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Porsche Macan T. Fahrbericht.

Mit dem Macan T schließt Porsche die Lücke zwischen dem Basismodell und dem S-Modell des Crossovers. Der Unterschied zur Einstiegsvariante des Zuffenhausener SUVs ist eine sportlichere Abstimmung und ein Plus an Ausstattung. Bei der Agilität schlägt sich der Macan T ziemlich gut, bei Vorwärtsdrang nicht ganz so.

Auf den ersten Blick sind der Porsche Macan T und der Basis Porsche Macan doppelt gemoppelt. Beide SUVs haben 195 kW / 265 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern, das bei 1.800 Newtonmetern parat steht. Warum also für den Macan T rund 5.000 Euro mehr auf den Tisch legen?

Ein Blick in die Ausstattungsdetails relativiert den Aufpreis. Beim Macan T sind serienmäßig Details verbaut, die beim Basismodell rund 10.000 Euro extra kosten würden beziehungsweise gar nicht erhältlich sind (zum Beispiel Sitzbezüge). Darunter das Fahrwerk, die Sitzbezüge, das Sport Chrono-Paket inklusive dem Manettino samt „Sport Response“-Knopf am beheizbaren Multifunktionslenkrad serienmäßig. Was bei der Preisliste nicht erscheint, sind die Abstimmungsarbeiten der Techniker, die sich beim Macan T ausgiebig um das Fahrwerk und den Allradantrieb gekümmert haben.

Serienmäßig ist dieser Porsche-Crossover mit einem Stahlfahrwerk inklusive einer Tieferlegung der Karosserie um 15 Millimeter und den variablen Dämpfern des Porsche Active Suspension Management (PASM) ausgestattet. Steifere Stabilisatoren an der Vorderachse sollen die Agilität beim Einlenken noch weiter steigern. Auf Wunsch kann man diese Abstimmung noch mit Luftfedern verfeinern, wie das bei unserem Testwagen der Fall ist und so den Aufbau im Gegensatz zum Basis-Macan zehn Millimeter über den Asphalt rollen lassen. Im Sport Plus-Fahrmodus senkt sich die Karosserie noch einmal um zehn Millimeter ab.

Garniert wird das Ganze noch mit einer hecklastigen Auslegung des Allradantriebes und einer entsprechenden Abstimmung des Torque Vectorings. Agilität ist letztlich auch eine Frage des Gewichts. Der Vierzylindermotor alleine ist schon 58,8 Kilogramm leichter als ein Sechszylinder-Triebwerk. Weitere Optimierungen machen den Macan T insgesamt um 95 Kilogramm leichter als die Varianten mit bei denen sechs Töpfe unter der Haube haben. Jedes Auto, das knapp zwei Zentner weniger auf die Waage bringt, hat bei der Querdynamik Vorteile, das diktiert schon die Physik.

Genug der Vorrede. Jetzt wollen wir erfahren, ob diese ganzen Kniffe auch zum erwünschten Resultat führen. Die Antwort lautet „Jein“. Ein klares „ja“, wenn es um die Agilität geht. Ein „nein“, wenn es um die Längsdynamik geht. Aber der Reihe nach.

Das geringere Gewicht auf der Vorderachse und die steiferen Stabilisatoren machen sich beim Einlenken positiv bemerkbar. Der Vorderwagen agiert deutlich leichtfüßiger als das bei den Sechszylinder-Modellen der Fall ist. Und die sind alles andere als müde. Lenkung können sie ohnehin in Zuffenhausen, sodass sich der Macan T trotz seiner 1.865 Kilogramm behände um die Kurven zirkeln lässt. Die steiferen Stabilisatoren helfen auch bei der Traktion, dass man weiß, wie es um das Zusammenspiel zwischen Asphalt und Vorderräder bestimmt ist. Den Rest erledigt der hecklastig konzipierte Allradantrieb samt dem passend abgestimmten Torque Vectoring. Auf kurvigen Landstraßen macht der Macan T jede Menge Spaß. Dazu tragen auch die guten Sportsitze bei, die genug Seitenhalt bieten und dabei noch bequem sind.

Anders schaut es aus, wenn es geradeausgeht. Die Beschleunigung von null auf 100 km/h in 6,2 Sekunden und die Spitzengeschwindigkeit von 232 km/h reichen locker aus, um auch mal flotter voranzukommen. Zumal der Macan T hauptsächlich für die China konzipiert ist und die Extra-Vitamine des Sport Response Button helfen.

Im alltäglichen Betrieb müht sich der Zweiliter-TFSI, der letztendlich ein Golf-Motor ist, mit dem schwereren Porsche-Crossover. Bei sehr entspannter Fahrweise ist alles in Ordnung. Sobald man die Leistung schnell abrufen will, springt der Drehzahlmesser nach oben und das Triebwerk lässt jeden akustisch an seiner Arbeit teilhaben. Trotz der Geräuschkulisse und dem souverän agierenden Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe passt der Vortrieb nicht zum Szenario. Das bessert sich mit den Fahrmodi Sport und Sport+ spürbar und der Macan hängt freudiger am Gas.

Ganz kaschieren können aber auch diese Fahrprogramme die fehlende Kraft des Motors nicht. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt und wird auch bei den sportlicheren Modi nicht zu straff. Porsche gibt als Durchschnittsverbrauch 10,7 l/100 km (gemäß WLTP-Zyklus an), wir kamen bei unserer ersten Testfahrt auf 11,1 l/100 km. Ab Anfang April steht der Macan T beim Händler.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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