6.007 Meter. So hoch fuhr noch kein Porsche.

Mit einem stark modifizierten Porsche 911 ist das Team RD Limited des dreifachen Le Mans-Siegers Romain Dumas zu einer Expedition auf den höchstgelegenen Vulkan der Welt, den Ojos Del Salado in Chile gestartet. Erst auf 6.007 Metern Höhe wurde das Team von einer Eiswand gestoppt. Nie zuvor hat ein Porsche-Fahrzeug auf eigenen Rädern eine größere Höhe erreicht.

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In Zusammenarbeit mit RD Limited entwickelten die Porsche-Ingenieure in Weissach speziell für den Einsatz in extremer Höhe zwei äußerst geländegängige Fahrzeuge auf Basis des aktuellen 911 Carrera 4S. 

Der 450 PS starke 3,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor wurde im Serienzustand belassen und mit dem Siebengang-Schaltgetriebe kombiniert. Dann erhielten beide 911 einen massiven Überrollkäfig sowie Schalensitze mit Sicherheitsgurten. Die Fahrzeuge bekamen zudem Portalachsen, die eine Bodenfreiheit von 350 Millimeter ermöglichen, sowie eine auf die großen Offroadräder angepasste, verkürzte Getriebeübersetzung. Darüber hinaus sind die Autos mit leichten aber extrem widerstandsfähigen Unterbodenverkleidungen aus Aramidfasern ausgerüstet, um auch schroffe Felslandschaften sicher meistern zu können.

Ein technisches Highlight ist der Porsche Warp-Connecter, der ursprünglich für den Einsatz im Motorsport entwickelt wurde. Dieser ermöglicht eine Verbindung zwischen allen vier Rädern, damit selbst bei extremer Verschränkung die Achslasten möglichst konstant bleiben und somit optimale Traktion gewährleistet wird. Darüber hinaus haben die Ingenieure manuelle Differenzialsperren sowie ein Steer-by-wire System verbaut. 

Die Karosserie wurde ebenfalls deutlich modifiziert. Zum einen, um den 310 Millimeter breiten Offroad-Reifen ausreichend Freigang in den Radhäusern zu ermöglichen, zum anderen, um eine Seilwinde an der Front integrieren zu können. Die Kühler wurden aus dem Front- in den oberen Heckbereich verlegt, um sie im extremen Gelände vor Beschädigungen zu schützen.

Am vergangenen Wochenende begann die Mannschaft ihrer ersten Testfahrten. Der 911 überquerte mit Romain Dumas am Steuer steile Hänge und Eisfelder des Ojos del Salado, dem höchstgelegenen Vulkan der Welt. Die Temperaturen lagen bei bis zu minus 30 Grad Celsius, der Sauerstoffgehalt in der Luft war nur halb so hoch wie auf dem Meeresspiegel. Unpassierbare Wände aus Eis und Schnee setzten dem Test auf einer Höhe von 6.007 Metern dann die finale Grenze.

„Unser Respekt gebührt all denen, die es in der Vergangenheit noch weiter nach oben geschafft haben. Obwohl Richtung Spitze des Vulkans eine extreme Menge an Eis und Schnee liegen, konnten wir auf über 6.000 Meter in die Höhe fahren, bis unpassierbare Wände aus Eis und Schnee das weitere Vorankommen verhinderten. Wir sind auf das Team und den Porsche 911 mächtig stolz. Hoffentlich können wir uns in der Zukunft auf weitere solcher Abenteuer freuen“, sagte Dumas.

Der Unimog kam am höchsten

Vor zwei Jahren gelang es dem deutschen Extremfahrer Matthias Jeschke mit zwei Mercedes Unimog U 5023 am Ojos del Salado eine Höhe von 6.694 Metern zu erreichen – Weltrekord.

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