Optisch sollen sich beide Baureihen deutlich annähern, technisch gehen sie getrennte Wege. Beim Verbrenner-Dreier bleibt das bekannte Spektrum weitgehend erhalten: Benziner, Diesel und Plug-in-Hybride, dazu Hinterrad- und Allradantrieb. Geplant sind Limousine, Touring, Coupé und Cabriolet.
Für ein Gran Coupé zeichnet sich dagegen keine Zukunft ab, womit auch der bisher erfolgreiche i4 keinen direkten Nachfolger bekommen dürfte. Beim Motorenprogramm wird der Reihensechszylinder zur Ausnahme. Neben dem kommenden M3 soll ihn nur noch der M350 xDrive bekommen.
Feinschliff in Miramas und auf der Nordschleife
Die neue Baureihe absolviert derzeit ihre letzten Erprobungsfahrten in Europa und den USA. Einen Schwerpunkt legt BMW auf die Fahrwerksabstimmung. Dafür geht es unter anderem ins südfranzösische Testzentrum Miramas und auf die Nürburgring-Nordschleife.
Vorn arbeitet eine Doppelgelenk-Federbeinachse, hinten eine Fünflenker-Konstruktion. Vorgespannte Stabilisatorlager an beiden Achsen sollen Wankbewegungen reduzieren und die Karosserie präziser abstützen. Serienmäßig kommen neu entwickelte hubabhängige Stoßdämpfer zum Einsatz, optional stehen zwei adaptive Dämpferpakete zur Wahl. Erstmals bietet BMW für den Dreier zudem Sportreifen in 20 Zoll an, vorn im Format 245/35 R20, hinten in 275/30 R20. Für einen Dreier sind das inzwischen ziemlich ausgewachsene Schuhe.
„Der BMW 3er setzt seit Jahrzehnten Maßstäbe bei der Fahrdynamik und steht damit sinnbildlich für Freude am Fahren“, sagt Dr. Mihiar Ayoubi, bei BMW für die Fahrwerksentwicklung verantwortlich. Mit der neuen Generation solle dieses Thema über das Zusammenspiel von Fahrwerkshardware und dem weiterentwickelten BMW Driving Stack weitergeführt werden.
M350 xDrive mit 443 PS
Bis der neue M3 folgt, übernimmt der M350 xDrive die Rolle des sportlichen Topmodells. Er erhält eine eigene Fahrwerksabstimmung sowie zusätzliche Maßnahmen für höhere Torsions- und Vertikalsteifigkeit.
Unter der Haube bleibt der Reihensechszylinder, kombiniert mit Achtgang-Automatik und Allradantrieb. Wie die Vierzylinder-Modelle nutzt auch der M350 xDrive ein 48-Volt-Mildhybridsystem. Verbrenner und Elektromaschine kommen zusammen auf 443 PS und 580 Nm.
Damit hält BMW beim M350 an einer Kombination fest, die im Dreier inzwischen selten wird: Sechszylinder, Allradantrieb und klassische Stufenautomatik. Der elektrische Teil unterstützt beim Anfahren und Boosten, ohne den Charakter des Antriebs grundlegend zu verändern.