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The Aurora. Mit Schirm, Charme und Hypercars.

Die Veranstaltungen von Pebble Beach, Amelia Island und der Concorso d’Eleganza gelten als die exklusivsten Autoevents der Welt. In diese Reihe will sich auch der skandinavische Concours „the Aurora“ im schwedischen Bastad einreihen. Der erste Versuch macht Lust auf mehr.

Der spektakulärste Autoevent des Jahres findet jedes Jahr in der dritten Augustwoche im exklusiven Pebble Beach an der kalifornischen Pazifikküste statt. Exklusiver und noch stimmungsvoller ist es am Comer See, wenn sich Ende Frühjahr die schönen und reichen Klassikfans beim Concorso d’Eleganza an der Villa d’Este treffen. 

Moderner, frischer und nicht weniger aufregend will sich im südschwedischen Bastad „the Aurora – a Scandinavian Concours“ präsentieren. Die verträumte Lokalität mit der Bezeichnung „Norrvikens Trädgardar“ präsentiert sich als sehenswerter Pflanzengarten, der sich über die Landesgrenzen hinaus für exklusive Events und Luxushochzeiten einen Namen gemacht hat. 

Das schmucke Herrenhaus mit beeindruckend gepflegter Parkanlage wirkt durch die knapp 100 Fahrzeuge, aufgeteilt in millionenschwere Oldtimer, sehenswerte Luxusmodelle und leistungsstarke Hypercars noch elitärer als ohnehin schon. Aurora will anders sein: moderner, jünger und damit auch begehrlicher für junge Autofans, ohne dabei die Klassiksammler zu verschrecken. 

Doch ein entspannter Rundgang zwischen Blumenbeeten und Apfelbäumen zeigt, dass millionenschwere Koenigsegg-Boliden, Zagato-Kreationen oder Porsche 918er-Renner moderneren Jahrgangs weit mehr Platz und Interesse finden, als Vorkriegsmodelle von Bentley, Iso Rivolta, Alfa Romeo oder Mercedes, die es auf dem Norrvikens-Gelände im Spiel zwischen Licht, Schatten und Regen ebenfalls zu bewundern gibt. 

Entsprechend ist das Publikum jünger, verzichtet auf die zumeist obligatorischen Strohhüte sowie dunkelblaue Zweireiher-Sakkos und greift nach der Anreise im eigenen Sportwagen stattdessen zwangsläufig lieber zum schützenden Regenschirm. Der schwedische Sommer hat bekanntlich seine Tücken, doch wo in Europa hat es in den vergangenen Wochen schon stabile oder gar sommerliche Wetterverhältnisse gegeben? 

Die rund 6.000 Aurora-Besucher stört das nur am Rande – man ist vorbereitet auf das hin und der zwischen Sonne und Regen – plaudert stattdessen lieber über die automobilen Schmuckstücke auf sattgrünen Wiesen und genießt den Blick auf die Küstenlinie. 

Kinder drücken sich an Schönheiten wie Mercedes 300 SL Flügeltürer, Ferrari Testarossa oder einem markig gelben BMW 507 die Nasen platt und machen sogar einen Abstecher in den Pavillon, in dem BMW seine elektrischen Zukunftsversionen präsentiert. So recht interessiert sich bei dem Skandinavien-Concours jedoch niemand für die Elektroautos von morgen. Lieber werden die Ferrari-F40-Aggregate unter Applaus in luftige Drehzahlhöhen gejubelt, im griffigen Leder von Mercedes 540 K geträumt oder über die eigene Fahrzeugsammlung gefachsimpelt. 

Das Publikum ist wohlhabend, aber nicht abhoben und Bastad trägt den Beinamen der schwedischen Riviera zumindest nach nordischen Maßstäben zurecht. Der schwedische Kronprinz Carl Philip, Herzog von Värmland und Prinz von Schweden, verleiht der Veranstaltung als Autofan ebenso besonderen Glanz wie Christian Koenigsegg, dessen Hypercar-Manufaktur nicht einmal 30 Kilometer von Bastad entfernt liegt. 

Die Marke der millionenschweren Rekordrenner feiert bei the Aurora ihren 30. Geburtstag und ist ähnlich wie präsent wie Rolls-Royce mit seinen Luxusmodellen vom 1994er Silver Spirit, mit dem Königin Elisabeth einst durch Schweden reiste bis zum elektrischen Spectre.

Champagner, Hummerhäppchen und Austern – das gehört bei beim Aurora Concours ebenso dazu wie an der Villa d’Este am Comer See oder bei the Quail in Pebble Beach. Man zeigt sich und was man hat – nicht nur in automobiler Hinsicht. Luxuslabel, Nobeluhren und Edelsteine erstrahlen mit automobilen Preziosen und der nur seicht untergehenden Mitternachtssonne um die Wette, während süßlicher Zigarrenqualm aufsteigt und entspannt über das ATP-Tennisturnier diskutiert wird, das nur ein paar Kilometer weiter für jene Topspieler stattfindet, die sich allzu früh aus Wimbledon verabschieden mussten. 

Immerhin – frische Erdbeeren mit Schlagsahne gibt es auch in Bastad und statt des britischen Pimm’s greift doch fast jeder gerne zum Glas Champagner. Da freut man sich bereits jetzt auf 2025 und eine Veranstaltung im Autokalender, die sich eben doch etwas jünger und frischer als viele Klassiker selbst präsentiert.

TEXT Stefan Grundhoff

LESENSWERT.
WALTER.