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Bugatti W16 Mistral. Der letzte 16-Zylinder.

Der Bugatti W16 Mistral ist ganz besonderer Roadster. Das letzte Modell mit dem legendären W16-Motor schafft dank 1.600 PS maximal 420 km/h. Beeindruckend. Nur beim Namen haben die französischen Marketingspezialisten danebengegriffen.

Mit diesem Auto geht eine Ära zu Ende. Der Bugatti W16 Mistral wird der letzte mit dem mächtigen W16-Motor sein. Sogar Ursula Piech hat in Molsheim vorbeigeschaut, als das finale W-16 Modell intern präsentiert wurde, war es doch ihr 2019 verstorbener Ehemann Ferdinand Piech, der das 16-Zylinder-Triebwerk mit seiner ganzen Autorität durchgesetzt hat. „Da wurde es schon emotional“, erzählt Chefdesigner Achim Anscheidt und ergänzt: „Ohne diesen Motor wäre Bugatti nicht Bugatti.“

Seit der VW-Patriarch nicht mehr die Hand über die Edel-Sportwagenmarke hält, hat sich viel verändert. Mate Rimac hat jetzt das Sagen mit Porsche als Juniorpartner.

„Es zeigt die Weitsicht von Mate Rimac, dass er sich auf Bugatti und die W16-Motoren eingelassen hat und nicht einfach alles sofort auf Links gedreht hat“, schwärmt Chefdesigner Achim Anscheidt. Doch bei einer Sache hätte der Kroate definitiv sein Veto einlegen müssen. Beim Namen Mistral. In den 1960ern hat Maserati einen Sportwagen mit eben dieser Bezeichnung produziert. Wer Mistral und Automobil sagt, meint Maserati. Da hilft es auch nichts, dass die Bugatti-Verantwortlichen immer wieder betonen, dass die Namensrechte abgelaufen seien und das Auto ja Bugatti W16 Mistral heißt. Wie man es dreht und wendet: Diese Fahrmaschine hätte einen anderen Namen verdient, nicht einen italo-französischen Verbalaufguss.

Der Roadster ist ein ganz besonderer Bolide, der auch mit der Formensprache der unmittelbaren Vorgänger bricht und deutlich kantiger daherkommt. „Um den Charakter des W16 Mistral zu unterstreichen, haben wir die Frontpartie neu gestaltet. Ähnlich wie bei unseren exklusiven Modellen wie den Divo und den La Voiture Noire sind die Linien vertikaler“, erklärt Achim Anscheidt. Die Lichtsignatur mit den vier Streifen ist ein subtiler Hinweis auf den Allradantrieb. Anders würde die brachiale Kraft des Roadsters gar nicht auf die Straße kommen.

Die Aerodynamik ist extrem ausgefeilt, ohne der Formsprache zu sehr ihren Stempel aufzudrücken. Die Air Curtains sind in die Scheinwerfer integriert und die oberen Einlässe beschleunigen die Luft. Die in das Auto integrierten Kanäle und Leitbleche sorgen für Kühlung der hochgezüchteten Maschine und generieren auch Anpressdruck. Ganz besonders stolz sind die Designer auf die Windschutzscheibe. Die ist halbrund geformt und bildet gemeinsam mit den versenkbaren Seitenscheiben ein futuristisches Visier. „Diese halbrunde Linie ist die wichtigste des Autos“, sagt der Chefdesigner. Das Heck mit dem aktiven Flügel zitiert bei der Lichtsignatur eines X. Star Wars lässt grüßen. Durch das aufwendige LED-Spektakel werden die Ölkühler und der mächtige Diffusor kaschiert.

Die Technik und das Interieur stammen vom Chiron Super Sport, aber diesen einfach aufzuschneiden, wäre kein würdiger Abschluss der 16-Zylinder-Ära. Also katapultiert das 1.600 PS Achtliter-Triebwerk die Oben-Ohne-Rakete auf 420 km/h. Den Orkan, der bei diesem Höllentempo in der offenen Fahrgastzelle des Windbräutigams tobt, ist sicher beeindruckend. Auf die Frage, warum man nicht ein 1.700-PS-Schlusspunkt gesetzt habe, findet Achim Anscheidt eine einleuchtende Antwort. „Haben Sie sich mal die Turbolader angeschaut, die sind so groß wie Schiffsschrauben. Das Motorenkonzept ist schon ziemlich ausgereizt.“

Wer ein derart besonderes Auto will, muss auch dementsprechend viel Geld hinlegen. Der Bugatti W16 Mistral kostet 5,95 Millionen Euro und alle 99 Exemplare sind bereits verkauft. Die glücklichen Sammler reiben sich schon die Hände. Aber nicht alle Mistral werden in Garagen verschwinden. Die Produktionsformel lautet 99 plus eins. „Diesen einen behalten wir“, schmunzelt Achim Anscheidt. Und was ist, wenn es einmal regnet. Da hilft ein Not-Stoffdach. Das schützt immerhin vor Regen und kann im Kofferraum vorne verstaut werden.

Dass es mit Bugatti elektrisch weitergeht, ist kein Geheimnis. „Der Nachfolger wird ein Hybrid-Supersportwagen, aber kein LaFerrari und kein Porsche 918. Solche Konzepte werden nicht reichen“, erzählt Achim Anscheidt. Der Bugatti W16 Mistral hat die Leistungslatte schon ziemlich hochgelegt.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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