Audi A2 e-tron. Die zweite Chance.

Audi bringt den A2 zurück. Diesmal elektrisch, technisch eng mit dem VW ID.3 Neo verwandt und wieder mit starkem Fokus auf Effizienz. Die Neuauflage übernimmt dabei nicht nur den Namen, sondern überraschend viele gestalterische Ideen des ersten A2. Ob das reicht?

Beim ersten A2 fällt in Ingolstadt bis heute schnell der Satz, das Auto sei seiner Zeit voraus gewesen. Das stimmt in Teilen. Aluminium-Spaceframe, konsequenter Leichtbau, gute Aerodynamik und niedrige Verbrauchswerte waren damals technisch bemerkenswert. Wirtschaftlich blieb der A2 trotzdem hinter den Erwartungen zurück. Nun bekommt der Name eine zweite Chance.

Audi A2 Etron 6

Der neue Audi A2 e-tron ist ausschließlich elektrisch unterwegs und technisch kein Solitär. Plattform, Antrieb, Batterie und wesentliche Fahrwerkskomponenten stammen aus dem Umfeld des aktuellen VW ID.3 Neo. Auch Cupra Born und andere Konzernmodelle nutzen ähnliche Grundlagen. Audi versucht deshalb vor allem über Design, Materialauswahl und Abstimmung genügend Eigenständigkeit zu schaffen.

Viel A2 im neuen A2

Optisch greift die Neuauflage einige Merkmale des Vorgängers erstaunlich deutlich auf. Die Karosserie ist hoch aufgebaut, relativ schmal und konsequent auf einen niedrigen Luftwiderstand getrimmt. Gerade darin liegt allerdings auch ein gewisses Risiko. Schon der erste A2 war kein Auto, das sich allein über seine Form verkaufte.

Heute ist die Lage zusätzlich eine andere. Elektroautos müssen nicht mehr zwingend aussehen, als wollten sie ihre Antriebstechnik schon aus hundert Metern Entfernung erklären. Modelle wie BMW i3, Toyota Prius oder Chevrolet Volt gehörten zu einer Zeit, in der sich elektrische oder besonders sparsame Fahrzeuge bewusst vom Rest des Verkehrs absetzen sollten. Diese Phase ist weitgehend vorbei.

Audi A2 Etron 10

Audi hält beim A2 e-tron trotzdem an einer eigenständigen, stark aerodynamisch geprägten Form fest. Ein spezieller Frontspoiler, Air Curtains an den Vorderrädern, abgedeckte Fahrwerksbereiche, definierte Abrisskanten und ein größerer Heckdiffusor sollen die Luft möglichst sauber um die 4,32 Meter lange Karosserie führen. Dachspoiler und Elemente an den C-Säulen stabilisieren die Strömung zusätzlich. Am Ende steht ein cW-Wert von 0,24. Das ist gut, aber 2026 kein Wert mehr, mit dem man allein Eindruck macht.

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Innen deutlich näher an Audi

Im Innenraum gelingt die Abgrenzung besser. Hier wirkt der A2 e-tron deutlich stärker wie ein Audi und weniger wie ein weiteres Konzernmodell mit anderer Front. Materialien, Oberflächen und häufig berührte Bereiche erscheinen sorgfältiger ausgewählt als bei vielen anderen MEB-Fahrzeugen. Textile Einsätze in den Türen und eine hochwertigere Abstimmung der Verkleidungen helfen dabei.

Audi A2 Etron 1
Audi A2 e-tron

Die Verwandtschaft zu VW ID.3 und Cupra Born bleibt erkennbar, wird aber geschickter überspielt. Das gilt auch für die Bedienung. Das bekannte Konzern-Infotainment steckt in einer Audi-spezifischen Darstellung, insgesamt wirkt das Cockpit ruhiger und erwachsener.

Mit 2,77 Metern Radstand bietet der A2 vorne wie hinten ordentlich Platz. Der Kofferraum fasst 396 Liter, bei umgeklappter Rückbank sind bis zu 1.336 Liter möglich. Damit bleibt der A2 trotz seiner kompakten Außenmaße praktisch genug für den Alltag.

Vier Leistungen, drei Batterien

Audi bietet den A2 e-tron in vier Leistungsstufen und mit drei Batteriegrößen an. Die Basisversion startet bei 38.200 Euro und leistet 125 kW beziehungsweise 170 PS. Sie nutzt einen 52-kWh-Akku mit LFP-Chemie und soll rund 420 Kilometer Reichweite schaffen.

Darüber rangiert die Variante mit 140 kW beziehungsweise 190 PS und 350 Nm. Mit 61-kWh-Batterie kommt sie laut Hersteller bis zu 515 Kilometer weit. Der Verbrauch wird mit 12,8 kWh/100 km angegeben. Beide Versionen sind bei 160 km/h abgeregelt.

Audi A2 Etron 9

Mehr Reichweite bietet die 231-PS-Version mit 84-kWh-NMC-Batterie. Sie soll bis zu 646 Kilometer schaffen, bleibt aber ebenfalls bei 160 km/h begrenzt. Das Topmodell leistet 240 kW beziehungsweise 326 PS und darf 200 km/h schnell fahren. Einen Allradantrieb gibt es trotzdem nicht. Auch die stärkste Ausführung bleibt ein Hecktriebler.

Beim Laden bleibt der A2 konservativ

Weniger überzeugend fällt die Ladeleistung aus. Die beiden kleineren Varianten kommen an der Schnellladesäule auf lediglich 100 beziehungsweise 105 kW. Die Modelle mit großem Akku schaffen 183 kW.

Gerade hier zeigt sich die enge technische Verwandtschaft mit der Konzernbasis. Beim Fahrwerk, bei der Materialanmutung und beim Design kann Audi eigene Akzente setzen. Bei der elektrischen Architektur bleiben die Spielräume enger.

Audi A2 Etron 26
Audi A2 e-tron

100 oder 105 kW waren vor einigen Jahren noch konkurrenzfähig. 2026 wirken solche Werte bei einem komplett neuen Modell eher knapp bemessen. 183 kW sind deutlich besser, aber ebenfalls kein Spitzenwert mehr.

Start im Dezember

Bestellbar ist der Audi A2 e-tron ab 10. September 2026, die Markteinführung folgt im Dezember. Mit 38.200 Euro bleibt der Einstiegspreis vergleichsweise moderat, vor allem gemessen daran, was Audi für seine größeren Elektromodelle verlangt.

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