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Mercedes C-Klasse. W 206.

Die neue Mercedes C-Klasse soll luxuriös und sportlich zugleich sein. Gleichzeitig mutiert das Mittelklasse-Modell zur Mini-S-Klasse inklusive Hinterachslenkung, Hybridisierung, digitalem Cockpit und großem Head-Up-Display.

Was war das für ein Aufschrei, als 1982 der Mercedes W201 das Licht der Welt erblickte. Die Traditionalisten rümpften die Nase und der Spitzname „Baby Benz“ für den Mercedes 190, der gegen Konkurrenten wie den BMW 3er antrat, war noch die freundlichste Bezeichnung. Dass sich die schwäbischen Manager nicht ganz wohl in ihrer Haut fühlten, zeigt die Tatsache, dass der Wagen keine Klasse, sondern eben der 190 war. Ganz wollte man die eingeschworene Kundschaft wohl nicht verprellen.

Wichtiges Modell für Mercedes

Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute ist das Mittelklasse-Modell die C-Klasse und das Brot- und Butter-Auto des schwäbischen Herstellers. Von der aktuellen Generation hat die Sternen Marke über 2,5 Millionen Einheiten verkauft. Wenn man sich vor Augen hält, dass seit 1982 gut 10,5 Millionen dieses Wagentyps an den Mann gebracht wurden, sieht man, dass es ohne die C-Klasse in Stuttgart-Untertürkheim düster wird. Der wichtigste Markt für den Mittelklasse-Mercedes ist China und in Deutschland sind zwei von drei C-Klassen Kombis – sprich ein T-Modell.

Um diesen Erfolg fortzusetzen, haben die Daimler-Verantwortlichen bei der C-Klasse der Baureihe W 206 mit der großen Kelle viel bei der neuen S-Klasse abgeschöpft. „Wir interpretieren den Innenraum sportlich“, erzählt Designer Carsten Ertelt. Also fühlt man sich beim Einsteigen in die C-Klasse sofort an den Vorzeige-Mercedes erinnert.

Allerdings ist das 12,3 Zoll große virtuelle Cockpit mit dem zentralen 11,9 Zoll großen Tablet-Touchscreen um sechs Grad zum Fahrer geneigt und das Head-Up-Display, das die Informationen scheinbar auf die Straße projiziert, nicht ganz so riesig ist wie bei der neuen S-Klasse. Ein gewisser Respektabstand muss dann doch noch bleiben. Deswegen bekommt die C-Klasse auch nicht das Cockpit mit 3D-Display, sondern lediglich eine ähnliche Darstellung.

Apropos Abstand. Die C-Klasse hat zugelegt. Die Limousine ist jetzt 4,75 Meter lang (plus 6,5 Zentimeter) und hat einen um 2,5 Zentimeter längeren Radstand. Die Fahrgastzelle ist nach hinten gerückt und hat eine coupéhafte Silhouette, dazu kommen die großen Lufteinlässe und die deutlich sichtbaren drei Falze auf der Motorhaube, auf der der aufrechte thronende Stern fehlt. Mission erfüllt: Sportlich steht sie da, die C-Klasse. Optische Dynamik geht nicht selten auf Kosten der Bequemlichkeit.

Nicht bei der neuen C-Klasse. Egal ob vorne oder hinten – Platz ist mehr als genug. Lediglich die Fondtüren könnten ein bisschen weiter aufschwingen. Die C-Klasse soll nicht nur vom Interieur-Design eine kleine S-Klasse sein. Es geht betont edel zu. Chrom, Ambiente -Beleuchtung und schicke Stoffe. „Wir wollen die Leute beim Luxus wegblasen“, sagt Carsten Ertelt freimütig.

Dank der Hinterachslenkung, bei der die Räder mit maximal 2,5 Grad einschlagen, soll sich der Wendekreis um rund 60 Zentimeter verringern. Bei den Motoren ist zunächst Schmalhans Küchenmeister. Sechszylinder sind Fehlanzeige. Immerhin haben alle Aggregate einen integrierten Starter-Generator (ISG), der als Mildhybrid mit 15 kW /20 PS Leistung und 200 Newtonmetern Extra-Drehmoment das Turboloch stopfen soll.

Der C 160 ist Geschichte, der Einstieg beginnt mit dem 125 kW /170 PS starken C 180. Ebenfalls 1,5 Liter hat der C 200 mit 150 kW / 204 PS, den es ebenso wie den C 300 optional mit Allradantrieb gibt. Diese vorläufige Top-Motorisierung hat zwei Liter Hubraum und leistet 190 kW / 250 PS. Wer auf AMG-Versionen mit sechs Töpfen hofft, wird maßlos enttäuscht. Auch bei den Kraftmeiern aus Affalterbach gibt es nur noch vier Brennkammern.

Von der E-Klasse kommt ebenfalls der OM 654 M-Diesel ebenfalls mit vier Töpfen, ISG-Generator und zwei Litern Hubraum. Die Basisversion C 200 d hat 120 kW / 163 PS, darüber rangieren der C 220 d mit 147 kW / 200 PS und der C 300 d mit 195 kW / 265 PS. Auch diese beiden stärkeren Varianten können mit 4Matic geordert werden.

Geschaltet wird nur noch mit der hauseigenen Neungangautomatik. Bleiben noch die Plug-in-Hybridversion, die es jeweils mit einem Diesel- und einem Benziner-Triebwerk kombiniert. Zusammen mit dem 150 kW / 204 PS Benziner schafft das 95 kW / 129 PS E-Aggregat eine Systemleistung von 230 kW / 313 PS und ein maximales Drehmoment 550 Nm. Beim Diesel sind es auf der Verbrennungsmotorseite 147 kW / 200 PS.

Die elektrische Komponente des PHEV-Moduls kennt man aus anderen Mercedes-Modellen und die Batterie hat eine Kapazität von 25,4 Kilowattstunden, was nominell für eine Reichweite von maximal 100 Kilometern reichen soll. Für die Fahrer des beliebten T-Modells gibt es eine gute Nachricht: Die nervige Erhöhung im Kofferraum aufgrund der verbauten Batterie wird es in Zukunft nicht mehr geben. Limousine und T-Modell stehen ab Sommer beim Händler, die Preise dürften so bei 40.000 Euro starten.

TEXT Wolfgang Gomoll; press-inform

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