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Ford Escort RS und XR3i. Es lebe der Sport!

Ford und Sportlichkeit – diese verlockende Symbiose gab es seit den späten 1960er Jahren gerade beim kompakten Escort. Die Modelle mit Logos wie RS oder XR3i begeisterten die Fans mehr als die GTI-Jünger der Golf.

Motorsport und Ford – das gehörte jahrzehntelang fest miteinander verbunden zusammen. Der Autobauer aus Dearborn und sein europäischer Ableger aus Köln hatte sich aus England heraus gesteuert fest dem dynamischen Wettbewerbsvortrieb verschrieben. Es ging dabei nicht allein über Monoposti und große Rennserien, sondern insbesondere auch um den so beliebten Tourenwagen- und Rallyesport. Hier machte sich gerade der kompakte Escort einen Namen. Und weil die Erfolge nachhaltig andauerten, galt es das sportliche Image einst auch in erfolgreiche Serienfahrzeuge zu bringen. Der Kunde konnte sich so ein entsprechendes Stück vom Imagekuchen abschneiden und das nur allzu gern mit sportlichen Modellen wie dem Ford Escort RS 2000 oder einem XR3i. 

Die erste offizielle Sportversion des Escort war der Escort TC, dessen auf einer Lotus-Entwicklung basierender Twin Cam-Motor bereits im Jahre 1968 zwei Nockenwellen besaß. Aus Platzgründen musste er leicht geneigt installiert werden, leistete dafür aber üppige 109 PS – aus denen sich im Renntrimm 175 PS machen ließen. 

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Doch der TC-Vierzylinder erwies sich als anfällig und wartungsintensiv, darum kombinierten die Techniker von Ford Motorsport in Boreham den robusten Kent-Block mit einem Vierventil-Zylinderkopf von Cosworth: Fertig war der Escort RS 1600 mit dem BDA-Aggregat, 115 PS stark, immerhin 180 km/h schnell und allein in England angeboten. 

Die erste wirklich heiße Sportversion außerhalb Englands, jedoch mit betont britischem Einschlag, war der Ford Escort RS 2000 der Hundeknochengeneration, 1973 erstmals vorgestellt. Der zwei Liter große Sportmotor mit seinen 100 PS und knapp 150 Nm sorgte angesichts von 900 Kilogramm Leergewicht für gute Fahrleistungen. Die zweitürige Kompaktlimouine mit Rallyegenen war rund 180 km/h schnell und sorgte mit seinem Hinterradantrieb nicht allein im Rennsportbetrieb für imposante Drifts.

Der Nachfolger mit neuer Karosserie und unverändertem Hinterradantrieb bekam durch größere Ventile, Doppelvergaser und geänderten Auspuffkrümmer eine Leistungssteigerung auf 132 PS. Mit Hinterachssperre, Breitreifen und bis zu 260 PS war der Escort RS 2000 in der Rallyeszene eine feste Größe. Kein Wunder, dass Auto und Motor viele zum Tuning ermutigten, aus dem zwei Liter großen Saugmotor deutlich mehr als die normalen 132 PS herauszuholen.

Ford Escort XR3 1981
Ford Escort XR3i

Deutlich mehr ins Volumen ging es ab 1981 als Ford die erste moderne Fahrzeuggeneration mit Quermotor und Vorderradantrieb präsentierte. Das Design mit Fließheck läutete für die Kölner ein neues Zeitalter ein. Auf den Rückenwind durch eine betont sportliche Positionierung sollte jedoch nicht verzichtet werden. Gerade um dem zunehmend beliebten VW Golf GTI einen direkten Wettbewerber entgegenzustellen. So wurde der Ford Escort XR3 – zunächst ohne Einspritzanlage vorgestellt, der mit seinem 96 PS starken Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum jedoch überraschend deutlich hinter seinem Vorbild aus Wolfsburg zurückblieb. Das sportliche Topmodell war wie sein Gegenüber aus Wolfsburg als dreitürige Limousine und als Cabriolet mit Überrollbügel zu bekommen. 

Das Sondermodell des Ford Escort RS 1600i (115 PS) mit einer K-Jetronic-Einspitzanlage von Bosch läutet das Ende der sportlichen Vergasermodelle ein, denn diese hielt – kombiniert mit einer leicht geänderten Nockenwelle im Jahre 1982 auch Einzug in den Escort XR3i, der dann immerhin 105 PS leistete. 

Ford Escort III RS Turbo ab 1984
Ford Escort RS Turbo (ab 1984)

Heute begehrter denn je ist das Topmodell des Ford Escort RS Turbo, der zwei Jahre später zum Ende der Baureihe seine Premiere feierte. Von Ausnahmen abgesehen allein in weiß-uni zu bekommen und auf 5.000 Exemplare beschränkt wurde bei dem 1,6 Liter großen Einspritzmotor die Verdichtung leicht gesenkt und ein Turbolader von Garrett aufgesetzt, der die Leistung auf jene 132 PS erhöhte, die auch einst der RS 2000 bot. Seine Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h. Optisch unterschied sich die vom Motorsport abgeleitete Variante nicht nur durch seine Lackierung, sondern auch Spoiler, Schweller, Sportsitzen und Breitreifen von den zahmeren XR3i-Versionen. 

Das Angebot der beiden Sportmodelle blieb in der ab 1986 angebotenen vierten Escort-Generation, mehr eine Modellpflege, denn wirklich ein neues Fahrzeug, erhalten. Der an sich 105 PS starke Ford Escort XR3i war mittlerweile jedoch auch mit einem geregelten Katalysator zu bekommen, der die Leistung jedoch nennenswert auf 90 PS reduzierte und dem vermeintlichen Sportmodelle viel seiner Dynamik nahm. Erst zum Ende des Modellzyklus wurde die 105 PS starke Variante ohne Katalysator von einer Version mit geregeltem Dreiwege-Kat ersetzt, die zumindest 102 PS leistete. 

Mehr Schub gab es erst beim ab 1991 angebotenen Nachfolger, der einen 1,8 Liter großen 16-Ventil-Vierzylinder bekam, der als Escort XR3i 16v wahlweise 105 oder 130 PS leistete. Der RS 2000 bekam den Achtventil-Motor des Ford Sierra und brachte 150 PS an die Hinterachse. Der Escort RS 2000 trat mit einem zwei Liter großen Vierventilmotor an, der bis zu 208 km/h schnell war. Deutlich mehr Dampf hatte der Ford Escort RS Cosworth, der seine imposanten 220 PS sogar an beide Antriebsachsen leitete und technisch eher ein verkürzter Ford Sierra 4×4 mit längs eingebautem Vierzylinder war, der nicht allein durch sein gewaltiges Flügelwerk im Straßenbild auffiel.

TEXT Stefan Grundhoff

LESENSWERT.
WALTER.