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Lamborghini Urus Performante. Leichter. Schneller.

Die Konkurrenz der Super-SUVs ist dem Urus in letzter Zeit auf die Pelle gerückt. Deswegen legt Lamborghini mit dem Performante jetzt nach. Allerdings ist der PS-Sprung nicht so groß, wie man erwartet. Die Italiener haben dem Crossover eine strikte Diät verordnet und das Fahrwerk dynamischer abgestimmt.

Lamborghini steckt eigentlich in einer Zwickmühle. Jedes Facelift eines Modells muss alles besser können als der Vorgänger. So will es das Selbstverständnis der italienischen Sportwagenmarke. Doch wie bringt man das hin, ohne die Kunden des noch aktuellen Modells zu verärgern. Als wenn das nicht schwierig genug wäre, gilt es bei Modellen wie dem SUV Urus noch die Befindlichkeiten der deutschen Konzernverwandtschaft aus Ingolstadt und Zuffenhausen zu beachten, deren Power-Crossovern sich die Technik mit dem Italiener teilen.

Bei einem Lamborghini geht der erste Blick beim Datenblatt immer zur Leistungsangabe. Der Vierliter-V8-Biturbomotor wuchtet jetzt 666 PS und ein maximales Drehmoment von 850 Newtonmetern auf die Kurbelwelle. Das sind 16 PS mehr bei identischem Drehmoment. Nicht gerade ein Wert, der die solvente Kundschaft dazu verleitet, die Hallen der Lamborghini-Händler zu stürmen, um sich einen neuen Urus zu holen.

Um das Attribut „Performante“ zu rechtfertigen, haben die italienischen Ingenieure die Kapitel Aerodynamik und Gewicht aus dem Dynamik-Lehrbuch genau studiert. Der überarbeitete Urus ist 47 Kilogramm leichter als bisher und der Luftwiderstand hat sich um zwei Prozent verringert, während der Abtrieb um 38 Punkte gestiegen ist. Jeder, der in diesem Hochleistungsbereich schon einmal versucht hat, ein Auto schneller und agiler zu machen, weiß, wie groß der Unterschied ist.

Das wirkt sich vor allem in den Kurven und beim Fahrverhalten aus. Auch auf dem Datenblatt ist die Verbesserung sichtbar – vor allem bei der Beschleunigung. Der Urus Performante erreicht aus dem Stand nach 3,3 Sekunden die 100-km/h-Marke und schafft 306 km/h. Das ist um 0,3 Sekunden und um ein km/h schneller als bisher. Ebenso wichtig ist, dass der 2.150 Kilogramm schwere Crossover bei 100 km/h nach nur 32,9 Metern steht.

„Wir haben viel Carbon verwendet, die Front nach unten gezogen und verlängert“, erklärt Designer Mitja Borkert, als er uns das Fahrzeug im Detail erklärt. Unter anderem sind das Dach, die Motorhaube und die Luftauslässe aus Carbon. Der Verbundstoff kommt auch extensiv in der Frontschürze zum Einsatz, wo er den Abtrieb erhöht. Optisch wird der Unterschied am Vorderwagen sofort deutlich, vor allem die größeren Lufteinlässe und die veränderte Anordnung der Flaps und sonstigen aerodynamischen Anbauteile. Das ebenfalls verlängerte Heck ziert jetzt ein zusätzlicher Gurney-Flap (sorgt für Downforce) und die Türgriffe sind schwarz. Eine Reminiszenz an die Sportwagen der 1980er-Jahre.

Fahrdynamisch hat sich ebenfalls einiges getan. Die Gewichtsverteilung ist 58 vorne zu 42 hinten. Das neu abgestimmte Stahlfahrwerk lässt die Karosserie zwei Zentimeter tiefer über den Asphalt flitzen. Diese Daten lassen ein strafferes Set-Up vermuten. Interessant ist auch die breitere Spur, die vorne von 1.695 Millimeter auf 1,711 mm und hinten von 1.710 mm auf 1.718 mm gewachsen ist. Deswegen bekommt der Urus auch neue Felgen, die auf Wunsch bis zu 23 Zoll groß sein können. Das Einlenkverhalten und die Stabilität bei Richtungswechseln dürfte sich verbessern, was ja etwas ist.

Um zu zeigen, was das Power-SUV kann, haben die Italiener einen getarnten Urus Performante beim legendären Pikes Peak-Rennen in Colorado durch 156 Kurven und mehr als 20 Kilometer den Berg hinaufgejagt und prompt mit 10:32,064 Minuten einen neuen Rekord für SUVs aufgestellt. Was den Triumph noch süßer macht, ist die Tatsache, dass die bisherige Bestzeit von 10:49,902 Minuten 2018 von einem Bentley Bentayga aufgestellt wurde.

Der Urus Performante hat vier Fahrmodi: Strada (Straße), Sport, Corsa (Rennstrecke) und Rallye. Der letztere ist neu und ist ein Spaß-Modus abseits befestigter Straßen. Der passende Sound dazu kommt aus der Akrapovic-Asupuffanlage. Diesem puristischen Grundgedanken passt sich auch das Cockpit an, das mit weniger Chrom auskommt als bisher. Der Urus Perfomante kommt Anfang nächst auf den Markt, der Preis beläuft sich auf 260.000 Euro.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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