Die Geschichte beginnt eher zufällig. Hiroshi Fujiwara, Gründer des japanischen Labels Fragment Design und eine der prägenden Figuren der Streetwear-Szene, entdeckte während der Milan Design Week die BRABUS Urban E. Das Motorrad gefiel ihm so gut, dass daraus die Idee einer gemeinsamen Edition entstand. Fujiwara beschreibt seine Arbeitsweise dabei ziemlich eindeutig: Er entwerfe nicht danach, was der Markt wolle, sondern Dinge, die er selbst gerne benutzen würde.
Schwarz, Weiß und sehr viel Carbon
Das Ergebnis trägt die typische Fragment-Zurückhaltung. Schwarze Karosserieteile und Sicht-Carbon bilden die Basis, dazu kommen gezielt gesetzte weiße Elemente: Carbon-Radabdeckungen, Bremssättel und ein weißer BRABUS-Masterpiece-Sitz mit Shell-Steppung. Hinter dem Sitz sitzt ein transluzentes LED-Rücklicht, in dessen Lichtarchitektur das Fragment-Logo integriert wurde.
Auch technisch bleibt das Motorrad ungewöhnlich. Die Frontmaske trägt ein beleuchtetes BRABUS-Logo und beherbergt gleichzeitig den Ladeanschluss. Zahlreiche Verkleidungsteile bestehen aus Sicht-Carbon, darunter Kotflügel, Bugspoiler, Motorabdeckungen und hintere Winglets. Vor dem Sitz befindet sich ein Staufach für das Ladekabel.
37 PS, 475 Nm und fünf Fahrmodi
Der Elektroantrieb stammt von DAB Motors und leistet 37 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 475 Nm, die Höchstgeschwindigkeit bei 120 km/h. Eine 72-Volt-Lithium-Ionen-Batterie ermöglicht bis zu 150 Kilometer Reichweite. Die Kraft gelangt über einen Carbonriemen ans Hinterrad.
Fünf Fahrmodi stehen zur Wahl: Eco, Street, Sport, Nitrous und Rückwärts. Im Eco-Modus wird die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h begrenzt. Der sogenannte Nitrous-Modus stellt dagegen für bis zu zehn Sekunden die maximale Leistung zur Verfügung. Geladen wird an einer normalen 220-Volt-Steckdose. Von 20 auf 100 Prozent benötigt die Batterie rund drei Stunden, eine vollständige Ladung etwa dreieinhalb bis vier Stunden.
Beim Fahrwerk kommen vorne eine einstellbare 46-Millimeter-Upside-down-Gabel und hinten ein CNC-gefrästes Federbein zum Einsatz. Gebremst wird mit Brembo-Komponenten und Zweikreis-ABS.
Zehn Motorräder für jeweils 53.550 Euro
Weltweit entstehen lediglich zehn Exemplare. Der Preis liegt in Deutschland bei 53.550 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Damit kostet die Fragment Edition deutlich mehr als ein gewöhnliches Elektromotorrad und positioniert sich entsprechend eher als Sammlerobjekt.
Zur Edition gehört außerdem eine gemeinsam entwickelte Capsule Collection mit Lederhandschuhen, Fahrerjacke und Fleece-Zip-Hoodie. Präsentiert wird das Motorrad auf der ComplexCon 2026 in Los Angeles, die am 3. und 4. Oktober ihr zehnjähriges Jubiläum feiert.
Die spannendere Frage ist deshalb weniger, ob 37 PS für ein Motorrad dieser Preisklasse reichen. Sondern ob zehn Sammler genau diese Mischung aus BRABUS, Fragment und DAB Motors so attraktiv finden, dass der Preis am Ende nebensächlich wird.