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Cadillac CT5 V Blackwing. Brachiale Gewalt.

Bei einer Hochleistungslimousine denken die meisten an Audi RS6, BMW M5 oder Mercedes AMG E63. Doch es geht auch anders: Amerikanischer, exklusiver und vielleicht sogar noch einen Hauch spektakulärer – im Cadillac CT5 V Blackwing.

Seitdem sich General Motors nahezu komplett aus dem europäischen Markt zurückgezogen hat, ist es ruhig geworden um deren Edelmarke Cadillac. Die bietet hier in der alten Welt allein noch den XT4 an; einen schicken Mittelklasse-Crossover, der bei knapp über 40.000 Euro startet und schon aufgrund fehlender Marktpräsenz auf verlorenem Posten gegenüber der deutschen Premiumkonkurrenz steht.

Das sieht auf dem Heimatmarkt USA völlig anders aus, denn hier gibt es ein komplettes Portfolio, das mit dem 4,92 Meter langen Cadillac CT5 V eine sportliche Bestmarke setzt. Wer dem CT5 V die Krone aufsetzen will, entscheidet sich für die Blackwing-Edition, der den ordentlichen 360-PS-Sechszylinder mit Turboaufladung vergessen macht. Der CT5 V Blackwing wird vom Corvette-V8-Kraftpaket angetrieben. Zu allem Überfluss hat der stärkste Cadillac noch eine Kompressoraufladung bekommen, sodass seine Motorleistung mit 670 PS und einem gewaltigen Drehmoment von 893 Nm in völlig andere Sphären enteilt ist. Das Triebwerk ist identisch mit dem des Cadillac-Topmodells Escalade V; hat mit der deutlich kleineren Oberklasselimousine auf der Alpha-II-Plattform von General Motors jedoch deutlich leichteres Spiel.

So geht es – entweder handgeschaltet oder mit einer souveräneren Zehngangautomatik – aus dem Stand in deutlich unter vier Sekunden auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h lässt den CT5 V Blackwing in einer Liga mit den schnellen Porsches oder Lamborghinis mitmischen. Die eigentlichen Hauptwettbewerber Audi RS5, BMW M5 Competition oder Mercedes-AMG E63 S haben sich bei rund 300 km/h längst verabschieden müssen. Während die Konkurrenz durchweg auf Allradantriebe setzt, ist der CT5 V Blackwing im Gegensatz zum normalen CT5 V nur mit Hinterradantrieb zu bekommen – eine echte viertürige Familien-Corvette. Wem das Outfit des Amerikaners noch nicht sportlich genug ist, ordert eines der beiden Karbon-Pakete, das Karosseriedetails wie Frontsplitter, Spoiler oder Diffusor auf DTM-Niveau bringt.

Der Schub, den der aufgeladene Achtzylinder an die Hinterachse bringt, ist gewaltig. Klar, wäre ein Allradler die deutlich bessere Lösung für den so leistungsstarken Alltag, doch auf trockener Piste überrascht die 1,9 Tonnen schwere Oberklasselimousine mit der Art, wie sie die opulente Motorleistung an die Hinterachse bringt. Das gilt mehr denn je für den Federungskomfort, denn der Amerikaner präsentiert sich in dieser Leistungsklasse mit McPherson-Federbeinen vorne und Mehrlenkerachse hinten selbstverständlich straff abgestimmt.

Doch bockhart ist er nicht und je nach Fahrprogramm versucht er sogar den zugegeben – sehr – sportlichen Cruiser zu mimen. Nur bei kurzen Stößen kommt das Magnetic-Ride-Fahrwerk der mittlerweile vierten Generation an seine Grenzen und versetzt den düsteren Viertürer bei gröberen Stößen leicht. „Es ist nicht nur das Magnetic Ride Fahrwerk“, erklärt Produktexperte Mirza Gebrovoc auf dem Beifahrersitz, „der Wagen ist mit einer speziellen Reifenmischung unterwegs, die dafür sorgt, der die Leistung auch auf die Fahrbahn kommt.“

Neben den üblichen Fahrmodi, die sich über einen V-Taster an der Mittelkonsole ansteuern lassen, lassen sich separat verschiedene Bremsprogramme einstellen. Das bietet auch der aktuelle BMW M4 und hier es genauso entbehrlich wie die drei Stufen im Cadillac. Die Bremse soll Vertrauen im Grenzbereich vermitteln und da braucht es kaum mehrerer Stufen, sondern nur Leistung. „Wir haben dafür immer wieder Kritik bekommen, dass Wettbewerber hier mehr bieten als wir“, so Mirza Gebrovoc, „deshalb lassen wir hierbei nun den Kunden selbst entscheiden.“

Der Handschalter wirkt bei harten Beschleunigungsschüben schon einmal etwas ungelenk, weil die Sportkupplung einige Komfortwünsche offenlässt. Besser, man entscheidet sich für selbst entwickelte Zehngangautomatik, die keine Sportlichkeit kostet, den Verbrauch senkt und die Beschleunigung 0 auf Tempo 100 auf 3,6 Sekunden drückt. Egal, in welchem Fahrprogramm man den CT5 V Blackwing donnern lässt, der Schub ist brachial, hemmungslos und immer wieder beeindruckend. Im Laufe der Jahre haben die Entwickler auch die Lenkung in den Griff bekommen, denn frei von allen Antriebskräften lässt sich diese fein dosieren und die Rückmeldung ist exzellent. Der Normverbrauch ist mit knapp 14 Litern stattlich; wer dem V8-Kompressor die lange Leine gibt, kratzt an der 20-Liter-Marke.

Ungewöhnlich groß ist das Preisspektrum, sind die Cadillac-Modelle doch bekannt dafür, komplett ausgestattet zu sein. In der Basiskonfiguration kostet der CT5 V Blackwing vergleichsweise günstige 85.000 US-Dollar. Im vollen Ausstattungsornat sieht das ganz aus und das sportlichste aller V-Modelle liegt bei 125.580 US-Dollar.

Das üppige Aufgeld erklärt sich in einem klangvollen AKG-Soundsystem mit 16 Lautsprechern, optionalen Karbonrennsitzen, Keramikbremsen und einem Data-Rekorder, wenn es doch einmal auf die Rennstrecke gehen sollte. Elektrische Leder- / Alcantarasitze, LED-Licht, digitale Instrumente und Head-Up-Display sind ebenso Serie wie 19-Zöller und die normale Brembo- Sportbremsanlage. Die Sitze sind exzellent konturiert, wobei das Platzangebot in der zweiten Reihe für eine Oberklasselimousine in Ordnung geht, aber nicht opulent ist. Das gilt auch für den gerade einmal 337 Liter großen Laderaum.

TEXT Stefan Grundhoff für WALTER

Technische Daten: Cadillac CT5 V Blackwing

Motor: V8 Kompressor
Hubraum: 6162 ccm
Leistung: 490 kW / 670 PS
Max. Drehmoment: 893 Nm bei 4.400 U/min
Höchstgeschwindigkeit: über 320 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 3,6 Sekunden
Getriebe: Zehngang-Automatik
Antrieb: Hinterrad
Normverbrauch: 13,8 Liter / 100 km
Leergewicht: 1.870 kg

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