BMW 2er Coupé. Freude am Fahren.

BMW macht bei der 2er Reihe einmal mehr Ernst und stellt ein fahraktives Coupé auf die Räder, das alles besser kann als der Vorgänger. Und dabei reden wir nicht einmal von der reinrassigen M-Version.

So unterschiedlich können die Herangehensweise in der Automobilindustrie im Jahr 2021 sein. Während Audi mit einem ehemaligen BMW-Manager Markus Duesmann an der Spitze den Ausstieg aus der Verbrennungsmotor-Ära verkündet, haut BMW noch einmal kräftig auf die klassische Mobilitäts-Pauke. Nach dem 4er soll im nächsten Jahr dessen kleiner Bruder, das BMW 2er Coupé vor allem in den USA die Fans der Marke begeistern. Schließlich werden zwei Drittel der sportlichen Flitzer in Nordamerika verkauft. Deswegen ist es kein großes Wunder, dass das BMW 2er Coupé im mexikanischen BMW Group Werk San Luis Potosí vom Band läuft.

„Wir haben eingefleischte BMW-Fans gefragt, was sie sich wünschen“, erzählt Projektleiter Martin Gruber. Die Antwort fiel vor allem auf der anderen Seite des Atlantiks eindeutig aus: Ein agiles Fahrzeug, das alles besser kann als der Vorgänger. Da in einer klassischen Basisdemokratie das Plebiszit bindend ist, haben die BMW-Ingenieure ein imposant auftretendes Coupé auf die Räder gestellt, dass sich fleißig im Technologieregal des großen Bruders BMW 4ers bedient. Allerdings nicht optisch: Die Ostereier bleiben im Netz, deswegen ist die Niere flach und breit.

Das Gleiche trifft übrigens auch auf das gesamte 2er Coupé zu, das mit einer Höhe 1,39 Metern um 2,8 Zentimeter niedriger und mit 1,838 Metern um 6,4 Zentimeter breiter ist als der Vorgänger. Insgesamt hat der G42 (so der interne Code) mit einer Länge von 4,537 Metern um 10,5 Zentimeter zugelegt und kommt so fast eine Klasse größer daher. Ganz ohne Effizienzgewinn geht es auch bei dem Kurvenkünstler nicht. Das neue BMW 2er Coupé erreicht einen Cw-Wert von 0,26 und unterbietet den Vorgänger um 0,02 Punkte. Zu diesem Wert tragen eine ganze Reihe von Maßnahmen bei: unter anderem eine zehnstufige Luftklappensteuerung in der Niere und dem darunterliegenden Lufteinlass der Frontschürze. Dazu kommen „Luftwiderstandsklassiker“, wie Air Curtains, bündig „versenkte“ Türgriffe, eine fast vollständige Ummantelung des Unterbodens und natürlich das Felgendesign.

Zum Start bietet der Münchner Autobauer zwei Benziner und einen Diesel an. Das BMW 220d Coupé ist mit dem bekannten Zweiliter-Reihenvierzylinder-Selbstzünder inklusive dem 48-Volt-Mild-Hybrid bestückt, der 140 kW / 190 PS leistet. Das Benziner-Gegenstück ist das BMW 220i Coupé mit 135 kW / 184 PS. Die Einstiegsvariante soll unter 40.000 Euro kosten und dafür mehr Ausstattung bieten als bisher, unter anderem eine zwei Zonen Klimaanlage. Beim Serienfahrwerk hat BMW nachgelegt und die hubabhängigen Stoßdämpfer installiert, die das zu starke Eintauchen des Autos verhindern und gleichzeitig den Komfort erhöhen sollen.

Die vorläufige Leistungsspitze bildet das BMW M240i xDrive Coupé mit einem Dreiliter-Reihensechszylinder, der 275 kW / 374 PS leistet. Damit ist diese Variante des Coupés dynamisch ganz nah am aktuellen M2 und erfüllt eine der Forderungen des Klientels. Um das zu erreichen, steht erneut der 4er mit seinen Versteifungsmaßnahmen und gezielt eingesetzten Streben Pate: Hydraulisch gedämpfte Zugstrebenlager verringern die Vibrationen und Schwingungen, Achslenker und Schwenklager aus Aluminium reduzieren die ungefederten Massen und eine besonders verwindungssteife Fünflenker-Hinterachse hilft bei der Fahrpräzision in Kurven. Beim BMW M240i xDrive Coupé geht es um agile Substanz, deswegen sind sowohl der kleine Gurney-Flap als auch der Powerdome keine Designelemente, sondern erfüllen einen funktionalen Zweck.

TEXT Wolfgang Gomoll; press-inform

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