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Porsche 911 Cabriolet von Singer.

Der amerikanische Porsche-Veredler Singer kreiert mit dem Porsche 911 Cabriolet reimagined by Singer erstmals ein Cabrio. Basis ist wie immer ein Porsche 964, dessen Karosserie mit Fiberglas- und Carbon-Elementen den breitbackigen Turbo-Look bekommt. Die Power kommt von einem 3.8-Liter-Bi-Turbo-Boxer mit 510 PS.

Singer hat sich als Porsche-Veredler weltweit einen Namen gemacht. Wie bei Coca Cola bleibt auch bei den Westküsten-Tunern das ursprüngliche Rezept erhalten: Man nehme einem möglichst gut erhaltenen Porsche 911 der Baureihe 964 und modifiziere ihn mit modernen Bauteilen, so, dass das Auto zwar leistungsfähiger ist, aber so wenig wie möglich von seinem Flair verliert. Aber wie das auch bei Coca Cola der Fall ist, muss hin und wieder eine neue Geschmacksrichtung her. Was beim Softdrink die Cherry Coke oder Coke Zero ist, ist bei Singer ein Porsche 964 Turbo Cabrio. Der erste von Singer modifizierte Porsche mit Stoffhaube.

Wenn schon Neuland betritt, dann richtig. Schließlich ist der Kunde ja König. Also haben sich die Los-Angeles-Tuner aufgrund der Nachfrage einiger Besitzer ein Porsche 964 Cabrio vorgenommen und verwandeln dieses in einen Turbo-Modell. Das hat es so bei Porsche nie gegeben, sondern nur das 964 Carrera 2 Cabriolet Turbo-Look, der in den USA als „America Roadster“ in Anlehnung an das 356er-Modell aus dem Jahr 1953 verkauft wurde. Dieses Modell steht Pate für die Neuauflage Porsche 911 Cabriolet reimagined by Singer. Da trifft es sich gut, dass man mit der „Turbo Study“ eine Blaupause im eigenen Haus hat. Um das Turbo-Aussehen zu kreieren, verwenden die Singer-Karosseriebauer Elemente aus Carbon sowie Fiberglas. Das Resultat ist ein deutlich geringeres Gewicht, eine verbesserte Aerodynamik und mehr Steifigkeit, was die Agilität und die Abstimmung gegenüber dem Original positiv beeinflusst.

Jede Modifikation der US-Tuner beginnt mit dem Antriebsstrang. Also packt Singer einen bearbeiteten Mezger-Boxermotor in das breite Heck. Das doppelt aufgeladene L-Triebwerk hat 3,8 Liter Hubraum, elektrische Wastegateventile und leistet 375 kW / 510 PS. Luftgekühlt, versteht sich. Zum Vergleich: Beim originalen 964er Turbo S arbeitete der 3,6-Liter-Motor (M64) mit einer Leistung von 265 kW / 360 PS. Auch bei der Singer-Variante des 964er-Porsche sorgt nur die Hinterachse für den Vortrieb.

So ein leistungsfähiges Triebwerk muss entsprechend gekühlt werden. Deswegen nutzen die Singer-Karosseriebauer auch die eigens entworfene „Haifischflosse“ auf dem hinteren Kotflügel als Teil des Ansaugtrakts, um dem Motor kalte Luft zuzuführen. Zudem sind maßgeschneiderte Luft-Wasser-Ladeluftkühler in den Ansaugstutzen integriert. Als Getriebe nutzen die Tuner bei diesem Porsche 911 reimagined by Singer eine Sechsgang-Handschaltung. Verzögert wird mit Carbon-Keramikbremsen. Die Abstimmung des Fahrwerks ist nicht kompromisslos straff auf Sportlichkeit getrimmt, sondern komfortabel für längere Strecken abgestimmt. Wer die bisweilen horrende Qualität der US-amerikanischen Straßen kennt, weiß, wie klug diese Entscheidung ist.

Beim Interieur spielen die Singer-Veredler konsequent die Klassik-Karte und lassen die strenge Geometrie des Armaturenbretts unverändert. Das Porsche 911 Cabriolet reimagined by Singer hat die fünf Rundinstrumente nebeneinander in der senkrecht stehenden Instrumententafel integriert. Die elektrisch verstellbaren Sitze sind mit dem markanten Karomuster bezogen, während die Paneele der Armaturen aus Holz in der Farbe Schwarzwaldrot („Black Forest Red“) bestehen. Bei einem Preis, der sicher mehrere hunderttausend Euro beträgt, erwartet man auch etwas Luxus. Also kommt dieses Singer-Vehikel mit einer Klimaanlage, einem elektrischen Stoffverdeck und einer induktiven Ladeschale für das Smartphone. Was im Preis dabei ist, ist das Grinsen, das man im Gesicht hat, wenn man dieses Auto bewegt.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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