Corvette E-Ray eAWD 2024. Stromstoß.

Der ewige 911er-Konkurrent Corvette Stingray hat dem Zuffenhausener technologisch nunmehr doch noch eine Nase gedreht. Erstmals ist die Corvette nicht nur mit einem Allradantrieb zu bekommen, sondern wird durch ihn gleich zur Hybridvariante.

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Einen Porsche 911 gibt es seit mehr als 30 Jahren mit einem mehr als sinnvollen Allradantrieb, der die Motorleistung besonders effektiv auf die Fahrbahn bringt. Mit großer Verzögerung folgt dieser Antriebstechnologie nunmehr der langjährige US-Konkurrent Corvette.

Doch anders als der Gegner aus dem Nordwesten von Stuttgart verfügt die Allrad-Corvette über eine rein elektrische Vorderachse. „Die begeisterte Reaktion auf das Konzept der Chevrolet Corvette im Jahr 1953 war der Startschuss für sieben Jahrzehnte voller Leidenschaft, Leistung und amerikanischem Einfallsreichtum“, sagt GM-CEO Mark Reuss, „E-Ray, als die erste elektrifizierte, allradgetriebene Corvette, geht einen Schritt weiter und erweitert das Versprechen, was die Corvette leisten kann.“

Das Antriebspaket hinter der Fahrerkabine ist zunächst das bekannte. Für den Basisvortrieb des US-Sportlers sorgt ein 6,2 Liter großer V8-Smallblock mit 369 kW / 495 PS und 637 Nm maximalem Drehmoment, der seine Motorleistung über ein achtstufiges Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterachse bringt. Dieser Verbrenner wird von einem neu entwickelten Elektromotor an der Vorderachse unterstützt, der 120 kW / 163 PS / 165 Nm leistet.

Gespeist wird der permanente Magnetmotor von einer 1,9 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie, die versteckt im Mitteltunnel zwischen den beiden Sitzen platziert ist. So erhöht sich die Gesamtleistung auch ohne Turboaufladung auf stattliche 481 kW / 655 PS. Im Teillastbetrieb ist die Corvette entweder rein elektrisch oder Dank Zylinderabschaltung mit nur vier Brennkammern unterwegs. Aus dem Stand spurtet die Corvette E-Ray eAWD auf Wunsch in kaum mehr als 2,5 Sekunden auf Tempo 100. Die teilelektrische Corvette ist je nach Kundenwunsch als Coupé oder Roadster zu bekommen, die 1.712 oder 1.749 Kilogramm auf die Waage bringen.

„Corvettes müssen ein aufregendes Fahrerlebnis auf Landstraßen und Rennstrecken bieten, und der E-Ray macht das möglich“, erläutert Tadge Jüchter, Corvette-Chefingenieur, „die Elektrifizierungstechnologie verbessert das Gefühl der Kontrolle unter allen Bedingungen und verleiht ein unerwartetes Maß an Gelassenheit.“ Rein elektrisch kann die 4,70 Meter lange Corvette E-Ray im sogenannten Stealth-Mode bis zu einer Geschwindigkeit von 72 km/h nahezu lautlos fahren. Serienmäßig verfügt das neue Topmodell nicht nur über Karbonbremsen, 20- / 21-Zöller mit 275er / 345er Pneus, adaptive Dämpfer sowie eine leicht verbreiterte Karosserie. Marktstart soll zu Preise ab 104.295 US-Dollar ab Herbst sein. Produziert wird der Powerhybride im Bowling-Green-Werk von Kentucky. 

TEXT Stefan Grundhoff

LESENSWERT.

WALTER.