Porsche übernimmt diesen Ansatz nun für den Taycan. Über Schaltpaddles am GT-Sportlenkrad kann der Fahrer zwischen acht virtuellen Gängen wechseln. Das System erzeugt spürbare Schaltimpulse, ein gangspezifisches Schleppmoment und einen simulierten Drehzahlbegrenzer. Ergänzt wird das Ganze durch einen überarbeiteten Porsche Electric Sport Sound, der sich last- und drehzahlabhängig verändert. Im Kombiinstrument erscheinen ein virtueller Drehzahlmesser, eine Ganganzeige und eine Schaltempfehlung.
Damit reagiert Porsche auf ein bekanntes Problem leistungsstarker Elektroautos: Sie sind objektiv schnell, wirken aber akustisch und mechanisch oft entkoppelt. E-Shift soll genau diese Lücke schließen. Ob die Inszenierung überzeugt, dürfte stark vom persönlichen Geschmack abhängen. Puristen werden künstliche Schaltmomente kritisch sehen, andere Fahrer könnten gerade darin den fehlenden Reiz finden, der einem Elektroauto im Vergleich zu einem Verbrenner häufig abgesprochen wird.
Die E-Shift-Option ist für alle Taycan-Motorisierungen und Karosserievarianten erhältlich. Beim Taycan Turbo GT gehört sie serienmäßig zum Umfang. Porsche stimmt Getriebeapplikation und Soundcharakteristik modellspezifisch ab, sodass nicht jedes Derivat identisch klingen und reagieren soll. Aktiviert wird das System über einen zusätzlichen Mode-Schalter am GT-Sportlenkrad.
Neben dem neuen Fahrerlebnis bringt Porsche auch mehr Rundstrecken-Technik in den Taycan. Für den Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket wird erstmals ein Manthey Kit angeboten, wahlweise als Nachrüstsatz oder direkt ab Werk. Das Paket umfasst Änderungen an Aerodynamik, Fahrwerk und Antrieb. Auf der Nürburgring-Nordschleife fuhr Porsche-Entwicklungsfahrer Lars Kern damit eine Zeit von 6:55,533 Minuten und setzte nach Herstellerangaben eine neue Bestmarke für Elektrofahrzeuge der Oberklasse.
Auch bei der Reichweite gibt es eine Änderung. Für die heckgetriebenen Taycan-Modelle stehen neue, besonders rollwiderstandsarme Sommerreifen zur Verfügung. In Verbindung mit der Performance-Batterie Plus nennt Porsche erstmals bis zu 700 Kilometer WLTP-Reichweite. Das Plus gegenüber bisherigen Ausführungen beträgt laut Hersteller bis zu 20 Kilometer.
Deutlich umfangreicher fällt das digitale Update aus. Der Taycan erhält die neue Infotainment-Generation Porsche Digital Interaction. Das System arbeitet laut Porsche mit bis zu fünfmal höherer Rechenleistung als bisher und soll schneller reagieren. Zum Umfang gehören ein reduziertes Grafikdesign, frei konfigurierbare Widgets, eine Themes-App zur farblichen Anpassung, ein 3D-Modell des eigenen Fahrzeugs in der passenden Außenfarbe sowie eine erweiterte Integration von Apple CarPlay und Android Auto.
Die Sprachsteuerung wird um einen KI-gestützten Voice Pilot erweitert. Er soll natürliche Folgefragen verstehen, Ziele über Google-gestützte POI-Suche finden und Fahrzeugfunktionen bedienen. Auch ein sprachbasiertes Bordbuch ist integriert. Im Taycan lässt sich sogar die elektrische Ladeklappe per Sprachbefehl öffnen. Infotainment-Updates können künftig vollständig over the air geladen und nach Freigabe im Hintergrund installiert werden. Smartphones laden in der Ablage kabellos mit bis zu 25 Watt.