Chevrolet Tahoe / Suburban. Filmstar wider Willen.

Die Amerikaner bekommen nicht nur feuchte Hände und ihre Stimme wird dünn, wenn Ford eine neue Generation seines Massen-Pick-Ups Ford F-150 auf die Räder stellt. Ein ähnliches Image hat der Chevrolet Tahoe. Kein Wunder, dass es dafür auch noch einen Stern auf dem Walk auf Fame in Hollywood gab – als erstes Auto überhaupt neben all den Stars.

Der Chevrolet Tahoe und seine Landversion Suburban sind der bekannteste Full-Size-SUV der USA. Die Symbiose aus Familienvan, Geländewagen und Alltagsmobil fährt mit seinen Dimensionen in einer Klasse, die in Europa nicht bedient wird. Denn derartige Luxus-SUV gibt es – wenn überhaupt – im Luxussegment. Ein Maybach GLS, ein BMW X7 oder der Range Rover LWB spielen zumindest beim Platzangebot am unteren Ende dieser Liga; kosten jedoch ein Vielfaches. Denn der normale Chevrolet Tahoe beginnt aktuell bei rund 49.000 US-Dollar; die Langversion Suburban knapp darüber.

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist der nunmehr auf 5,35 Meter gewachsene Tahoe dabei die unangefochtene Nummer eins in den USA. Für den Antrieb sorgten bisher Saugmotoren mit 5,3 oder 6,2 Litern Hubraum. Parallel im Programm: die schmale Edelvariante des GMC Yukon und der besonders luxuriöse Cadillac Escalade. Auf Wunsch gibt es den 5,72 Meter langen Chevy Suburban mit bis zu neun Sitzplätzen oder als schwere Panzerversion, der nur allzu gerne der jeweilige US-Präsident entsteigt, wenn er nicht gerade mit seinem Beast – der Air Force One auf Rädern – unterwegs ist.

Doch nicht nur der US-Präsident setzt allzu gern auf Tahoe und Suburban. Der SUV ist ein Hauptdarsteller in der Filmindustrie und so gibt es nunmehr auch einen echten Stern auf dem Walk of Fame. „Seit sechs Jahrzehnten ist der Chevrolet Suburban Hollywoods am längsten arbeitender Schauspieler“, sagte Rana Ghadban, Präsidentin und CEO der Handelskammer von Hollywood, „der Suburban ist ein klassisches Standbein der Branche und tritt in klassischen Spielfilmen und in Fernsehshows auf, die man gesehen haben muss. Da der Chevrolet Tahoe auch in Filmen und im Fernsehen eine Rolle spielt, ist es beeindruckend, dass beide Fahrzeuge nun einer illustren Gruppe von Schauspielern und Charakteren beitreten, die für immer als Hollywood-Legenden bekannt sind.“

Viel Rückenwind für die neue Version des Chevrolet Tahoe, die jetzt auf den Markt rollt. Als ob die Optik des gewaltigen Schlachtschiffs nicht schon bisher massiv gewesen wäre – sie wird mit dem mächtigen Kühlergrill und den schmaler gewordenen LED-Scheinwerferaugen des Nachfolgers nochmals eindrucksvoller. Ein Blick in dieses Gesicht und man ist sicher, dass vor einem der Hauptdarsteller aus dem Transformers-Streifen parkt. Kaum weniger imposant sind die Ansichten von Flanke und Heck – klein, dezent oder gar filigran ist an diesem Brüderpaar rein gar nichts. Deutlich moderner, aber immer noch typisch USA präsentiert sich der Innenraum.

Üppig dimensionierte Sitze vorne wie hinten und dazu ein Cockpit, das mit seinen Analoguhren hinter Lenkrad und dem Touchdisplay in der Mitte des Armaturenbretts wenig innovativ oder gar modern wirkt. Selbst das 15 Zoll große Head-Up-Display wirkt mehr informativ als visionär. General Motors kennt seine Kundschaft nur zu gut – überfordern will man da niemanden und schon gar keinen verlieren. Daher ist das meiste an seinem bekannten Ort. Die Überflächen sind jedoch wertiger aus bisher und statt des lange Jahre wild in den Innenraum ragenden Lenkstockhebel für das Bedienen der Gänge gibt es nunmehr Drucktaster neben der linken der beiden zentralen Lüftungsdüsen, die Fahrstufen ansteuern.

