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Der Jeep Wagoneer kehrt zurück. Auch nach Europa.

In Europa ist der Wagoneer weitgehend unbekannt, doch in Nordamerika ist das Topmodell aus dem Hause Jeep seit den 1960er Jahren eine große Nummer. Grund genug für den Stellantis Konzern, den Wagoneer wieder aufleben zu lassen, um im Konzert der Premiummarken mitzuspielen. Ab 2025 auch bei uns.

Wer an den große Jeep Geländewagen, Crossover oder SUV denkt, dem kommt zunächst der Grand Cherokee in den Sinn. Einige erinnern sich noch an den Commander, der vor einer Dekade neue Verkaufsgruppen in oberen Segmenten erschließen sollte. Doch der Commander floppte und im Konzert der immer wichtiger werdenden Luxus-Geländewagen reicht der Grand Cherokee selbst dann nicht mehr, als man ihn vor zwei Jahren mit verlängertem Radstand ins Portfolio aufnahm. Was läge näher, als as einstige Aushängeschild Wagoneer neu zu beleben? 

Im Laufe der Jahrzehnte wurde der große Bruder des Grand Cherokee ein moderner Hightech-Geländekreuzer, der sich gegenüber BMW X7, Mercedes GLS, Range Rover oder Cadillac Escalade nicht verstecken muss. Verschwunden sind dagegen die einstigen Holzbeplankungen, die dem Grand Wagoneer den Charme eines alten Woodies gaben. Aktuell gibt es den Wagoneer nur in Nordamerika, doch ab 2025 ist er auch für Europa eingeplant, um die deutsche Premiumkonkurrenz zu ärgern.

Eingeführt im Jahre 1962, war der Wagoneer das erste Fahrzeug mit Vierradantrieb und Automatikgetriebe und somit der Pionier eines heutigen SUV. Der Grand Wagoneer markierte zwei Jahrzehnte später 1984 in den USA den Start ins Zeitalter luxuriöser Geländewagen, indem er seinen Kunden eine exklusive Ausstattung mit elektrischen Ledersitzen, Klimaanlage und Soundsystem bot, die lange Strecken entspannter denn je werden ließ. 

Selbstbewusste Preise

Luxuriös ist der Wagoneer immer und so hält sich auch der Antrieb nicht zurück. Was die Positionierung auf dem Heimatmarkt anbelangt, zeigt sich die Stellantis-Marke dabei ungewöhnlich selbstbewusst. Mit einem Einstiegspreis von rund 63.000 Dollar ist ein Wagoneer aktuell beinahe doppelt so teuer wie ein Grand Cherokee, der bei 35.000 Dollar startet. Gleiches gilt für die Version mit langem Radstand, denn der Wagoneer L beginnt bei knapp 93.000 Dollar, während es beim Grand Wagoneer für unter 43.000 Dollar auf Kundenfang geht.

Anders als vor einigen Jahrzehnten ist das Aushängeschild im Antriebsportfolio ein drei Liter große Reihensechszylindermotor mit doppelter Turboaufladung, der 420 PS und 636 Nm maximales Drehmoment leistet. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt nicht nur ein ansehnliches Verbrenneraggregat modernster Bauart, sondern auch eine Plakette, die belegt, dass der Wagoneer in Warren / Michigan produziert wird.

Nur noch in Auslaufmodellen wird der einst so imageträchtige 5,7-Liter-V8 angeboten, doch der liegt in Sachen Leistung mit 392 PS hinter dem neu entwickelten Reihensechszylinder. Darüber rangiert noch der Grand Wagoneer mit seinem rund 480 PS starken 6,4-Liter-V8-Aggregat. Der Standardsechszylinder ist ebenso laufruhig wie kraftvoll, um den mehr als 2,6 Tonnen schweren Allradler souverän antreiben zu können. Einen Achtzylinder vermisst abgesehen vom sonor brabbelnden Sound niemand. 

