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David Brown Mini Oselli Edition. Spaßmacher.

Schon seit den 1960er-Jahren verleiht der britische Tuner Oselli, heimischen Automobilen einen besonderen Pfiff. Jetzt haben sich die Spezialisten im Auftrag von David Brown Automotive wieder eines Classic Minis angenommen und ein echtes Spaßmobil auf die Räder gestellt. Wir haben den Fun-Faktor getestet und uns hinter das Lenkrad geschwungen.

Im Londoner Nobelviertel St. John’s Wood ist man mit sich und der Welt zufrieden. Hier geht es den Leuten gut und das zeigt man auch. Ferraris und Bentleys parken am Straßenrand, ein Range Rover gilt schon als gewöhnlich. Da braucht es schon ein besonderes Vehikel. Der Name: Mini Remastered, Oselli Edition by David Brown Automotive.

Hinter dieser etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich ein Spaßmobil, das nicht nur „sweet“, sondern auch brutal flink auf den Rädern ist. „Du lenkst also wedle ich“ lautet die Maxime des britischen Flitzers. Da ist es also das Gokart-Feeling in Reinkultur, wie Sie nur bei einem Ur-Mini möglich ist. Zurück zu den Wurzeln! Schließlich ist Oselli ein klassischer Mini-Tuner, der seit den 1960er-Jahren dem Kultmobil Dynamik einhaucht. Der Preis für diese Leichtfüßigkeit ist ein strammes Fahrwerk mit Bilstein-Dämpfern und die Kleinigkeit von mindestens 117.000 Euro.

Den Fun-Faktor trübt das Nullkommanull. „Passen Sie auf den ersten Kilometern auf, bis die Reifen warm sind“, warnt uns James gewarnt, als er uns die Schlüssel in die Hand drückt. Die Warnung des freundlichen James-Brown-Beauftragten kommt nicht von ungefähr. Schon auf den ersten Metern meldet sich die Hinterachse lebendig zu Wort. Also erst mal piano. Vorne mimt ein Vierzylinder der Mini-A-Serie, aus dem die Tuner 128 PS herausgekitzelt haben, akustisch vom ersten Meter an das Alpha-Tier. Fällt bei einem Gewicht von 1.050 Kilogramm ja auch leicht. Im wahrsten Sinne des Wortes. In ähnlichen Gefährten haben Formel-1-Legenden wie James Hunt und Niki Lauda ihre Karrieren begonnen. Auch dieser Mini ist für die Rennstrecke wie gemacht, also das, was man gerne ein Track-Tool nennt, macht aber auch auf der Landstraße einen Heidenspaß.

Jetzt sind die 13-Zoll-Pneus warmgefahren, das Sperrdifferenzial entfaltet die ihm zugeteilte Wirkung und wir bekommen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Selten saßen wir in so einem Auto, bei dem wir auch auf kerzengeraden Strecken Kurven fahren wollten. Herrlich, dieses Asphaltcarven. Bei unserem Zweisitzer minimiert ein Rennkäfig die Verwindungen der Karosserie und reduziert den Platz im Fond. Bei einem Classic Mini ohnehin kein großes Thema.

Dafür bewegt sich der Vorderwagen keinen Millimeter, wenn wir um die Ecken feuern. Gute Sportsitze inklusive der passenden Gurte sorgen dafür, dass wir uns nicht am Lenkrad festklammern müssen, sondern den sauberen Strich, den der Mini um jede Ecke zieht, exakt zirkeln und genießen können. Damit der Spaß auch ungetrübt bleibt, haben die Oselli-Tuner AP-Rennbremsen verbaut. Die beißen nicht nur herzhaft zu, sondern sind auch gut dosierbar. In der Nacht erhellen vier LED-Scheinwerfer im traditionellen Mini-Design die Fahrbahn.

Die Vergaser-beatmeten vier Kolben brauchen aber Bewegung, bis sie alles geben. Die präzise leicht knorpelige Fünfgangschaltung macht diesen Unterfangen leicht. Erst bei 6,200 U/min steht die volle Kraft des Motors bereit, das maximale Drehmoment von 153 Newtonmetern bei 4.500 U/min. Gibt man dem Oselli-Mini kräftig die Sporen, erreicht er nach 7,8 Sekunden 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit von mehr als 160 km/h reizen wir ohnehin nicht aus. Wer mit diesem Mini Tempo bolzt, sitzt im falschen Auto.

Zumal der Innenraum mit den mit den herrlichen analogen Rundinstrumenten trotz allen Purismus zum Verweilen einlädt. Das mit Alcantara bezogene Lenkrad fühlt sich griffig an und passt zur ultra-direkten servo-unterstützten Steuerung und dem Wendekreis von 8,7 Metern. Die Interieur-Designer haben ganze Arbeit geleistet und stilsicher Tradition mit Moderne verbunden. Ein bisschen Komfort will man auch in diesem aufpeppten Klassiker haben. Also freuen sich die Insassen über eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber und ein fein integriertes zeitgemäßes Infotainment-System, bei dem man sein Smartphone per Apple CarPlay und Android Auto nutzen kann.

Die Oselli-Minis werden in der David Brown Fabrik in Silverstone von Hand gefertigt. Die Verarbeitung passt. Auch wenn wir den kleinen Flitzer fliegen lassen, knarrt und klappert nichts. Das passt zum soliden, vertrauenserweckenden Eindruck. Wer sich die Rennsemmel in die Garage stellen will, muss schnell sein. Denn von diesem Mini werden nur 60 Stück gebaut. Vor allem in den USA, Japan, Italien und Deutschland reiben sich solvente Kunden schon die Hände.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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