Im kommenden Jahr bringt Bentley mit einem kleinen Bruder des Bentayga sein erstes Elektromodell auf den Markt – mit deutlicher Verspätung zu so manchem Konkurrenten. Die Konzeptstudie des EXP 15 zeigt mit imposanten Formen und dem neuen Markensignet zwar die elektrische Bentley-Zukunft auf; ist in erster Linie jedoch ein Ausrufezeichen hinter dem neuen Designcenter der elitären Briten.
Der über fünf Meter lange EXP 15 soll abgesehen vom Elektroantrieb an das spektakuläre Speed Six Gurney Nutting Sportsman Coupé von 1930 erinnern, das Bentley-Fans zumeist als „Blue Train“ bezeichnen. Einer der bekanntesten Bentleys ist untrennbar mit dem Rennen zwischen Woolf Barnato, ehemaliger Vorstandsvorsitzender, und dem Luxus-Expresszug „Le Train Bleu“ von Cannes nach Calais verbunden, der in London ankam, bevor der Zug überhaupt Calais erreicht hatte. So gibt der EXP 15 deutliche Anleihen an zukünftige Bentley-Modelle, die ab 2026 eben auch rein elektrisch angeboten werden, nachdem die W12-Triebwerke jüngst von V8-Plug-in-Hybriden ersetzt wurden.
Anzunehmen, dass der Ansatz von drei Türen und drei Sitzen im exklusiven Innenraum kaum den Sprung in ein Serienmodell aus Crewe schaffen dürfte. „Das Schöne an einem Konzeptfahrzeug ist nicht nur, dass es unsere neue Designsprache positioniert, sondern auch, dass es zeigt, wohin sich der Markt entwickelt. Es ist klar, dass SUVs ein wachsendes Segment sind, und wir kennen den GT-Markt – durch vier Generationen des Continental GT – aber das schwierigste Segment ist die Limousine, weil sie sich verändert“, erläutert Bentley-Chefdesigner Robin Page.
Bietet der EXP 15 auf der Fahrerseite nur einen Einstieg, so gibt es gegenüber zwei Türen und ein sich partiell öffnendes Panoramadach, um einen bequemen Ein- und Ausstieg zu ermöglichen. Der luxuriöse Beifahrersitz lässt sich um 45 Grad nach außen drehen oder der Beifahrer entspannt mit Normal- oder Relax-Modus. Wer will, kann die Fußraum-Fußstützen in den Boden klappen, um den Raum für kleine Gegenstände zu nutzen, ohne den Kofferraum öffnen zu müssen. Einmal schauen, welche Designelemente es in die kommenden Bentleys schaffen.
TEXT Patrick Solberg