Porsche 911 Dakar. Über Stock und Stein.

Porsche treibt die Artenvielfalt des 911 auf die nächste Spitze. Mitte November wird man eine Variante mit Rallye-Genen präsentieren. Walter Röhrl ist begeistert.

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Tieferlegung war gestern, jetzt wird hochgebockt. Porsche verpasst dem 911 deutlich mehr Bodenfreiheit und nennt das Ergebnis ‚Dakar‘. Zur Erprobung des Fahrzeugs haben die Entwickler um Gesamtprojektleiter Achim Lamparter nicht nur das Offroad-Prüfgelände in Weissach intensiv genutzt. Zusätzlich wurde der 911 Dakar rund um den Globus unter extremen Bedingungen auf über einer halben Million Kilometer getestet, darunter mehr als 10.000 Kilometer abseits befestigter Straßen. 

Auf der südfranzösischen Teststrecke Chateau Lastours, wurden beispielsweise das Fahrverhalten auf typischen Rallyepisten erprobt und das Fahrwerk abgestimmt. Kilometerlange Schotterstrecken verlangten dem Porsche 911 Dakar einiges ab. 

„Die Dakar-Teams kommen hierher, um ihre Autos vor der Rallye in Europa zu testen“, sagt Porsche Werksfahrer Romain Dumas. Der Franzose wunderte sich zunächst über den Auftrag, ausgerechnet in Chateau Lastours einen neuen 911 zu fahren. Doch das Erstaunen wich schnell der Faszination, die der 911 Dakar bei zügiger Gangart offroad auslöste. Selbst Sprünge steckte das Fahrwerk dank robuster Auslegung und erhöhter Bodenfreiheit klaglos weg. Langgezogene Drifts waren für Dumas und den 911 Dakar ebenfalls kein Problem. „Mir war klar, was ein 911 auf der Straße kann. Aber wie gut das Auto auf Schotter performt hat, war eine absolute Überraschung für mich.“

Walter Röhrl begeistert 

Natürlich ließ es sich auch der zweifache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl nicht nehmen, den 911 Dakar auf Herz und Nieren zu prüfen. Auf dem weitläufigen Testgelände in Arjeplog in Schweden. Das dicke Eis der zugefrorenen Seen dient den Porsche Testfahrern als Tragschicht für eine zu rund 90 Prozent geschlossene Schneedecke – das realistischere Szenario gegenüber blankem Eis. Auf dem niedrigen Reibwert des Schnees ging es vor allem um Traktion und Lenkpräzision. Auch abseits des Asphalts muss ein Porsche 911 seinem Fahrer eine genaue Rückmeldung geben. Röhrl zeigte sich begeistert: „Das Auto macht wahnsinnig viel Spaß. Es funktioniert alles präzise und ohne Aufregung. Kein Porsche-Kunde wird für möglich halten, was man mit diesem Auto alles anstellen kann, bevor er es selbst gefahren ist.“

Auch auf schnellen Sandpisten und in hohen Dünen musste sich der 911 Dakar beweisen. In Dubai und Marokko jagten die Testfahrer den Offroad-Sportwagen unbarmherzig und immer wieder bei bis zu 45 Grad Celsius 50 Meter hohe, steile Dünen hoch. „Der 911 Dakar hat auch in der Wüste eine souveräne Performance gezeigt“, sagt Frank Moser, Leiter der Baureihen 911 und 718. „Gerade hier kann der 911 Dakar seine Konzeptvorteile ausspielen – die Kombination aus niedrigem Gewicht, erhöhter Bodenfreiheit, einem leistungsstarken Heckmotor und dem kurzen Radstand sorgt für jede Menge Fahrspaß. Davon konnte ich mich bei Testfahrten in der Sahara selbst überzeugen.“

Die Typbezeichnung ist eine Referenz an den ersten Porsche-Gesamtsieg bei der Langstreckenrallye Paris-Dakar. Der Triumph gelang 1984 mit einem umgerüsteten Porsche 911, bei dem der Hersteller zum ersten Mal überhaupt einen Allradantrieb eingesetzt hatte.

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