Donkervoort F22. Wild und scharf.

Dass gerade alle Welt ins Elektrolager stürmt, scheint die Verantwortlichen von Donkervoort nicht anzufechten. Der Kleinserienhersteller aus Lelystad in den Niederlanden legt 2023 seinen neuen F22 auf – wilder und schärfer als je zuvor.

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Nicht alle wollen ein Elektroauto – und schon gar nicht als puristischen Sportwagen. Und wer eine heiße Fahrmaschine für den Wochenendausflug auf die Rennstrecke oder in die Alpen sucht, für genau den dürfte der neue Donkervoort F22 ein automobiler Wunsch sein, den man sich bestenfalls noch dieses Jahr zu Weihnachten erfüllen möchte. Vorbei ist es mit dem alten Donkervoort D8 und dessen beeindruckender GTO-Edition.

Nachdem Denis Donkervoort die Geschicke des Sportwagenbauers aus den Niederlanden übernommen hat, ist der F22 das Erstlingswerk unter neuer Regie. Der neue Sportwagen bietet nicht nur das bekannt scharfe Sportwagendesign aus den Händen von Jordi Wiersma, sondern der 4,04 Meter lange Bolide trifft mit seinen gerade einmal 750 Kilogramm Leergewicht auf spektakulär grollende 500 PS des aufgeladenen Fünfzylinder-Turbo mit 2,5 Litern Hubraum aus dem Hause Audi.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger D8 ist der F22 innen wie außen länger sowie breiter, einen Hauch komfortabler und lässt sich mit dem abnehmbaren Targadach aus Karbon mit wenigen Radgriffen zu seinem Oben-ohne-Renner umbauen. Nachdem die ersten 50 Fahrzeuge bereits vergriffen waren, nachdem einigen Kunden das Design präsentiert wurde, hob Donkervoort die geplante Jahresproduktion auf 75 Fahrzeuge an. Der F22 besteht dabei aus einer Mischbauweise mit Gitterrohrrahmen und Karbonelementen für Festigkeit und geringes Gewicht. 

„Der F22 ist der Gipfel dessen, was wir von Leichtbau, Leistung, Verbrennungsmotoren und purer Geschwindigkeit wissen“, sagt Denis Donkervoort, „der F22 bietet Donkervoort-Fahrern ein neues Niveau an Geschwindigkeit, Handling, Fahrverhalten, Design und Praktikabilität und zeigt der Welt, wohin Donkervoort in Zukunft gehen wird. Er strotzt nur so vor Donkervoort-Innovationen wie den Ex-Core-Kohlefasertüren und dem Twin-Targa-Dach, aber er ist auch das Produkt einer außergewöhnlichen Teamarbeit bei Donkervoort und nutzt die Arbeitsbeziehungen, die wir in 43 Jahren aufgebaut haben.“

Dank des exzellenten Leistungsgewichts von 666 PS pro 1.000 Kilogramm beschleunigt der Niederländer in Rekordzeit und soll eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h erreichen. Puristischer denn je bleibt dabei der Antrieb des 291.000 Euro teuren Boliden, denn er verfügt allein über eine manuelle Fünfgang-Handschaltung und ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse, um die Leistung auf die Fahrbahn zu bannen. Das Fahrwerk lässt in einem Spektrum von 35 Millimetern manuell einstellen, je nachdem, ob der Fahrer auf der Rennstrecke oder im normalen Straßenverkehr unterwegs ist. 

„Der Schlüssel zu allem, was wir tun, ist das Gewicht. Je weniger Gewicht man mit sich herumträgt, desto weniger Gewicht muss man beim Anhalten, Wenden und Beschleunigen haben, desto weniger Kraftstoff verbraucht man und desto intimer kann das Auto sein“, erklärt Donkervoort, „beim F22 geht es nicht nur um Pferdestärken oder Geschwindigkeit, Spezifikationen oder Zahlen. Er ist persönlich, und es geht darum, was das Fahren für seine Fahrer bedeutet, denn die Perspektive ist alles.“

Wer bei seinem F22-Renner noch mehr abspecken möchte, kann die serienmäßigen Alufelgen gegen Karbonfelgen austauschen, die statt der normalen zwölf Kilogramm pro Rad nur 5,4 Kilogramm wiegen. Zudem kann der Kunde wählen, ob er mit oder ohne Servolenkung, ABS oder Klimaanlage unterwegs sein möchte. Bei einer Querbeschleunigung von 2,15 G und 30 Prozent bissiger zupackenden Bremsen dürften die Sportsitze unter Umständen jedoch nicht ausreichen, den Pilot nicht ins Schwitzen zu bringen. Daher sollte die Klimaanlage gerade für Fahrten mit geschlossenem Dach an Bord bleiben.

TEXT Patrick Solberg für WALTER

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