BMW Alpina: 300 Sachen, ganz unaufgeregt

Alpina ist jetzt BMW-Sache. Das erste Modell der neuen Ära basiert auf dem 7er und hat bei Testfahrten bereits die 300-km/h-Marke geknackt. Unter der Tarnfolie steckt ein V8, dessen Leistung BMW noch geheim hält.

Bei 300 km/h über eine zusätzliche Schaumeinlage im Reifen nachzudenken, klingt zunächst etwas eigenartig. Für die Entwickler des neuen BMW Alpina gehört das offenbar zum Tagesgeschäft. Schließlich soll die erste Luxuslimousine der neuen Alpina-Ära ihre Fahrgäste auch bei höchstem Tempo möglichst wenig belästigen. Wie ernst es die Münchner damit meinen, zeigt ein getarnter Prototyp, der auf dem 12,6 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsoval im italienischen Nardò bereits die 300-km/h-Marke überschritten hat.

Seit dem 1. Januar 2026 gehört Alpina offiziell zum Markenportfolio der BMW Group. Aus dem traditionsreichen Hersteller aus Buchloe ist eine eigenständige Luxusmarke innerhalb des Konzerns geworden, die künftig oberhalb der regulären BMW-Modelle und unterhalb von Rolls-Royce angesiedelt sein soll. Den Anfang macht 2027 eine besonders exklusive Variante des 7ers. Ob sie wieder B7 heißen wird, hat BMW bislang nicht verraten. Auch unter der Tarnfolie lässt sich allerdings erkennen, dass die Entwickler einige vertraute Alpina-Merkmale übernommen haben.

Tempo statt Theater

Anders als die Kollegen von BMW M interessiert sich Alpina traditionell weniger für schnelle Rundenzeiten als für hohe Reisegeschwindigkeiten. „Speed, not Sport“ lautet deshalb das Motto der neuen Marke. Dafür braucht es reichlich Motorleistung, aber eben auch ein Fahrwerk, das seine Insassen bei Tempo 250 nicht durchschüttelt. Beim neuen 7er-Ableger übernimmt ein V8 den Antrieb, dessen Leistungsdaten BMW noch zurückhält. Alpina-Chef Oliver Viellechner hatte allerdings bereits im Mai gegenüber Top Gear angekündigt, dass der neue Achtzylinder ohne Plug-in-Hybrid auskommen soll.

BMW Alpina Nardo 1

Für die gewünschte Gelassenheit wurde die Motorsteuerung ebenso angepasst wie die Gaspedalkennlinie. Das hohe Drehmoment soll über einen möglichst breiten Drehzahlbereich zur Verfügung stehen, ohne dass jeder Tritt aufs Fahrpedal gleich einen kleinen Aufstand auslöst. Auch das Automatikgetriebe erhält eine eigene Abstimmung, während Fahrwerk und Aerodynamik auf die hohen Reisegeschwindigkeiten zugeschnitten werden.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die klassischen Alpina-Leichtmetallräder mit ihren 20 Speichen. BMW hat sie gemeinsam mit speziell entwickelten Reifen abgestimmt, deren zusätzliche Schaumeinlage den Fahrkomfort verbessern soll. Schließlich wäre es ziemlich ärgerlich, wenn ausgerechnet das Reifengeräusch den Genuss bei 300 km/h verderben würde. Am Heck zeigen vier ovale Auspuffendrohre, dass sich die neue Konzernmarke auch akustisch etwas Eigenständigkeit bewahren möchte.

Wie schnell der erste BMW Alpina tatsächlich fahren kann, bleibt vorerst offen. Die 300 km/h aus Nardò sind ein dokumentierter Testwert, keine offiziell genannte Höchstgeschwindigkeit. Die endgültige Motorleistung, die Modellbezeichnung und den Preis will BMW zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Die Markteinführung ist für 2027 vorgesehen.

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