Slate. Der US-Dacia.

Eine Billig-Automarke aus den USA? Nachdem Yugo vor Jahrzehnten vom amerikanischen Kontinent verschwunden ist, gibt es mit Slate erstmals wieder einen Fahrzeughersteller, der in den USA günstige Preise mit moderner Technik kombinieren will. Gestatten: Slate!

Yugo hat es in den 1980ern vorgemacht, Dacia hat es perfektioniert und Skoda gezeigt, was als günstige Automarke alles möglich ist – selbst im so anspruchsvollen Europa. Jetzt will das US-Start-Up Slate zeigen, dass so etwas auch in den USA möglich ist. Ebenso sehenswerte wie praktische Autos mit zeitgemäßer Technik zum günstigen Preis.

Zwei der reichsten Männer der Welt treten nunmehr erstmals auf dem Automarkt gegeneinander an – natürlich elektrisch. Elon Musk hat es mit Tesla vorgemacht und den Autohersteller zu einer Elektroikone werden lassen, der mit dem Tesla Model Y das meistverkaufte Fahrzeug der Welt produziert. 

Ihm folgt nunmehr US-Milliardär Jeff Bezos, der nach Amazon mit dem US-Start-Up Slate das nächste Massenprodukt unter die Konsumenten bringen möchte – diesmal auf vier Rädern. Bezos ist zwar nicht Inhaber von Slate, jedoch einer der größten finanziellen Unterstützer. Slate ist keine neue Art der Mobilität, sondern ein einfaches Auto, das durch seine variable Plattform einen zweisitzigen Pick-Up ebenso beheimaten kann wie eine fünfsitzigen SUV. Niedrige Entwicklungs- und Produktionskosten gepaart mit einer minimalen Varianz sorgen für günstige Preise. Nach Abzug der entsprechenden steuerlichen Vergünstigungen sollen die Slate-Modelle bei rund 20.000 US-Dollar beginnen. 

Das Design des 4,44 Meter langen Pick Ups ist einfach, geradlinig, schnörkellos und irgendwie sympathisch. Ein bisschen Ford Bronco, etwas Jeep Wrangler oder Ford Maverick und einen Hauch Rivian. Mit seinem Radstand von 2,76 Meter bietet der Slate Pick-Up im Führerhaus Platz für zwei bis drei Personen, die sich über die karge Instrumentierung genauso wundern wie über Fensterkurbeln und Stahlfelgen. 

Ein kleines Infodisplay für den Fahrer, den Rest erledigt das eingeclipste Smartphone oder Tablet der Insassen – abseits der USB-Ports keinen Schnick-Schnack, doch vielleicht auch etwas viel automobile Kargheit für die zweite Hälfte der 2020er Jahre. Doch der Slate Pick-Up will in erster Linie ein praktisches Nutzfahrzeug sein. Mit zahlreichen Modulen und praktischen Details lassen sich die Slate-Modelle maximal individualisieren. 

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Kleine Reichweite – Langsames Nachladen

Für den Antrieb sorgt zumindest in einem ersten Schritt nur ein Elektromotor an der Hinterachse mit 204 PS und 264 Nm maximalem Drehmoment. Das reicht für 150 km/h Spitze und Dank eines Akkupakets von knapp 53 kWh für 240 Kilometer. Optional ist ein 84 kWh großes Batteriepaket zu bekommen, mit dem fast 400 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp drin sein sollen. Nachgetankt wird entweder an der Wallbox mit elf Kilowatt oder 120 Kilowatt an einem Schnelllader – nicht viel, aber ausreichend für viele der Kunden, die zumeist Gewerbetreibende sein dürften. Der knapp 1,7 Tonnen schwere Pick Up kann auf seiner offenen Ladefläche immerhin 650 Kilogramm zuladen und leichte Anhänger bis 450 Kilogramm an den Haken nehmen.

Der elektrische Pick Up, unterwegs auf McPherson-Achse vorn und DeDion-Hinterachse mit 17-Zöllern, lässt sich mit Zubehörteilen zu einem SUV oder offenen Crossover umfunktionieren. Auch Außen gibt es zahlreiche Anbauteile und Folien, um den Slate zu einem echten Einzelstück werden zu lassen. Für Sicherheit sorgen entsprechende Regelsysteme und bis zu acht Airbags. 

Wer Lust bekommen hat – die Vorbestellungen kosten gerade einmal 50 Dollar. Kein Wunder, dass die Nachfrage riesengroß ist. Ein Start auch in Europa? Alles andere als unwahrscheinlich. 

TEXT Stefan Grundhoff

LESENSWERT.

WALTER Magazin.

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