WERBUNG

Kia EV6. Powerriegel.

Kia will mit dem EV6 den Markt der Elektroautos aufmischen: Große Reichweite, kurze Ladezeiten, sportliche Fahrwerte, reichlich Assistenzsysteme und eine großzügige Garantie sollen die Kunden elektrisieren.

Wer auf den Startknopf drückt, der denkt er sitzt im Wald. Von allen Seiten klingt Vogelgezwitscher, eine sanfte Brise lässt Blätter rascheln. So startet ein Auto? Ein Elektroauto. Der Kia EV6. Der Koreaner sorgt für Hintergrundgeräusche nach Wahl und Stimmung: Meeresrauschen, Regenprasseln, Kneipengemurmel, knirschende Stiefel im Schnee. Und was sagt ausgerechnet das jetzt über die Qualität eines Elektromobils aus? Viel. Denn es verrät, mit wieviel Lust, Phantasie und Liebe sich seine Entwickler ans Werk gemacht haben.

Der EV6 von Kia markiert auch ohne Vogelgezwitscher eine neue Generation von Elektroautos. Er macht E-Mobilität endlich halbwegs alltagstauglich. Beispiel Ladezeit. Auch der Kia EV6 lässt sich nicht so schnell laden wie ein Auto mit Verbrennungsmotor betanken. Aber die Ladezeit ist erträglich. Mit gerade mal noch 28 Prozent Akkuladung haben wir einen EV6 mit 77,4-kWh-Akku im spanischen Hinterland an eine Schnellladesäule von Ionity angeschlossen. Keine 17 Minuten später zeigte die Säule 87 Prozent Ladezustand an. Das hätte gerade mal für eine Tasse Tee gereicht. Genug Strom für 100 Kilometer ist laut Kia schon nach vier Minuten gebunkert.

Möglich macht solch schnelle Ladung die 800-Volt-Architektur, die Kia dem EV6 gegönnt hat und die eine Ladeleistung von 225 kW liefert – sofern man eine passende Ladesäule findet. Auch der Hyundai Ionic 5 arbeitet auf der gleichen Konzern-Plattform E-GMP mit 800 Volt. Außer Hyundai/Kia haben derzeit nur Luxus-Stromer wie der Porsche Taycan und der Audi E-tron GT diese Hochspannung an Bord. Schluß macht Kia beim EV6 auch mit der Reichweitenangst. Angeboten werden vorerst zwei Größen von Lithium-Ionen-Akkus. Die bis zu 470 Kilogramm schweren Stromspeicher fassen 58 und 77,4 kWh. Das reicht nach WLTP-Standard für bis zu 528 Kilometer. Das über Paddel am Lenkrad gesteuerte dreistufige Rekuperationssystem, das in der höchsten Stufe auch Fahren rein mit dem Gaspedal anbietet, sorgt dafür, dass bei jeder Verzögerung wieder Strom in die Akkus zurückfließt. Der Verbrauch in der EV6-Version rein mit Heckantrieb beträgt offiziell 16,5 kWh/100 km ausserorts und 11,8 kWh/100 km innerorts.

Die Fahrleistungen sind üppig. Schon bei dem rund zwei Tonnen schweren Hecktriebler geht es in 7,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Wer in der Allradversion mit ihren zwei Elektromotoren aufs Gas tritt, der bekommt erst mal einen Schlag vor die Brust, wird in die Sitze gepresst und ist nach 5,2 Sekunden auf 100 – schneller als ein VW Golf GTI. Dazu passt allerdings auch eine bissige Bremse, die den EV6 ruppig wieder zum Stehen bringt. Abgeregelt wird bei einer ungewöhnlich hohen Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Wer damit nicht zufrieden ist, der sollte bis zum kommenden Jahr warten. Dann will Kia sein elektrisches Flaggschiff auf den Markt bringen. Mit zwei Motoren und Allradantrieb katapultiert der 65.990 Euro teure EV6 GT seine Passagiere mit 585 PS und 740 Nm Drehmoment in 3,5 Sekunden auf Tempo 100 und macht erst bei 260 km/h Schluss. Über die Sinnhaftigkeit kann man streiten – aber bei dem Tempo dürfte es ohnehin nur für ein halbes Dutzend Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings reichen, bevor es zurück ans Stromnetz geht. Oder für souveräne Sicherheitspolster im Alltag auf der Straße.

„Souverän“ ist auch das Stichwort für das Fahrverhalten des EV6. Seitenneigung ist auch in flotteren Kurven kein Thema – dem tiefen Schwerpunkt mit den gewichtigen Akkus sei Dank. Um die Ecken zieht er präzise und agil, beim Herausbeschleunigen ist er sofort da. Ein bisschen wird der positive Eindruck nur durch die gelegentlich poltrige Federung getrübt. Die Lenkung ist etwas zu weich – aber das ist Geschmacksache. Immerhin liefert sie ausreichend Rückmeldungen von der Straße.

