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Audi TT RS. Legends Edition.

Wären wir hier bei Instagram, die Geschichte wäre ein einziges Hashtag-Inferno: #audi #sportquattro #rallye #roehrl #geistdörfer #audittrscoupe #legends_edition #11jahre #11stueck #gehtnicht #gehtdoch. Das waren die Stichworte, die der einfache Audi-Angestellte Markus Kauderer im Kopf hatte, bevor er Unmögliches unmöglich möglich gemacht hat …

„Fahrt da mal hin, des is a Verrückter!“ So hatte Walter Röhrl den Erstkontakt mit Markus Kauderer eingeleitet. Wenn der eine Verrückte einen anderen Verrückten einen Verrückten nennt, dann weiß man, dass es eine verrückte Geschichte wird. Aber halt so verrückt, dass man die Geschichte ganz am Ende der Heftproduktion schreibt, weil man wochenlang überlegt, wie man das erklären soll, damit man es auch nur im Ansatz versteht. Wir starten mal ganz sachlich, anders wird das nix.

Markus Kauderer aus Schrobenhausen ist 48 Jahre alt, gelernter Kfz-Mechaniker und seit 2000 „Entwicklungsfachkraft“ bei Audi. Als Jugendlicher wurde er durch den Vater seines besten Freundes zum Motorsport-Fan. Und wer in Deutschland im letzten Jahrtausend Motorsport-Fan wurde, wurde auch Röhrl-Fan. Röhrl war der Größte (verzeih Walter, IST muss es natürlich heißen, ich Schusselchen), also wurde Markus auch einer der größten Fans. Er hat alles gesammelt. Bücher, Modellautos und irgendwann auch persönliche Kontakte zum Meister.

„Ich hab ihn zum ersten Mal getroffen in der Wirtschaft in St. Englmar, wo er immer is“, so Kauderer. „So entstand der Kontakt. Und von da an bin ich drei, vier Mal im Jahr hingefahren um alle Sachen unterschreiben zu lassen von ihm. Und ich hab dann im Gegenzug immer Schinken oder Schrobenhausener Spargel mitgebracht!“

Wir fassen kurz zusammen, was wir bisher wissen: #entwicklungsfachkraftbeiaudi und #seeehrgroßerröhrlfan. Da braut sich was zusammen. #spargel und #schinken spielen keine große Rolle mehr, das könnt Ihr von der Merkliste streichen. Für die bessere Übersicht.

„Irgendwann hab ich mir dann mal gedacht: Lasst uns doch ein Sondermodell für die zwei Herren, Röhrl und Geistdörfer, bauen, das wär doch eine gute Idee!“, schildert Kauderer den Anfang der wilden Story. Neu im Spiel: Christian Geistdörfer, der 11 Jahre an der Seite von Walter Röhrl, unter anderem im Fünfzylinder-Sportquattro, die Rallye-Welt dominiert hat.

Wir notieren wieder fürs Verständnis: #Röhrl #geistdörfer #sportquattro #fuenfzylinder #11.

Kauderer skizzierte seine Idee. „Ein Audi TT RS Coupé sollte es sein, das ist ja einer der letzten 5-Zylinder-Turbos im Programm.“

Und der sollte vom Look angelehnt werden an den kurzen Sportquattro. Rot. Weiße OZ-Felgen. Bumms. Top-Fahrwerk. Überrollvorrichtung. Karositze. Und 11 Stück. Weil die beiden 11 Jahre zusammen gefahren sind. Eine „Legends Edition“.

Da Audi selbst nur #mittel bis #garnicht interessiert war an der Entwicklung der Idee ihrer eigenen Entwicklungsfachkraft, hat sich Kauderer gesagt: dann mach ich es halt privat. Auf meine Kappe. Fertig aus.

Nun hört man ja aber an der Bezeichnung „Entwicklungsfachkraft“, dass der Mann zwar wirklich Ahnung von solchen Dingen hat (und die hat er), aber es fehlen halt monetär hilfreiche Bezeichnungen wie Dr. oder Professor oder Direktor oder Head of irgendwas, so dass die Gehaltsklasse irgendwie zu einem solchen Projekt passen könnte. Markus Kauderer ist kein Millionär, der ein Spielzeug brauchte. Er ist ein einfacher Angestellter. Ein Verrückter. Ein Träumer. Ein Enthusiast. Ein Fan. Und einer, der einfach macht.

Und dann wird’s witzig: Kann man zu Audi gehen und 11 TT RS Coupés kaufen? Nein, kann man nicht.

