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BMW 3er Facelift. Innere Werte.

BMW frischt die 3er Modellreihe auf. Bei der Modellpflege geht es weniger um die Antriebsstränge, sondern um das Infotainment, das dem der iX-Stromer folgt.

Auch wenn alle über Elektromobile und Reichweite reden, hat die 3er Reihe für BMW eine ganz besondere Bedeutung. Seit Einführung der Mittelklasse-Modellreihe im Jahr 1975 hat der Münchner Autobauer rund 16 Millionen Exemplare verkauft. Wer glaubt, dass sich daran in den letzten Jahren aufgrund der Auffächerung des Modellportfolios etwas geändert hat, irrt. Mit 1,1 Millionen verkauften Einheiten ist die siebte Generation des 3ers ging seit ihrer Einführung 2019 die erfolgreichste aller 3er Modellreihen. Wie seit jeher üblich, steht bei Hälfte des Lebenszyklus eine Modellpflege an. Schließlich soll das Auto ja frisch bleiben, um sich weiterhin im harten Kampf um Marktanteile behaupten zu können. Denn eines ist klar: In Ingolstadt und Stuttgart-Untertürkheim schlafen sie nicht und sobald der BMW 3er schwächelt, stehen der Audi A4 und die Mercedes C-Klasse parat.

Gerade bei denen von Dienstwagenfahrern gerne genommenen Mittelklasse-Fahrzeugen ist das Motto Deutschland, Kombiland nach wie vor gültig. Während sich weltweit nur 20 Prozent für den Touring entscheiden, sind es zwischen Garmisch-Partenkirchen und Flensburg 70 Prozent und der 320d mit seinen 190 PS ist und bleibt besonders beliebt. Um die Flottenkunden nicht allzu sehr zu verschrecken, haben sich die BMW-Designer beim Exterieur deutlich zurückgehalten. Die LED-Scheinwerfer sind schmaler und die Niere etwas ausgeprägter, aber von der zerklüfteten Front der 7er Baureihe ist der 3er deutlich entfernt.

Die große Neuerung des 3er Facelift findet unter der Blechhülle statt. Nicht beim Antriebsstrang, sondern beim Infotainment, das den iX-Modellen folgt. Also hat jetzt auch der 3er das Curved Display, bestehend aus der 12,3 Zoll großen digitalen Kombiinstrument und der 14,9 Zoll Infotainment-Kommandozentrale in der Mitte. Damit einher geht eine deutliche Reduzierung der Knöpfe und Hebel. Auch der bewährte Drehdrücksteller ist dem neuen Interieur zum Opfer gefallen und damit eine Möglichkeit, schnell und unkompliziert auf Funktionen zuzugreifen. Das soll jetzt hauptsächlich per Sprachbedienung und Touchscreen erfolgen. „Das Infotainment in die Architektur zur integrieren, war alles andere als einfach“, erklärt Projektkleiter Dr. Michael Ising.

Modern ist nicht zwangsläufig besser. Die Informationsflut dürfte einige Nutzer abschrecken. Schon das Einstellen der Klimaanlage und Sitztemperatur geht nicht so leicht von der Hand wie bisher. Sobald man sich etwas mit dem digitalen Bedienfeld beschäftigt, klappt auch das nach wenigen Momenten problemlos. Die großen Kacheln auf dem Infotainment-Display gefallen uns nach wie vor, da sie eindeutig und leicht zu handhaben sind. Dass man sich die Favoriten nach Gusto konfigurieren kann, ist ein weiteres Plus. Allerdings sind die Untermenüs, die per kleineren Quadraten angewählt werden müssen, deutlich weniger eindeutig und hier muss mehr Zeit investiert werden, um hinter die Geheimnisse zu kommen. Nach wie vor gut funktioniert die Spracheingabe und so lassen sich viele Funktionen per Ansage aktivieren.

Auch die Mittelkonsole ist neu. Statt dem Automatikhebel, werden die Fahrstufen jetzt mit einer Art Schieberegler aktiviert. Lediglich die induktive Ladeschale ist etwas fummelig zu erreichen. Die luftige Gestaltung der Mittelkonsole ist nur deshalb möglich, weil es beim 3er BMW ab keine Varianten mit Handschaltung mehr geben wird. Achtgangautomatik oder nichts lautet das Motto. Die erfüllt ihre Aufgabe im Zusammenspiel mit dem 150 kW / 190 PS starken Zweiliter-Diesel im 320d gewöhnt souverän. Und damit wenigsten noch ein Hauch von manuellen Gangwechseln bleibt, sind die Schaltwippen am Lenkrad serienmäßig. Ebenso wie die 3-Zonen-Klimaautomatik und die Parksensoren an vorne und hinten. Kleine Details wie die aufblasbaren Bahnen im Kofferraum, die verhindern, dass das Gepäck verrutscht, gefallen uns. Auch wenn das Volumen des Frachtraums mit 500 bis 1.510 Liter nicht rekordverdächtig ist, bringt man einiges unter. Vor allem, wenn man die Lehnen der Rückbank umlegt.

Der Antrieb mit seinem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern, die ab 1.750 Umdrehungen anliegen, hat mit dem 1.635 Kilogramm schweren Kombi keine großen Probleme. Das liegt auch an der 48-Volt-Mildhybrid-Technik, die 8 kW / 12 PS zum Vortrieb beisteuert. Nach 7,2 Sekunden sind 100 km/h erreicht und mit der Höchstgeschwindigkeit von 229 km/h ist man auch auf der Schnellbahn keine rollende Schikane. Wer dem 320d nicht ständig die Sporen gibt, ist entspannt unterwegs und auch der Motor hält sich akustisch zurück. Das ändert sich, wenn man forcierter vorankommen will. Bei der Lenkung würden wir uns mehr Rückmeldung wünschen. BMW gibt als Durchschnittsverbrauch 5,7 l/100 km an. Wir brauchten bei unserer ersten Testfahrt, die uns über Landstraßen und Autobahnen führt, lediglich 0,2 l/100 km mehr. Ein Sonderangebot ist der 320d mit einem Preis von 53.200 Euro allerdings nicht.

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

Datenblatt BMW 320d Touring 

Typ: Mittelklasse-Kombi

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum (cm3): 1.995

Leistung in PS (kW) bei U/min-1: 190 (140) bei 4.000

Max. Drehmoment (Nm) bei Umin-1: 400 bei 1.750 bis 2.500

Höchstgeschwindigkeit (km/h): 229

Beschleunigung 0-100 km/h (sek.): 7,2

Getriebe: Achtgang-Automatik

Antrieb: Hinterradantrieb

Treibstoffsorte: Diesel

Tank (L): 40 (optional 59)

Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km): 5,7

Gewicht, Herstellerangabe (kg): 1.635

max. Zuladung (kg): 595

Abmessungen (L/B/H): 4.713 / 1.827 / 1.440 (L/B/H)

max. Ladevolumen (L): 500 bis 1.510

Preis (Euro): 53.200 

Basismodell: 45.000

Abgasnorm: Euro 6d

LESENSWERT.