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The Ice Sankt Moritz. Nobel Hobel.

Sankt Moritz ist anders – schon immer. Auch wenn es mit Kitzbühel, Zürs oder Cortina andere mehr als sehenswerte Nobelskiorte in den Alpen gibt, hat das Mekka der Reichen und Schönen im Engadin seinen ganz eigenen Charme. Mehr denn je ist das beim exklusiven Autoevent des Winters – The Ice – zu bestaunen.

Der Himmel ist strahlend blau, es hat knapp über null Grad Celsius und die Welt kann auf diesem Stilleben vom The Ice Sankt Moritz schöner kaum sein. Die Zahl der winterlichen Wochenendveranstaltungen in Sankt Moritz ist schier grenzenlos und zwischen die elitären White-Turf-Evens hat sich in diesem Jahr wieder „The Ice“ geschoben, ein Klassikertreffen, das sich zum automobilen Wintermekka entwickeln will, nachdem Mitte der 1980er Jahre ein paar autoverrückte Briten über die Polobahnen des zugefrorenen Moritzsees mit ihren Bentleys drifteten. 

Lange Jahre war dieser inoffizielle Spaßevent eingeschlafen, doch die Fans exquisitester Automobile wollten einfach etwas in den Bergen kreieren – mit Schnee, Eis und einer unterhaltsamen Möglichkeit, die Klassiker aus ihrem viel zu langen Winterschlaf zu erwecken. In kürzester Zeit wurde The Ice zu einem festen Bestandteil des winterlichen Autokalenders und so dauerte es nicht lange, bis auch Luxusfirmen, unter ihnen Autohersteller wie Mercedes, Maserati, Ferrari oder Audi die Veranstaltung für sich entdeckten, denn das Wunschpublikum könnte passender kaum sein. 

Viele der rund 5.000 Besucher kommt trotz aller Autobegeisterung gleich zu Fuß, denn der Weg vom eigenen Chalet oder dem Penthouse bis zum Moritzsee ist so kurz, da möchte man die eigene G-Klasse oder den Range Rover gar nicht erst aus der Garage holen. Und auf dem Fußweg kann man plaudern, seine neueste Kollektion präsentieren, die limitierte Audemars Piguet Uhr am Handgelenk ins rechte Licht setzen und der eingekuschelte Wuffi bekommt auch noch etwas Auslauf. 

Vor dem strahlenden Bergpanorama dreht gerade ein weißherbst-farbener Mercedes C 111 der Generation zwei seine Runden auf der rumpeligen Eisbahn. Die Zuschauer sind sichtlich angetan, denn den 111er kennen hier nicht nur die älteren Semester bestens. „Das ist ein Prototyp – gab es nie zu kaufen. Damit wurden Wankelmotoren erprobt“, plaudert der Schweizer Senior auf seine weibliche Begleitung ein, die sich wieder ihrem Glas Moet Champagner zuwendet. 

Der Champagner wird vor dem VIP-Zelt von professionellen Eiskunstläufern serviert, die kurz dem Nachschenken noch eine Pirouette oder einen Doppelaxel drehen. Eintritt: 1.200 Franken. Das Bild an diesem Samstagmorgen ist fast surreal und bestätigt jedes existierende Vorurteil. So ist Sankt Moritz – genau so. 

Heiße Drifts oder spektakuläre Einlagen auf dem eisigen Rundkurs gibt es im Gegensatz zu einer Veranstaltung wie dem GP Ice Race im österreichischen Zell am See hier jedoch nicht. Die Veranstaltung in Sankt Moritz ist eher ein rollender Concours d’Elegance mit Publikumsfaktor – man kennt sich, zeigt sich. Zwischen den Schaurunden der einzelnen The-Ice-Klassen wie Open Wheels, Barchettas, 100 Jahre Le Mans oder Concept Cars stehen die historischen Fahrzeuge im Parc Ferme – wenn schon, denn schon darf es auch ein Hauch Rennsport sein.

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Die Klassiker selbst sind dabei spektakuläre Prachtstücke. Hier ein Porsche 356, der mit Kettenantrieb auf Spendentour für Kinder geht, da der einzigartige Lancia Stratos HF Zero, ein grandioser Mercedes 300 SLS O’Shea oder der spektakuläre Lincoln Boana Indianapolis in kräftigem Orange – den Moritzer Fahrzeugpark bekommt man sonst nicht einmal in einer Sammlung zu sehen – geschweige denn im Fahrbetrieb auf Eis und Schnee. 

Gerade sammelt ein graublauer Historien-Käfer mit dem Dachschild „Ice Control“ die nächste Gruppe hinter sich. Offene Preziosen von Ferrari, Bentley, Mercedes und Rolls-Royce bereiten sich nebst gestylter Piloten auf die nächsten Eisrunden vor – wieder klicken  Handykameras im Sekundentakt, während kurz noch stilecht Sonnenbrille und Kopfbedeckung zurechtgezupft werden. In den zahllosen Fotogalerien sollen hinterher schließlich nicht nur die seltenen Fahrzeuge zu bewundern sein. 

TEXT Stefan Grundhoff

LESENSWERT.
WALTER.