Zuerst muss man mal einen Händler finden, der überhaupt berechtigt ist, TT RS zu verkaufen. Darf nämlich nicht jeder. Muss ein R oder RS-Händler sein. Um dann zu erfahren: NEIN. 11 Stück sind nicht erlaubt. Wie schon beim Leben des Bryan: Jeder nur einen Stein. Wer 11 Autos will, muss 11 Käufer bringen. So hat es sich jemand bei Audi ausgedacht. Warum? Das weiß wahrscheinlich nur der Ausdenker ganz allein. Und da bin ich mir nicht mal sicher. #why

Das hob das Himmelfahrtskommando von Kauderer also nochmal in eine ganz neue Dimension: er musste nicht nur 11 Audi TT RS Coupés umbauen und dann verkaufen – nein, er musste sie verkaufen, BEVOR es sie überhaupt gab! Und wo spätestens jetzt der letzte Verrückte das Projekt als undurchführbar abgebrochen hätte, hat Kauderer gesagt: „Machen wir!“ #einmanneinwort

Mittlerweile war ein Partner im Boot. Tobias Ziegler, Chef der Folienfactory in Schrobenhausen, ebenfalls großer Audi-Fan und jemand, der auch große Hallen und den großen Umbau-Ahnungsschein hat. Denn irgendwo müssen 11 Autos auch hin. Und umgebaut werden.

Aber wie verkauft man denn ein Auto, das es gar nicht gibt? Mit computeranimierten Fotos, Details, Zeichnungen? „Nein. Bis auf zwei Käufer wusste niemand vor der Auslieferung, wie das Auto aussehen wird. Es gab eine Liste mit den Änderungen zur Serie und den Preis. Der Rest war Vertrauen. Und Begeisterung“.

Und die war bei vielen Zulieferern der Teilepakete so groß, dass einige gleich selbst ein Auto geordert haben. Zehn der elf Autos waren ruckzuck verkauft, den elften hat Kauderer selbst genommen. Aber nicht für sich. Dazu später mehr. #jetztwartethaltmalab

Wer die Gesetze kennt weiß: die Autos mussten nicht nur bestellt, sondern auch vor den Umbauten auf die Besitzer zugelassen werden. Und die Liste der Umbauten ist lang: ABT Leistungssteigerung von 400 auf 440 PS und ein Drehmomentplus von 70 Nm, weiße 19 Zoll-OZ-Felgen, KW-Fahrwerk Variante 3 in Höhe und Härte verstellbar (Einstellungen persönlich ausgefahren von Fahrwerks-Guru Anton Pfeiffer und Walter Röhrl), Innenausstattung in Stoff Karo mit eingestickten Röhrl und Geistdörfer-Autogrammen, Hirschlederlenkrad, Heigo-Überrollbügel mit Kreuzstrebe und Helmwanne statt Rücksitzbank, Schaltknauf mit Nummerierung, Seitenflaps vorn und hinten, Eigenbau-Carbon-Heckflügel mit Unterschriften von Röhrl und Geistdörfer, Tankdeckel und Spiegelkappen aus dem gleichen Carbon, selbstheilende Lackschutzfolie von XPEL und danach noch Auto und Felgen mit Sonax Keramikversiegelung veredelt.

Und wie es sich gehört, hatte der Sattler des Hirschlederlenkrads noch die Idee, für jeden Käufer eine Hirschlederhose im Legends-Edition-Style dazu zu schneidern.

Was. Für. Ein. Mammut-Projekt.

Aber es hat funktioniert. 10 der 11 Legenden wurden Anfang September unter großem Applaus an ihre leicht nervösen neuen Besitzer im Autohaus Prüller in Neuburg an der Donau (das den Stunt von Anfang an begleitet hat) übergeben. Jeder neue Besitzer durfte sein Auto selbst abdecken und es zum ersten Mal sehen. Röhrl war da, Geistdörfer war da, schwitzende Bänker waren da und erleichterte neue Eigentümer. Natürlich waren Kauderer und Ziegler die wirklich mutigen Männer, aber mal ganz ehrlich: wer von Euch hätte denn blind ein Auto gekauft, von dem es nicht mehr als eine Idee gab? Ihr hättet Euch ins Karohemd gemacht! #stiftgegangen

Markus, irgendwie bist Du mit dieser Aktion selbst zur Legende geworden. #denmutigengehörtdiewelt

TEXT und FOTOS: Thomas Senn

LESENSWERT.