Diese Autos bekommen 2023 das H-Kennzeichen.

Das Autojahr 1993 hat es in sich: Mit dem Nissan Micra sichert sich erstmals ein japanischer Pkw den Titel Auto des Jahres. Kia kommt mit dem Sephia nach Deutschland und Porsche präsentiert mit der Modellreihe 993 die letzte luftgekühlte Variante des Neunelfers. Eines habe alle gemein – sie alle können ab 2023 ein H-Kennzeichen bekommen.

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Wer erinnert sich noch? Als erster deutscher führt Volkswagen 1993 für sein Werk in Wolfsburg die Einführung der Vier-Tage-Woche bei entsprechendem Lohnverlust. Im März des Jahres bekommt auch die dritte Generation des Golfs seine Oben-Ohne-Version. Wieder mit einem feststehenden Überrollbügel damit ist der klassische Spitzname Erdbeerkörbchen erneut gesetzt.

Auch der Konkurrent Opel will mit dem Opel Astra (ehemals Kadett) F die Frischluft-Fans mit einem Stoffverdeck-Cabrio hinter das Lenkrad locken. Beim Rüsselsheimer Stoffmützenträger schwingt italienisches Flair mit, da er in Italien bei Bertone gefertigt wird. Was Opel recht ist, ist BMW nur billig. Auch der 3er der Baureihe E36 öffnet ab diesem Jahr auf Wunsch sein Dach. Wer will auch mit einem famosen Reihensechszylinder.

Volkswagen Golf III Cabrio

Porsche 993

Sechs ist auch beim Porsche 911 mit dem internen Code 993 Trumpf. Allerdings, wie es im Zuffenhausen unumstößliche Pflicht ist, mit einem flachen Boxermotor, der im Heck der Sportwagen-Ikone werkelt. Luftgekühlt. Natürlich. Was bei der Vorstellung des Sportwagens nur wenige wissen, ist, dass dies das letzte Modell sein wird, bei dem dieses Prinzip der Kühlung angewendet wird. Deswegen ist er für die gusseiserne Fraktion der letzte echte Neunelfer. Eigentlich sollte ja den Transaxle-Modellen wie dem Porsche 928 die Zukunft gehören, aber die stehen wie Blei in den Verkaufsräumen der Händler. Ganz anders beim 911er. Als der auf der IAA erstmals im Rampenlicht steht, fliegen ihm die Herzen zu. Heute ist der Porsche 993 ein gesuchter Klassiker.

Porsche 993

Mercedes C-Klasse W 202

Sechszylinder Power kommt auch aus Fernost. In Form des Toyota Supra A80, der den deutschen Autobahn-Platzhirschen mit bis zu 330 PS das Leben schwer macht. Bei den Autos sind knallige Farben nach wie vor „in“. Die Karossen erstrahlen in Rot, Gelb und Grün. Auch die Mercedes C-Klasse sieht man öfters mit bunten Lacken. Vorgestellt wird der Nachfolger (Typ W 202) des „Baby-Benz“ 190 im Mai des Jahres 1993. Die Fachpresse attestierte dem neuen Mittelklassen-Modell einen referenzsetzenden Komfort, was vor allem in München für wenig Begeisterung sorgt. Allerdings ist bei der Basisausstattung der C-Klasse Schmalhans Küchenmeister.

Mercedes C-Klasse W 202

Auto des Jahres wird aber nicht der Mercedes oder nicht der Porsche, sondern die zweite Generation des Nissan Micra, der nach Deutschland kommt und sich als erstes japanisches Auto diesen wichtigen Titel holen kann. Die Kleinwagen sind groß im Kommen, da der Fiat Cinquecento den zweiten und der Renault Safrane den dritten Platz belegen.

Mazda Xedos 9

Die asiatischen Hersteller haben Deutschland fest im Visier. Mazda bringt die elegante Limousine Xedos 9 in das Herz Europas und Kia rollt vor 30 Jahren mit dem Sephia in Bremerhaven sein erstes Modell nach Deutschland. Die Basis für den im koreanischen Hwaseong gebauten Wagen ist allerdings der Mazda 323 (Typ BG). Mit zwei Jahren Verzögerung kommt der Lexus GS nach Deutschland. Die zweite Generation des Kleinbusses Subaru Libero (E10) bleibt ein Exot auf deutschen Straßen. 

Mazda Xedos 9

Anders als der Fiat Punto, mit dem der italienische Autobauer erfolgreich verloren gegangenes Terrain im Kleinwagensegment zurückerobert. Auch Opel will dem in die Jahre gekommenen VW Polo II (Typ 86C 2F) mit dem frischen Corsa B Käufer abjagen. Eine Klasse höher tritt der Peugeot 306 gegen den Klassenprimus VW Golf an. Die schwedischen Autobauer sind 1993 ebenfalls ziemlich aktiv. Die GM-Tochter Saab sorgt mit dem 900 für Aufsehen und Volvo beweist mit dem 850, den es als T5 erstmals mit einem aufgeladenen Motor gibt, Mut zur Kante.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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