Automobile werden größer, schwerer und häufig höher. Bovensiepen hält dagegen und baut einen klassischen Roadster: lange Motorhaube, weit nach hinten gerücktes Cockpit, zwei Sitze und ein Stoffdach über dem Kopf – sofern man es überhaupt geschlossen lässt.
Der Spider ist nach dem Bovensiepen Zagato und dem 05 GT das dritte Modell der jungen Marke aus Buchloe. Das Exterieur entstand erneut gemeinsam mit Frank Stephenson Design. Zu den wiederkehrenden Bovensiepen-Merkmalen gehören der schwarze Frontsplitter und eine umlaufende schwarze Designlinie. Große Entlüftungen in den vorderen Kotflügeln, Seitenschweller, Heckdiffusor und ein integrierter Spoiler unterscheiden den Spider deutlich vom zugrunde liegenden Serienauto.
435 PS aus drei Litern
Unter der langen Haube arbeitet ein 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Twin-Scroll-Turbolader. Bovensiepen steigert die Leistung auf 435 PS, das maximale Drehmoment beträgt 580 Nm. Dafür wurden Ansaugung und Abgaswege überarbeitet, unter anderem mit einem zusätzlichen Ram-Air-Kanal und einer strömungsoptimierten Sportabgasanlage.
Von null auf 100 km/h beschleunigt der Spider in 4,2 Sekunden. Serienmäßig endet der Vortrieb bei 260 km/h, mit dem optionalen Performance-Paket sind 295 km/h möglich. Geschaltet wird über eine Achtgang-Automatik von ZF.
Das Performance-Paket umfasst außerdem einen aus Aluminium gefrästen Hinterachsgetriebedeckel mit größeren Kühlrippen sowie eine zusätzliche Unterbodenversteifung mit V-Strebe. Besonders für längere hohe Belastungen soll das für stabilere Temperaturen und eine steifere Struktur sorgen.
Der Spider bleibt beim klassischen Hinterradantrieb. Das DIN-Leergewicht gibt Bovensiepen mit 1.585 Kilogramm an, das entspricht einem Leistungsgewicht von rund 3,6 Kilogramm pro PS. Für einen modernen Roadster mit Komfortausstattung ist das zumindest eine angenehm überschaubare Zahl.
Vorn stehen 20-Zoll-Schmiederäder im Format 9 x 20 mit 255/35er-Reifen, hinten 10,5 x 20 Zoll mit 295/30er-Bereifung. Bovensiepen setzt dabei auf Michelin Pilot Sport 4 S. Dämpfer und Zusatzfedern wurden neu abgestimmt, um die breitere Bereifung und die höhere Leistung fahrdynamisch besser einzubinden.
Optional gibt es eine Hochleistungsbremsanlage mit Vierkolben-Festsätteln vorn. Die gelochten Scheiben messen 395 Millimeter an der Vorderachse und 345 Millimeter hinten.
Offen für lange Strecken
Bovensiepen positioniert den Spider nicht als kompromissloses Tracktool, sondern als schnellen Roadster für Straße und Reise. Der Kofferraum fasst 281 Liter und bietet damit genug Platz für mehr als die obligatorische Wochenendtasche.
Im Innenraum gehören Leder Vernasca, Alcantara-Sitzmittelbahnen und ein mit Lavalina-Leder bezogenes Lenkrad zur Serienausstattung. Lenkradheizung, Komfortzugang und Harman-Kardon-Soundsystem zeigen ebenfalls, dass hier trotz sportlicher Ausrichtung nicht jedes Komfortdetail geopfert wurde. Wer mehr Individualisierung möchte, kann sich in der hauseigenen Sattlerei bedienen: Vollleder, Alcantara-Verkleidungen, Prägungen und individuell gestickte Motive sind möglich.
Man könnte es auch einfacher sagen: Der Spider will leichtfüßig sein, aber nicht asketisch. Ein Roadster darf schließlich auch bequem sein, solange er dabei nicht vergisst, warum man das Dach überhaupt aufmacht.
99 Exemplare ab 115.500 Euro
Die Produktion ist auf 99 Fahrzeuge begrenzt. Geplant sind fünf Metallicfarben: Saphirschwarz, Sanremo Green, Skyscraper Grau, Thundernight und Frozen Grey II. Auf Wunsch sind auch individuelle Lackierungen möglich. Jedes Auto erhält ein nummeriertes Produktionsschild.
Bestellungen sind bereits möglich. Die ersten Auslieferungen sollen Ende des ersten Quartals 2027 beginnen. Der Bovensiepen Spider kostet ab 115.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer ab Werk Buchloe.