Gordon Murray S1. V12 auf Reisen.

Gordon Murray Special Vehicles zeigt mit dem S1 eine weniger kompromisslose, dafür reisetauglichere Variante des S1 LM. Der neue Supersportwagen kombiniert einen 4,2-Liter-V12-Saugmotor mit bis zu 690 PS, Sechsgang-Handschaltung und zentraler Sitzposition. Gebaut werden weltweit nur 64 Exemplare.

Der S1 feiert seine Premiere bei The Quail im Rahmen der Monterey Car Week. Technisch basiert er auf der Plattform des S1 LM, verfolgt aber ein anderes Ziel. Während der S1 LM stark vom Rennsport geprägt ist, soll der S1 schneller Gran Turismo sein – mit mehr Komfort, weniger Abtrieb und stärkerem Fokus auf lange Strecken.

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Dafür wurde die Karosserie vollständig neu gezeichnet. Kein einziges Außenhautteil entspricht dem S1 LM. Der große feststehende Heckflügel, der tiefe Frontsplitter und die ausgeprägten Seitenschweller entfallen. Stattdessen arbeitet am Heck ein integriertes aktives Aerodynamiksystem, das sich je nach Fahrsituation anpasst.

690 PS bei 12.100 Touren

Im Heck sitzt ein gemeinsam mit Cosworth entwickelter 4,2-Liter-V12-Saugmotor. Er leistet bis zu 690 PS bei 12.100 U/min und soll trotz seiner hohen Drehzahlcharakteristik auch im Alltag gut nutzbar bleiben.

Nach Angaben von Gordon Murray stehen bereits ab 2.500 U/min rund 80 Prozent des maximalen Drehmoments zur Verfügung. Bei 7.000 Touren liegen etwa 500 Nm an. Zum Einsatz kommen unter anderem leichte Kolben mit Siliziumkarbid-Beschichtung, Titanventile, Titanpleuel und eine Trockensumpfschmierung.

Geschaltet wird über ein klassisches Sechsganggetriebe. Der sechste Gang ist bewusst länger übersetzt und für schnelle Autobahnetappen ausgelegt. Überarbeitete Schaltzüge sollen die Wege verkürzen und das mechanische Schaltgefühl verbessern.

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Mehr Straße, weniger Rennstrecke

Der S1 übernimmt Spurweite, Fahrwerksarchitektur und breite Bereifung vom S1 LM. Die Bodenfreiheit wächst jedoch um zehn Millimeter, gleichzeitig wurde die Dämpferabstimmung komfortabler ausgelegt.

Gordon Murray beschreibt den Unterschied recht klar: Der S1 soll dieselbe technische Präzision wie der S1 LM bieten, sich aber eher für eine lange Küstenstraße als für die Rennstrecke eignen.

Auch das Gewicht bleibt ein zentrales Thema. Trotz aufwendigerer Innenausstattung, besserer Geräuschdämmung und zusätzlicher Komforttechnik soll der S1 leichter bleiben als der T.50. Ein konkretes Zielgewicht nennt Gordon Murray allerdings noch nicht.

Drei Sitze, Fahrer in der Mitte

Das bekannte Innenraumkonzept bleibt erhalten. Der Fahrer sitzt zentral, links und rechts leicht nach hinten versetzt die beiden Passagiere.

Im Unterschied zum deutlich puristischeren S1 LM bekommt der S1 mehr Leder, spezielle Stoffe, bessere Sitzpolsterung, zusätzliche Dämmung und ein eigenes Leichtbau-Audiosystem. Auch die Infotainment-Anzeigen wurden überarbeitet.

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Neu sind zudem klassische Dihedral-Türen mit versenkbaren Seitenscheiben. Beim S1 LM kam noch eine rennsportlich inspirierte Lexan-Lösung zum Einsatz. Die neuen Türen öffnen weiter und sollen den Ein- und Ausstieg erleichtern.

Die Servolenkung lässt sich in ihrer Unterstützung verstellen. So kann der Fahrer zwischen mehr Komfort auf langen Strecken und direkterem Lenkgefühl auf kurvigen Straßen wählen.

Klassische Proportionen, neue Details

Optisch bleibt der S1 klar als Gordon-Murray-Modell erkennbar, wirkt aber deutlich ruhiger als der S1 LM.

Die neuen Scheinwerfer integrieren das Tagfahrlicht direkt in die Leuchteinheit. Zusätzliche Fernscheinwerfer sitzen tief in den vorderen Lufteinlässen und erinnern an ein von Gordon Murray 1992 gezeichnetes Monaco-Showcar.

Auch die neu entwickelten Leichtbauräder greifen dieses historische Vorbild auf. Die Außenspiegel sitzen an den A-Säulen und integrieren zusätzlich Kameratechnik.

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Im Motorraum wird der V12 bewusst sichtbar inszeniert. Dazu kommen eine polierte Inconel-Abgasanlage und ein Hitzeschild mit 24-karätiger Goldbeschichtung.

Nur 64 Exemplare

Gordon Murray Special Vehicles begrenzt die Produktion des S1 auf 64 Fahrzeuge weltweit. Jedes Auto wird individuell nach Kundenwunsch konfiguriert. Einen Preis nennt das Unternehmen bislang nicht.

Technische Daten Gordon Murray S1

  • Motor: 4,2-Liter-V12-Saugmotor von Cosworth
  • Leistung: bis zu 690 PS
  • Maximale Drehzahl: 12.100 U/min
  • Getriebe: Sechsgang-Handschaltung
  • Antrieb: Hinterradantrieb
  • Architektur: Carbon-Monocoque auf Basis des S1 LM
  • Aerodynamik: aktives Hecksystem
  • Fahrwerk: vom S1 LM abgeleitet, straßenorientiert abgestimmt
  • Bodenfreiheit: 10 mm höher als beim S1 LM
  • Sitzplätze: drei, Fahrer zentral
  • Stückzahl: 64 Exemplare
  • Preis: noch nicht genannt
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