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Steuergeräte ausgelesen. BMW M135i xDrive verbessert.

Der BMW M135i xDrive ist ein echter Bestseller, der den Wettstreit gegen den Erzrivalen Mercedes AMG A 35 4Matic gewonnen hat. Die Fans des bayerischen Kompaktsportlers kommen zum Großteil aus Europa: Rund 80 Prozent der Autos blieben auf dem Heimatkontinent. Vor allem die Autofahrer in Großbritannien, Deutschland und der Schweiz stellen sich einen potenten BMW 1er in die Garage.

Interessanterweise entscheiden sich 60 Prozent für das konventionelle Stahlfahrwerk und für nicht die Version mit den adaptiven Dämpfern. Damit dieser Eurofighter im Duell mit den Konkurrenten aus Stuttgart und Ingolstadt nicht mit stumpfen Waffen kämpft, schärfen die BMW-Techniker den Power-1er nach. Das trifft den Nerv der Kunden, die mit durchschnittlich 43 Jahren deutlich jünger sind als die anderen BMW-Käufer. „Wir haben die Steuergeräte ausgewertet und festgestellt, dass die Fahrer des BMW M135i xDrive ähnlich dynamisch unterwegs sind wie die des BMW M3“, erklärt Projektmanager Carsten Binder.

Der Motor bleibt mit 306 PS und einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmetern im Grunde unverändert. Bleibt das beliebte Stahlfahrwerk, um dem beliebten Alltagsrenner mehr Leben einzuhauchen. Besonderes Augenmerk haben die Münchner Querdynamik-Spezialisten auf die beiden Achsen des Stahlfahrwerks gerichtet. Die Ingenieure überarbeiteten die Quer- und Längslenkerlager (jetzt 15 Prozent steifer) und erhöhten vorne den Sturz der Räder um zwei Grad. Bei einer Achslastverteilung 59 (vorne) zu 41 (hinten) verbessert dieser Kunstgriff das Einlenkverhalten deutlich. Der Asphalttanz bestätigt die gelungene Umsetzung. Der BMW M135i saugt sich förmlich in den Radius einer Kurve. Dass der Vierzylinder-Motor deutlich weniger wiegt als ein Aggregat mit sechs Töpfen, ist auch nicht unbedingt von Nachteil.

Damit ist der Querdynamik-Spaß aber noch lange nicht vorbei. Schließlich gilt es noch einen Scheitelpunkt anzuvisieren und dann sauber herauszubeschleunigen. Auch diese beiden Teile einer dynamischen Kurvenfahrt absolviert der flinke Münchner mit Bravour, ohne dabei die radikale Kompromisslosigkeit eines BMW M2 zu zeigen. Das ist auch so gewollt. Der Allradantrieb favorisiert bei Bedarf die Hinterachse etwas mehr, als das bisher der Fall war. Maximal gehen 50 Prozent der Antriebskraft nach hinten, schließlich spielt beim BMW 1er grundsätzlich die Vorderachse die Hauptrolle. Der M135i kaschiert diesen Umstand ziemlich erfolgreich. Der 1.525 Kilogramm schwere Kompaktsportler bleibt lange neutral mit einem Heck, das den Fahrer freundlich zum Carven ermuntert.

Die präzise Lenkung hilft beim Zirkeln, nervt nicht mit zu großen Rückstellkräften, könnte aber etwas auskunftsfreudiger sein. Dass diese Kurvengier nicht mit beinharten Federn und Dämpfern bezahlt wird, ist ebenso wichtig wie die Agilität. Schließlich geht es mit dem BMW M135i xDrive nicht nur auf die Rennstrecke, sondern auch auf die Autobahn zur Sache. Dass der kernige Bayer keine Sänfte ist, dürfte jedem klar sein. Aber das neu abgestimmte Stahlfahrwerk steckt kurz aufeinanderfolgende Querfugen genauso geschmeidig weg wie lange Wellen. Die guten 19-Zoll-Reifen machen diese Aufgabe noch herausfordernder. Dass der Vierzylindermotor im Sport-Fahrmodus dumpfe Salven abfeuert, sobald man vom Gas geht beziehungsweise herunterschaltet, ist nicht jedermanns Sache. Das Individual-Konfigurationsmenü schafft Abhilfe: Einfach bei Motor den Punkt Komfort anwählen und schon ist der akustische Hoppla-Jetzt-Komme-Ich-Modus deaktiviert.

Das Triebwerk klingt dennoch angenehm satt, bleibt unverändert bissig und schiebt den BMW M135i xDrive in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo und weiter bis 250 km/h. Im Durchschnitt fließen laut BMW 7,8 l/100 Kilometer (WLTP) durch die Brennräume. Dass dieser Wert beim Spaßfahren überboten wird, ist keine Überraschung. Mit einem Grundpreis von 53.650 Euro ist der BMW 135 xDrive teurer als der Mercedes-AMG A35 4Matic und Audi S3 Sportback.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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