali & Sons Motors“ haben sich eines Taycan Turbos angenommen. 

Am Abend wird es dann noch hochoffiziell. Überraschend haben Porsche- sowie VW-Chef Oliver Blume und Wolfgang Porsche höchstpersönlich den Weg nach Dubai gefunden. Das zeigt, wie wichtig die Vereinigten Arabischen Emirate als Markt für den deutschen Sportwagenbauer ist. Also wird das nicht der letzte Abend der Icons of Porsche in Dubai sein. 

TEX Wolfgang Gomoll für WALTER

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