So einen SUV wie den Cupra Tindaya möchten wohl viele. Das Design des elektrischen Crossovers ist schlicht spektakulär – mit wilden Formen, coolen Farben und Karosseriemodulen, die Karbonteile wie billiges Plastik erscheinen lassen. Keine andere Marke aus dem Volkswagen-Konzern darf sich mit ihren Modellen so weit aus dem Fenster lehnen wie Cupra, die die Markenmutter Seat längst aus vielen Köpfen verdrängt hat.
Seat und Cupra warten aktuell weiterhin auf einen neuen CEO, nachdem Wayne Griffiths das Unternehmen vor Monaten verlassen hat. Doch die Nachfolgesuche scheint schwerer als erwartet, denn auch auf der Internationalen Automobilausstellung an der Isar wird wohl kein neuer Markenchef präsentiert. Bleibt zu hoffen, dass die IAA-Konzeptstudie dem zukünftigen Markenlenker Lust auf den Einstieg bei der spanischen Marke macht. Der Name Tindaya ist dabei durchaus Programm – er ist nach einem Vulkan auf der Insel Fuerteventura benannt.
Die IAA-Studie ist ein 4,72 Meter langer Mittelklasse-Crossover, der hervorragend ins Cupra-Portfolio passen würde. Mächtige 23-Zöller, eine martialische Front mit Display-Einsatz und stechenden LED-Augen – der Tindaya kann einem fast Angst einjagen. Ausgestellte Radhäuser, beleuchtete Logos und eine Dachkonstruktion, die an ein Exoskelett erinnert – das schafft Eindruck.
Innen gibt es vier Einzelsitze, ein stattliches 24-Zoll-Display nebst Lenkrad im Gaming-Stil und eine Mittelkonsole, die an die 2023er-Studie des Lamborghini Lanzador erinnert. In der Mitte der bis in den Fond durchgehenden Konsole befindet sich das Juwel: ein Zentralknopf, mit dem sich verschiedene Funktionen ansteuern lassen. Raumschiff Enterprise und Captain Kirk lassen grüßen.
Was vom Cupra Tindaya tatsächlich kommt und was nicht, bleibt aktuell offen. Dass die spanische Trendmarke einen elektrischen Mittelklasse-Crossover nach den Vorgaben der IAA-Studie kreiert, dürfte jedoch keine Überraschung sein. Die kostenintensive Verwendung von Composite-Werkstoffen an der Außenhaut ist dagegen ebenso unwahrscheinlich wie die extravagante Dachkonstruktion, bei der sich sogar Teile herausnehmen lassen.
Beim Antrieb dürfte sich der Autobauer aus Martorell bei Barcelona im Konzernregal bedienen. Hinterrad- und Allradantrieb gelten ebenso als gesetzt wie ein Akkupaket im Unterboden mit einer Kapazität jenseits der 80 kWh.
TEXT Stefan Grundhoff