Gemütlicher Cruiser

Aus dem Stand geht es in knapp sieben Sekunden auf Tempo 100; ebenso wenig beeindruckend wie die Tempo 180 km/h, die die Version aufgrund der US-Reifen maximal fahren darf. Der Motor selbst würde die Neuauflage auf deutlich über 220 km/h beschleunigen. Der in Aussicht gestellte Normverbrauch: knapp 13 Liter auf 100 Kilometern. Mit dem 100-Liter-Tank sind 600 Kilometer bis zum nächsten Tankstopp drin.

Das Fahrwerk mit den serienmäßigen 20-Zöllern im Format 275 / 55 ist komfortabel – so kommod, wie man es von einem Luxusmodell dieser Liga erwarten darf, um gerade den seit Jahren so erfolgreichen Cadillac Escalade anzugreifen. Auf Wunsch gibt es nicht nur eines von drei unterschiedlichen Allradsystemen, sondern auch eine Luftfederung, mit der sich die Bodenfreiheit variabel justieren lässt. Dabei ist die Abstimmung nicht zu weich oder der tonnenschwere Koloss gerät allzu sehr in Wanken, wenn man auf Landstraßen flotter unterwegs ist. 

Die Lenkung könnte zwar direkter sein, passt jedoch gut zum entspannten Charakter des Sechssitzers, der durch die gute Abstimmung von Reihensechszylinder und Achtstufenautomatik sich jedoch so lässig fährt, wie man es sich in dieser Topliga wünscht. Das gilt auch für das geringe Geräuschniveau, denn auch bei höheren Geschwindigkeiten von über 150 km/h mimt der Koloss den lässigen Cruiser und entspannt seine Insassen so mehr denn je.

Dabei ist der Wagoneer ein echter Jeep, denn abgesehen von dem besonders günstigen Einstiegsmodell mit wenig standesgemäßem Hinterradantrieb bietet er nicht nur drei 4×4-Versionen und eine stattliche Bodenfreiheit, die er mit elektrisch ausfahrbaren Trittbrettern im Stand gekonnt ausgleicht, sondern auch mit einem Technikpaket, die einem mit seinen fein abgestimmten Fahrprogrammen auch im Gelände alle Möglichkeiten lässt. 

Der Luxus im Innenraum des 5,45 Meter langen Amerikaners ist eindrucksvoll – insbesondere für ein US-Modell ohne Cadillac-Label. Über ein Meter Bildschirmlänge erstreckt sich über die Breite der Armaturentafel: Allein 31 Zentimeter misst das animierte Fahrerinformations-Display hinter dem Lenkrad, ebenso groß ist der Touchscreen in der Mittelkonsole, der als Hauptmonitor fungiert – kombiniert mit einem horizontal angebrachten 26 Zentimeter großen Touchscreen darunter. Zusätzlich versorgt ein ebenso großer Touchscreen den Beifahrer. 

Die Passagiere in der zweiten Reihe haben immerhin noch mächtige 76 Zentimeter Displays zur Verfügung – darunter ein 26 Zentimeter großer Monitor in der Mittelkonsole zwischen den sehr bequemen Einzelsitzen, die sich jedoch im Fond nur manuell bedienen lassen. Jeder Passagier der zweiten Sitzreihe hat zudem seinen eigenen 26 Zentimeter großen Infotainment- Touchscreen. Dazu gibt es klimatisierte und elektrisch verstellbare Komfortsessel vorn aus Leder, nachhaltige Materialien im Innern und eine überaus sehenswerte Verarbeitung. 

Wem das Platzangebot nicht reichen sollte, der kann sich für die Version mit langem Radstand (plus 18 cm) entscheiden; dann wird es noch üppiger. Doch die 3,12 Meter Radstand der Normalversion sollten die meisten Kunden selbst mit größerem Familienanschluss zufriedenstellen. Das gilt auch für den Laderaum, denn hinter den beiden Sitzen der dritten Reihe gibt es noch immer 775 Liter Volumen. Klappt man diese um und macht den Wagoneer zum üppig dimensionierten Viersitzer, bietet dieser mit knapp über 2.000 Liter mehr als jeder europäische Großkombi und eine ebene Ladefläche.

TEXT Stefan Grundhoff

LESENSWERT.
WALTER.