Porsche Mission S. Über dem Elfer ist noch Platz.

Porsche zeigt mit dem Mission S einen ersten Ausblick auf einen neuen Supersportwagen oberhalb des 911. Die Studie erinnert an den 550 Spyder, den GT1 und den 959, verzichtet im Innenraum weitgehend auf große Bildschirme und bringt sogar den analogen Drehzahlmesser zurück. Wichtiger noch: Porsche kündigt eine eigene Mittelmotor-Plattform an, aus der künftig eine ganze Modellfamilie entstehen könnte.

ANZEIGE

Es gibt Orte, die in der Geschichte einer Automarke eine besondere Rolle spielen. Für Porsche gehört dazu ein Pier im New Yorker Stadtteil Queens. Dort entstanden 1953 jene berühmten Aufnahmen des 550 Spyder vor der Skyline Manhattans, die wesentlich zum frühen Image der Marke in den USA beitrugen. 73 Jahre später kehrt Porsche an denselben Ort zurück. Diesmal steht ein Sportwagen vor der Kamera, der einen Ausblick auf die nächste Generation besonders exklusiver Modelle geben soll.

Der Mission S ist zunächst eine Designstudie, allerdings mit einem bemerkenswert konkreten Hintergrund. Porsche plant oberhalb des 911 eine neue Mittelmotor-Supersportwagenplattform. Anders als beim Carrera GT oder 918 Spyder soll daraus kein einzelnes, zeitlich begrenztes Spitzenmodell entstehen. Vorstandschef Michael Leiters spricht ausdrücklich von einem dauerhaft verfügbaren Angebot mit unterschiedlichen Ausführungen. Für Porsche wäre das eine erhebliche Erweiterung des bisherigen Sportwagenprogramms.

Eine Reise durch die Porsche-Geschichte

Beim Design haben sich die Gestalter um Tobias Sühlmann großzügig im eigenen Archiv bedient. Die weit aufragenden Kotflügel und runden Scheinwerfer erinnern an den 911, die flache Front an den GT1. Die Dachlinie, die unter dem Heckflügel ausläuft, greift Elemente des 959 auf. Am Heck findet sich das ebenfalls vom GT1 inspirierte Car-in-Car-Prinzip, bei dem die eigentliche Fahrzeugkarosserie innerhalb einer breiteren aerodynamischen Struktur zu sitzen scheint.

Auch kleinere Details haben historische Vorbilder. Die Kühlluftführung zitiert den Lüfter des Porsche 917, während die Räder an das bekannte Wählscheibendesign des 928 erinnern. Ein vollständig integrierter aktiver Heckflügel übernimmt aerodynamische Aufgaben.

Trotz dieser zahlreichen Anleihen wirkt der Mission S nicht wie eine Sammlung historischer Ersatzteile. Die Karosserie ist niedrig, ausgesprochen breit und von wenigen durchgehenden Linien geprägt. Eine umlaufende Kontur verbindet Front und Heck. Oberhalb liegen die großen, gewölbten Flächen, darunter sind technische Elemente und Luftführungen deutlicher sichtbar.

ANZEIGE

Im Unterschied zum 911 sitzt der Motor zentral im Fahrzeug. Die daraus entstehenden Proportionen lassen mehr gestalterische Freiheiten zu, ohne die gewohnte Porsche-Silhouette vollständig aufzugeben.

Fünf Rundinstrumente statt Bildschirmwand

Mindestens ebenso interessant ist der Innenraum. Während viele Hersteller ihre Cockpits mit immer größeren Displays ausstatten, verfolgt Porsche beim Mission S einen anderen Ansatz. Ein fest eingebauter Zentralbildschirm fehlt ebenso wie ein Beifahrerdisplay. Stattdessen gibt es klassische Schalter, Tasten und fünf Rundinstrumente hinter dem Lenkrad.

In deren Mitte sitzt tatsächlich ein Drehzahlmesser mit analogem Zeiger. Dahinter befindet sich eine digitale Anzeige. Je nach Fahrmodus bewegt sich das Instrument näher zum Fahrer, während sich die übrigen Anzeigen neu anordnen. Die fünf Instrumententuben können nebeneinander oder gestaffelt hintereinander stehen. Ein ungewöhnlicher technischer Aufwand für eine Darstellung, die früher ganz ohne bewegliche Mechanik auskam.

Auch die weiteren Bedienelemente sind auf direkten Zugriff ausgelegt. Porsche zeigt neue Zug- und Druckschalter im Armaturenbrett, ein überarbeitetes Sport-Chrono-Instrument und eine spezielle Schlüsselaufnahme links neben dem Lenkrad. Die Sitze besitzen eine neuartige Integration des Gurtschlosses in die Mittelwange.

Wer Navigation oder zusätzliche Informationen benötigt, kann sein Smartphone nutzen. Dafür fährt bei Bedarf eine mit MagSafe kompatible Halterung aus dem Armaturenbrett. Die MyPorsche-App übernimmt die entsprechenden Funktionen und ermöglicht unter anderem verschiedene historische Darstellungen der Instrumente.

Ob diese Lösung den Alltag tatsächlich angenehmer macht, bleibt abzuwarten. Zumindest hat Porsche eine interessante Antwort auf die Frage gefunden, ob ein moderner Sportwagen wirklich noch einen zusätzlichen Bildschirm braucht.

Ein Supersportwagen für die Zukunft

Konkrete technische Daten bleibt Porsche bislang schuldig. Weder zur Motorisierung noch zu Leistung, Gewicht oder möglichen Antriebsvarianten macht der Hersteller Angaben. Auch ob die neue Plattform ausschließlich für Verbrennungsmotoren, elektrifizierte Antriebe oder reine Elektrofahrzeuge entwickelt wird, ist noch offen.

Bild 15

Fest steht dagegen, dass Porsche den Mission S nicht als bloße Designübung versteht. Die Studie soll die künftige Formensprache prägen und gleichzeitig einen ersten Eindruck davon vermitteln, welche Sportwagen oberhalb des 911 entstehen könnten.

Wann das erste Serienmodell auf der neuen Mittelmotor-Plattform erscheint, hat Porsche noch nicht angekündigt.

ede480d345c443ad8fa0ae1531ae7f6a

LESENSWERT.

WALTER Magazin.

Angebot!

WALTER zum Kennenlernen

Ursprünglicher Preis war: 34,00 €Aktueller Preis ist: 30,00 €.