Aston Martin AMB 002 Roadster. Raus aus der Boxengasse.

Aston Martin und Brough Superior bringen erstmals ein gemeinsames Motorrad mit Straßenzulassung. Die AMB 002 Roadster wiegt 190 Kilogramm, leistet 130 PS und kombiniert einen neu entwickelten V2 mit Titanrahmen, Carbonkarosserie und einer ungewöhnlichen Vorderradführung. Mehr als 300 Exemplare wird es nicht geben.

Bislang war die Motorrad-Kooperation zwischen Aston Martin und Brough Superior eine ziemlich exklusive Angelegenheit – und eine, die auf öffentlichen Straßen nichts zu suchen hatte. Sowohl die 2019 vorgestellte AMB 001 als auch die spätere AMB 001 Pro waren reine Trackbikes. Mit der neuen AMB 002 Roadster ändert sich das. Zum ersten Mal darf eines der gemeinsam entwickelten Motorräder ganz offiziell am Straßenverkehr teilnehmen.

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Dabei handelt es sich nicht um eine lediglich entschärfte AMB 001. Brough Superior entwickelte Motor und Fahrwerk neu, Aston Martin kümmerte sich erneut intensiv um die Gestaltung. Gebaut wird das Motorrad in Toulouse, die Produktion ist auf 300 Exemplare begrenzt. Die ersten Auslieferungen sind für das dritte Quartal 2027 geplant.

130 PS aus einem neuen V2

Herzstück der AMB 002 ist ein wassergekühlter V2-Viertaktmotor mit 1.083 Kubikzentimetern Hubraum. Er leistet 130 PS und entwickelt maximal 110 Nm. Brough Superior legt die Abstimmung bewusst auf kräftiges Drehmoment bei niedrigen und mittleren Drehzahlen aus – schließlich soll die 002 anders als ihre Vorgänger überwiegend auf öffentlichen Straßen gefahren werden.

Die Motorgehäuse werden aus massiven Aluminiumblöcken gefräst und anschließend entsprechend bearbeitet. Auch beim Rahmen geht Brough Superior einen ungewöhnlichen Weg. Die zentrale Struktur besteht aus Titan und wird ebenfalls aus einem massiven Block gefräst. Ganze fünf Kilogramm soll sie wiegen. Zusammen mit Tank und Karosserieteilen aus Carbon kommt die AMB 002 auf 190 Kilogramm. Die Gewichtsverteilung beträgt 50:50.

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130 PS bei 190 Kilogramm klingen auf dem Papier vielleicht weniger spektakulär als die vierstelligen Leistungswerte moderner Hypercars. Auf einem Motorrad ändern sich die Maßstäbe allerdings ziemlich schnell.

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Keine normale Gabel

Eine Besonderheit übernimmt die AMB 002 aus der Brough-Superior-Technik: Statt einer konventionellen Telegabel arbeitet vorn eine sogenannte Fior-Konstruktion mit Doppelquerlenkern.

Lenk- und Federbewegungen werden dabei voneinander getrennt. Das soll verhindern, dass sich die Geometrie beim starken Bremsen ähnlich deutlich verändert wie bei einer klassischen Motorradgabel. Zugleich reduziert die Konstruktion das Eintauchen der Front und soll vor allem beim Bremsen in Schräglage mehr Stabilität bringen. Die Technik wurde aus dem System der AMB 001 Pro weiterentwickelt, nun aber auf den Einsatz auf der Straße abgestimmt.

Aston Martin auf zwei Rädern

Dass Aston Martin nicht nur seinen Namen beigesteuert hat, erkennt man an mehreren Details. Die typische seitliche Zierleiste der Sportwagen findet sich in abgewandelter Form an der Verkleidung und läuft bis zum Scheinwerfer. Die beiden ovalen Auspuffendrohre mit gerippten Abschlüssen erinnern an Vanquish, DB12 S und DBX S.

Am Heck wiederum orientieren sich die schmalen Lichtlamellen an Vulcan, Valkyrie und Valhalla. Schlüsselloser Zugang, beleuchteter Startknopf und handgefertigte Lederauflagen auf dem Sitz schaffen weitere Verbindungen zu den Autos aus Gaydon.

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Das Design selbst fällt entsprechend eigenständig aus. Tank und Seitenverkleidung bestehen aus Carbon, halbmondförmige Öffnungen führen Kühlluft zum Motor und filigrane Halter tragen die tief positionierten Spiegel.

Aston Martins Designchef Marek Reichman bezeichnet die straßentaugliche Maschine als langfristiges Ziel der Zusammenarbeit. Nach zwei Trackbikes habe man ein Motorrad schaffen wollen, das die gemeinsame Formensprache auf die Straße überträgt.

300 Exemplare

Jede AMB 002 wird bei Brough Superior in Toulouse gefertigt. Bestellungen werden bereits angenommen, die ersten Motorräder sollen im dritten Quartal 2027 ausgeliefert werden.

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Einen Preis haben Aston Martin und Brough Superior bislang nicht genannt. Angesichts von Titanrahmen, gefrästen Motorgehäusen, Carbonkarosserie und einer Auflage von nur 300 Stück dürfte sich die Frage nach einem Sonderangebot aber ohnehin erledigt haben.

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