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Renault Scenic Vision. Wasserstoff zum Schnellladen.

Die Studie des Renault Scenic Vision ist weit mehr als eine Fingerübung der Designer. Das Konzeptauto nimmt eine neue Plattform mit der Kombination aus Brennstoffzelle und batterieelektrischen Antrieb vorweg. Die Materialien sind eine Absichtserklärung in Richtung Nachhaltigkeit.

Der Name Scenic zaubert älteren Renault-Fans ein Lächeln auf das Gesicht. Denn mit dem gleichnamigen Kompaktvan hatte der französische Autobauer Mitte der 1990er Jahre die richtige Nase gehabt, indem man auf einen vielseitigen Kompaktvan setzte und so in Europa zum Vorreiter dieses Segments wurde. Angekündigt hatte sich die neue Fahrzeuggattung auf der IAA 1991 mit einem Konzeptfahrzeug. Genau 30 Jahre später haben die Franzosen mit dem Scenic Vision wieder eine Studie aus dem Hut gezaubert, deren Namen schon zur Innovation verpflichtet.

Das geht schon beim Antriebsstrang los. Der nutzt sowohl Wasserstoff samt 15-kW-Brennstoffzelle als auch eine 40-Kilowattstundenbatterie. Durch diese Kombination kann man Wasserstoff tanken, wenn es schnell und weit gehen soll und Strom über Nacht laden. Mit der Batterie allein dürften mehr als 300 Kilometer Reichweite drin sein, doch nutzt man zudem noch den Wasserstoff als Antriebsquelle, muss man bei einer Strecke von etwa 800 Kilometer nur einen fünfminütigen Tankstopp einlegen. Der 2,5-Kilogramm schwere Tank befindet sich unter der vorderen Haube, der 160 kW / 218 PS Elektromotor stammt aus dem Megané E-Tech Electric und sitzt auf der Hinterachse, die auch die Räder antreibt. Die Brennstoffzelle selbst ist hinter der Batterie verbaut.

Bei den Betriebsmodi des neuartigen Hybriden gibt es wenig Überraschungen. Im Alltag und bei kürzeren Strecken dient allein die Energie der Akkus dem Vortrieb. Sobald man eine lange Strecke in das Navigationsgerät eingibt, kalkuliert der Routenplaner den Einsatz der beiden Kraftquellen so, dass man während der Fahrt die Batterie nicht aufladen, sondern nur einen etwa fünfminütigen Wasserstoff-Tankstopp einlegen muss. Der Wasserstoff-Reichweitenverlängerer erfüllt darüber hinaus noch eine weitere wichtige Aufgabe. Bei kalten Temperaturen wird die Technik genutzt, um die Akkus vorzuwärmen und so deren Effizienz zu erhöhen.

Der Renault Scenic Vision steht auf einer Prototypen-Plattform, die im Moment entwickelt wird und genau auf dieses duale Antriebskonzept zugeschnitten ist. Allerdings wird es vermutlich noch eine Weile dauern, ehe die Architektur in Serie gehen kann. Zumal die Kombination aus einem batterieelektrischem und dem Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb aktuell noch sehr teuer ist. Anders schaut es bei der Optik aus. Das Außendesign des kompakten Crossovers nimmt ein Elektroauto vorweg, das 2024 auf den Markt kommt und auf der CMF-EV-Plattform basiert. Schließlich will der französische Autobauer bis 2030 in Europa nur noch rein elektrische Autos verkaufen

Nachhaltigkeit wird bei dem französischen Autobauer großgeschrieben: Der Konzern will ab 2040 in Europa und bis 2050 weltweit CO2-neutral zu sein. Dementsprechend besteht der Renault Scenic Vision zu 95 Prozent aus wiederverwertbaren Materialien, inklusive der Batterie. Die Batterien des Konzeptfahrzeuges sind zu 60 Prozent dekarbonisiert, das betrifft sowohl die Substanzen als auch die Energie bei der Produktion.  Bis 2030 strebt die Renault Gruppe bei neuen Fahrzeugen einen Gewichtsanteil von 33 Prozent recycelter Materialien an. Das spiegelt sich auch bei den Stoffen des futuristisch gestalteten Innenraums wider.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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