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Ineos Grenadier. Anders als andere.

Während nahezu alle Autohersteller das eigene Segel in Richtung Elektromobilität gehisst haben, geht Ineos einen anderen Weg. Deren Grenadier will der urwüchsige Offroader sein, den Jaguar Landrover vor ein paar Jahren mit seinem Defender eingestellt hat.

Der Mann hinter dem ungewöhnlichen Projekt ist Sir Jim Ratcliffe, Abenteurer und Firmenchef eines britischen Petrochemie-Imperiums. Dessen Lieblingsauto war der historische Land Rover Defender, 1948 erstmals vorgestellt. Jetzt baut Ratcliffe den kantigen Defender der Neuzeit selbst – unter der eigenen Marke Ineos.

Der Ineos Grenadier soll eine Position belegen, die nach der Einstellung des alten Land Rover Defender weitgehend freiblieb, denn die ehemaligen Arbeitstiere Land Rover Defender, Toyota Land Cruiser und Mercedes G-Klasse sind mittlerweile ins Luxussegment abgedriftet.

Dafür wurde nicht nur die neue Firma Ineos Automotive als Tochter der Ineos Group gegründet, sondern der 4,93 Meter lange Klettermaxe von Grund auf neu konzipiert. Im Lastenheft standen Langlebigkeit, rustikale Offroad-Fähigkeiten und ein nicht zu unterschätzender lässiger Brit-Charme, der Käufer bringen soll, die derzeit kein geeignetes Fahrzeug auf dem Markt finden.

Die bisher rund 130 Prototypen wurden bei Magna Steyr in Graz entwickelt und gebaut. Die Serienfertigung soll mit einiger Verspätung im Sommer 2022 beginnen und die ersten Kundenfahrzeuge im Herbst kommenden Jahres ausgeliefert werden. Die Testflotte ist weltweit unterwegs, um die Prototypen fit für den harten Kundeneinsatz zu machen, denn fest steht eines: der Ineos Grenadier soll sich hinterher im echten Geländeeinsatz behaupten und nicht nur auf den Boulevards dieser Welt glänzen – im Gegenteil.

Dafür soll die Testflotten neben den üblichen virtuellen Erprobungen und der Martertour auf dem Prüfstand 1,8 Millionen echte Testkilometer zusammenfahren. Einer der Maßstäbe ist mit dem Schöckl auch der Hausberg von Magna Steyr, auf dem auch die Mercedes G-Klasse ab Mitte der 1970er Jahre das Klettern lernte.

Doch auch in einem Steinbruch nebst mittelprächtigem Geländeeinsatz zeigt einer der Prototypen bereits, was er kann. Lehmiger Untergrund, Wasserdurchfahrten, steile Abfahrten im rutschigen Geläuf und lockere Schotterbahn – das meistert das Vorserienmodell, ein knapp 250 PS starker Sechszylinderdiesel, Dank Bodenfreiheit und großer Rampen- sowie Böschungswinkel problemlos. Gerade die Fahrwerkabstimmung ist dafür, dass der Grenadier erst in mehr als einem Jahr auf den Markt kommen soll, schon recht weit. Damit kann man auch im Serienzustand arbeiten.

Optisch macht der Ineos Grenadier keinen Hehl daraus, dass er sich stark an seinem großen Vorbild, dem Land Rover Defender, orientiert. Die rundlichen Leuchten in LED-Technik wirklich etwas zu lieblich für einen kantig-kernigen Offroader, doch sonst unterstreicht der Grenadier seinen rustikalen Charme mit allzu bekannten Dreingaben. Im Innenraum geht es noch rustikaler zu als von außen. Gerade die Mittelkonsole lockt nicht nur die einem 12,3 Zoll großen Touchscreen, sondern bietet dem Auge mit seinen Kippschaltern und Drehregler ungewöhnliches. Pfiffig: Hilfsschalter sind eingebaut und bereits vorverkabelt, um die Ergänzung von Seilwinden, Arbeitsleuchten und anderem Zubehör zu erleichtern.

„Als wir mit den Planungen für den Innenraum des Grenadier begonnen haben, haben wir uns davon inspirieren lassen, wo die Schalter für eine optimale Nutzung in modernen Flugzeugen, Booten und sogar in Traktoren angeordnet sind: Die häufig Benötigten sind in direkter Griffweite, die anderen etwas weiter weg“, sagt Designleiter Toby Ecuyer, „der Grenadier befolgt das gleiche Grundprinzip. Das Layout ist funktional, logisch und bedienungsfreundlich konzipiert. Er ist ausgestattet mit allem, was notwendig ist – und mit sonst nichts.“

Was dem Ineos Grenadier fehlt, ist neben dem zentralen 12,3-Zoll-Bildschirm eine eigene Instrumenteneinheit für den Fahrer hinter dem Lenkrad. Hier gibt es nur ein paar Kontrollleuchten.

Genauso robust wie das Design muten die Materialien des Prototypen an. So bietet der Testwagen mit seinen strapazierfähigen Oberflächenmaterialien echte Offroadgefühle. Zudem offeriert der französische Brite mit dem österreichischen Technikdialekt im Innenraum einen gummierten Boden nebst Ablassstopfen und abwischbare Polster. Wenn es sein muss, kann der Innenraum mit Wasser ausgespritzt werden. Unter der Rücksitzbank gibt es ein Trockenlagerungsfach ergänzt von einer abschließbaren Ablagebox in der Mittelkonsole. Wer es strapazierfähigen Stoffstühle nicht will, kann auch edles Leder ordern.

Angetrieben wird der Ineos Grenadier zum Marktstart im kommenden Jahr von zwei allzu bekannten Triebwerken aus dem Hause BMW. Die beiden Reihensechszylinder, ein Diesel und ein Benziner, jeweils mit drei Litern Hubraum leisten 249 PS / 550 Nm (Diesel) sowie 285 PS / 450 Nm (Benziner), die ihre Leistung über eine Achtstufenautomatik aus dem Hause ZF an beide Achsen übertragen.

Um eine Version mit Plug-In-Hybridantrieb und eine Elektroversion wird der Ineos Grenadier mittelfristig jedoch nicht umhinkommen. Für das artgerechte Fortkommen abseits befestigter Straßen sorgt zudem eine Bodenfreiheit von knapp 26 Zentimetern, Sperren und eine Geländeuntersetzung. Auf Wunsch kann der Grenadier Anhänger bis 3,5 Tonnen an den Haken nehmen. In Sachen alternativen Antrieben hält sich Ineos etwas überraschend zurück. Die potenziellen Kunden interessieren sich kaum für alternative Antriebsvarianten, sondern hoffen – gerade in den USA – auf deutlich stärkerer Varianten mit weit mehr als 350 PS.

Preislich dürfe der Ineos Grenadier, der auch als Nutzfahrzeugvarianten angeboten werden wird, zwischen 55.000 und 60.000 Euro starten.

Stefan Grundhoff; press-inform

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