Entsprechend selbstbewußt beim Design kommt der Kia EV6 angerollt. Er wirkt deutlich sportlicher als sein Bruder von Hyundai. Das neue Markenlogo ziert die Front, die so gar nicht mehr an das bislang propagierte Markengesicht der Koreaner erinnert. Die Dachlinie des 4,70 Meter langen Crossovers fällt coupéhaft nach hinten ab und endet bei der GT-Line in einem zweigeteilten Dachspoiler. Die Seitenlinie ist nicht minder schwungvoll mit ausgestellten Schwellerleisten und knackigen Ausbuchtungen der Radhäuser. Die Rücklichter sind durch ein LED-Band miteinander verbunden.

Innen bietet der Viertürer reichlich Platz – nicht nur wegen des Radstandes von 2,90 Metern. Trotz des coupéhaften Dachs  haben auch grössere Passagier vorne wie hinten genug Freiraum über dem Kopf. Die bequemen Sitze lassen sich weit verstellen. Vor dem Fahrer finden sich nur noch digitale Anzeigen auf einem breit gezogenen Display. Immerhin: Über gut erreichbare Drucktasten sind die wichtigsten Funktionen auch ohne Umweg über den Touchscreen erreichbar. Die Mittelkonsole scheint wirklich zu schweben und beherbergt sowohl den Start- als aus den Drehknopf für die Fahreinstellungen. Ein wenig Wasser in den Wein: Das bordeigene Navigationssystem ist positiv ausgedrückt eine Katastrophe. Ansagen kommen regelmäßig zu spät, führen immer wieder mal in die Irre und die optische Streckenanzeige selbst ist eher ärmlich. Anders als viele Konkurrenten bietet Kia beim EV6 auch eine Anhängelast von bis zu 1,6 Tonnen an. Der Laderaum fasst 490 Liter und lässt sich auf 1.300 Liter erweitern.

Bemerkenwert auch die Zahl und Qualität der Assistenzsysteme, die Kia dem EV6 mit auf den Weg gegeben hat. So findet der Wagen selbstständig Parklücken und parkt automatisch ein – auf Wunsch auch ohne dass man darin sitzt. Der Notbremsassistent stoppt rechtzeitig vor Hindernissen, ein energischer aktiver Spurhalteassistent ist bestellbar, ein sehr gutes Head-up-Display, das Rekuprationssystem kann aus Navigationsdaten und Verkehrsgeschehen die optimale Verzögerung berechnen, und, und, und …

Der Einstiegspreis für den Kia EV6 liegt bei 44.990 Euro, nach Abzug der Kaufprämie sind das noch 35.420 Euro. Immer noch ein ganzer Batzen Geld. Die sieben Jahre Herstellergarantie umfassen auch die Antriebsbatterie. Zum Vergleich: Ein Tesla Y kostet ab 56.990 Euro, ein VW ID.4 startet ab 37.500 Euro. Kia bietet in Deutschland seinen Kunden zusätzlich verbilligte Strompreise über das Ionity-Netzwerk an. Für das Schnellladen werden eine monatliche Grundgebühr von 13,00 Euro fällig, dazu kommen 0,29 Euro pro kWh.

TEXT Jürgen Wolff, press-inform

Datenblatt Kia EV6

Motor: Permanentmagnet-Synchronmaschine / 800 V

Hubraum (cm3): –

Leistung in PS (kW) bei U/min-1: 229 PS / 168 Nm ab 1 U/min-1

Max. Drehmoment (Nm) bei Umin-1: 350 Nm ab 1 Umin-1

Höchstgeschwindigkeit (km/h): 185 km/h

Beschleunigung 0-100 km/h (sek.): 7,3 sek.

Getriebe: Reduktionsgetriebe

Antrieb: Heckantrieb

Treibstoffsorte: Strom

Tank (L): Lithium-Ionen-Akku: 77,4 kWh

Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km): 17,2 kWh/100 km / max. Reichwe

CO2-Ausstoß (g/km): 0 g/km

Gewicht, Herstellerangabe (kg): 2.085 kg

max. Zuladung (kg): 440 kg

Abmessungen (L/B/H): 4.680 x 1.880 x 1.550 mm

max. Ladevolumen (L): 490 bis 1.300 L + 52 L (Frunk)

Preis (Euro): 48.990,00 Euro (Basismodell: 44.990,00 Euro)

Abgasnorm: –

Effizienzklasse: A+++

LESENSWERT.