So viel sich auch per Touch machen lässt: die Amerikaner stehen auf haptische Bedienelemente und waschechte Knöpfe. Davon gibt es oberhalb des linken Knies eine ganze Menge für Licht und Fahrerassistenz. Auch am Lederlenkrad und an der Mittelkonsole gibt es zahlreiche greifbare Bedienelemente, USB- und Zigarettenzünderanschlüsse sowie die obligatorischen Becherhalter, in denen die üppig dimensionierten Kaffeekübel problemlos Platz finden, wenn der Weg in die Arbeit oder zum Einkaufen wieder einmal etwas länger dauert.

Die massive Mittelarmlehne nimmt an der Oberseite nicht nur allzu gerne ein Smartphone auf und lädt dieses induktiv nach, sondern lässt sich um mehr als zwei Handbreiten nach hinten verschieben. Unter ihr gibt es Platz für größere Gegenstände, die nicht jeder sehen soll oder die nicht im Fahrzeug herumfliegen dürfen. Wem die 3,08 Meter Radstand des Tahoe nicht reichen, dem sei der Suburban mit 3,41 Metern und jeder Menge Platz in den Reihen zwei und drei empfohlen. Das Ladevolumen je nach Variante: zwischen 3.500 und 4.100 Litern. Beides ist gewaltig.

Das Schalterwirrwarr im Cockpit wird noch etwas unübersichtlicher, wenn man den entsprechenden Beruf hat. Denn passend zur Neuauflage des Chevrolet Tahoe legt GM auch die offizielle Polizeivariante auf. Hier gibt es eine eigene Mittelkonsole mit einem gewaltigen Kasten, über den sich Funk- und Lichtfunktionen des offiziellen Einsatzwagens bedienen lassen. Ein Schwenkarm beheimatet zudem das Notebook für Halterabfragen oder Messungen der bis zu drei Lasergeräte, mit denen Officer oder State Trooper auf Tempojagd gehen.

„Der Tahoe ist das begehrteste Fahrzeug in der Strafverfolgungsbranche“, so Ed Peper, US-Vizepräsident der GM Fleet, „indem wir auf die Bedürfnisse von Offizieren aus dem ganzen Land hören, haben wir den besten Tahoe aller Zeiten gebaut.“ Im Gegensatz zum zivilen Modell blickt der etwaig arrestierte Temposünder in der zweiten Reihe auf keine 12,6 Zoll großen Touchbildschirme an der Rückseite der vorderen Sitze. Neben der eher karg ausgestatteten Version für die Behörden gibt es für die privaten Nutzer sechs Ausstattungsvarianten mit dem Topmodell High Country sowie die beliebten Versionen RST und Z71. Die Polizei muss mit einem 5,3 Liter großen V8-Saugbenziner Verbrecher jagen. Verkürzt wurde für die Ordnungsbehörden nicht nur der Bremsweg durch speziell entwickelte Bridgestone-Reifen und eine Brembo-Hochleistungsbremsanlage, sondern der geeichte Tacho geht jetzt bis 140 mph – 225 km/h.

Beim Antrieb gibt es einmal mehr eine Überraschung. Nachdem sich die deutschen Hersteller auf dem US-Markt von den Dieselversionen verabschiedet haben, sind die Amerikaner nunmehr auf den Geschmack gekommen und bringen nach den Pick Ups auch die großen SUV nunmehr mit ebenso sparsamen wie kraftvollen Selbstzündern. Neben dem Basismotor mit 360 PS (5,3-Liter-V8) werden Tahoe und Suburban mit dem bekannten 6,2-Liter-V8-Benziner 426 PS sowie einem 277 PS starken drei Liter großen Commonrail-Diesel angeboten, die jeweils obligatorisch an Allradantrieb und eine Zehngang-Automatik gekoppelt sind. Der Diesel stammt aus dem aktuellen Pick Up Chevy Silverado. Zudem gibt es an der Hinterachse erstmals eine Mehrlenkerachse mit Einzelradaufhängung, ab Ende des Jahres adaptive Dämpfer sowie eine Luftfeder. Das war es dann mit der jahrzehntealten Starrachse.

TEXT Stefan Grundhoff; press-inform

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