Mercedes AMG EQE 53 SUV. Neuvorstellung.

Auch wenn die Aushängeschilder der elektrischen Mercedes-Familie an sich die Modelle EQS und EQS SUV sind, haben die Schwaben besonders große Erwartungen an den EQE SUV. Der Oberklasse-Crossover soll ein besonders breites Spektrum von Kunden ansprechen – bis hin zu echten Sportskanonen mit Lust auf Hochspannung.

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Der neue Mercedes EQE teilt sich zwei Schicksale mit seinem großen Bruder EQS. Auch diesem neuen Modell fehlt ohne Not ein spezifischer Name, denn nur der Anhang „SUV“ unterscheidet ihn von der EQE-Limousine. Wie schon der EQS SUV wirkt auch der Oberklasse-Crossover gefälliger als der normale Viertürer. Der Grund liegt im deutlich selbstbewussteren Auftreten mit souveräner Front und dem Verzicht auf das sanft auslaufende Aero-Heck.

Technisch ist der 4,86 Meter lange EQE SUV eng mit den EQS-Modellen sowie der EQE Limousine verwandt und auf einer gemeinsamen Elektroplattform unterwegs. Antriebe und Technik sind entsprechend, wodurch auch hier eine 215 kW / 292 PS starke Basisvariante mit Hinterradantrieb zu bekommen ist, die den Einstieg in die Oberklassewelt mit Stecker bietet. Deutlich interessanter dürften für die meisten Kunden der gleichstarke Allradler EQE 350 4matic und insbesondere der EQE 500 mit 300 kW / 408 PS / 858 Nm sein. 

Wenn das nicht reicht, locken die ambitionierten AMG-Versionen, die als 350 kW / 476 PS starker AMG EQE 43 und 505 kW / 687 PS starker AMG EQE 53 – jeweils mit obligatorischem Allradantrieb und bis zu 1.000 Nm maximalem Drehmoment verfügbar sind. Bei der stärkeren 53er-Version gibt es nicht nur bis zu 240 km/h Spitzengeschwindigkeit, sondern auch die beim EQS SUV schmerzlich vermisste Wankstabilisierung.

Serienmäßig bietet das Fahrwerk des Mercedes EQE SUV elektronische Dämpfer, das sich auf Wunsch um eine Luftfederung erweitern lässt. Die bringt nicht nur zusätzlichen Komfort für die Insassen, sondern variiert die Bodenfreiheit nach Gusto des Fahrers um bis zu drei Zentimeter. Ebenfalls auf Wunsch ist der Elektrocrossover mit einer Hinterachslenkung ausgestattet, die mit einem Lenkwinkel von bis zu zehn Grad den Wendekreis von 12,5 auf 10,7 Meter reduziert. 

Das 90,6 kWh große Batteriepaket im Unterboden realisiert je nach Version elektrische Reichweiten von bis zu 590 Kilometern, während die AMG-Versionen bis zu 480 Kilometer schaffen, ehe es an die nächste Ladesäule geht. Der Stromverbrauch liegt zwischen 17,7 und 22,7 kWh auf 100 Kilometern. Um den Verbrauch zu reduzieren, schaltet sich bei den Allradversionen die Vorderachse komplett ab, wenn die zusätzliche Traktion nicht benötigt wird.

Nachgeladen werden kann an einer Schnellladesäule mit maximal 170 Kilowatt, was den Akku nach 15 Minuten um 220 Kilometer erstarken lässt. Bei den AMG-Versionen sind es in der gleichen Zeit zumindest 170 Kilometer. Neben den verschiedenen Fahrprogrammen lässt sich wie bei den anderen EQ-Modellen von Mercedes die Rekuperation über Schaltpedale am Lenkrad bis hin zur maximalen Verzögerung des sogenannten One-Pedal-Gefühl einstellen. In diesem Fahrmodus wird das Bremspedal nur für starke Verzögerungen benötigt. Den Rest erledigt das Gaspedal.

Punkten will der Mercedes EQE SUV besonders durch seinen ebenso variablen wie komfortablen Innenraum. Durch den 3,03 Meter langen Radstand gibt es im Innern ein gutes Platzangebot für bis zu fünf Personen und speziell die Insassen der zweiten Reihe werden die Kopffreiheit zu schätzen wissen. Das Ladevolumen des Kofferraums beträgt zwischen 520 und 1.675 Liter während die Allradversionen Anhänger mit bis zu 1,8 Tonnen Gewicht ziehen können.

Im Innenraum bietet der Mercedes EQS das bekannte Bild mit bequemen Sitzen und auf Wunsch dem mächtigen Hyperscreen und dem Beifahrerdisplay, wodurch das Unterhaltungsprogramm während der Fahrt interessant wird. Ebenfalls optional lässt sich der Elektrocrossover mit zahlreichen Fahrerassistenzsystemen ausstatten. Updates werden per Funk aufgespielt und die Software bleibt so aktuell. Ungewöhnlich sind speziell einstellbare Fahrmodi für Fahranfänger oder den Parkservice.

Optisch unterscheiden sich die beiden AMG-Versionen durch andere 20-Zoll-Räder, eine eigenständige Frontmaske sowie die sportliche Innenausstattung von den zahmeren Brüdern. Aus Liebe zum Detail gibt es statt des Sterns auf der Motorhaube erstmals eine Plakette mit dem AMG-Signet.  

TEXT Stefan Grundhoff für WALTER

LESENSWERT.