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Erste Fahrt im BMW i7 / 7er BMW.

Der neue 7er BMW kommt Ende des Jahres zum Kunden. Er soll die Mercedes S-Klasse endgültig vom Thron stoßen – und gerade als Elektroversion des BMW i7 den EQS übertrumpfen. Wir sind das neue Aushängeschild der Münchner Bayern bereits gefahren und sind mehr als begeistert.

Während Audi seinem A8 bei der jüngsten Modellpflege nur wenig Liebe schenkte und Mercedes seine Luxuskunden mittlerweile zwischen S-Klasse und EQS aufteilt, geht BMW mit seinem Topmodell 7er einen völlig anderen Weg. Der neue BMW 7er wurde nicht nur mit gigantischem Aufwand komplett neu entwickelt, sondern der wohl betuchte Kunde kann ab Ende des Jahres mit der neuen Generation wählen, welchen Antrieb er in seiner Limousine denn möchte.

BMW bietet den 7er wahlweise mit Benziner, Diesel, Plug-in-Hybrid oder als Elektroversion an. Optisch unterscheiden sich die Modelle dabei anders als Mercedes S-Klasse und EQS nicht nennenswert voneinander. Im europäischen Fokus steht bei der Neuauflage des BMW-Aushängeschilds der elektrische 7er, dessen Startmodell den Namen BMW i7 xDrive 60 tragen dürfte. Obligatorisch ist beim neuen 7er BMW – wohl als Verbrenner als auch Elektroversion – der lange Radstand und auch ein Allradantrieb.

Mit dem ist auch der immer noch stark getarnte Prototyp unterwegs, mit dem wir auf Autobahnen und Landstraßen in Bayern unterwegs waren. Der Innenraum ist vorne wie hinten noch mit Tarnmatten entstellt, doch auch diese können die leicht zum Fahrer geneigte Instrumenteneinheit von BMW iX und i4 nicht verschleiern. Sie gibt es auch im kommenden 7er sowie seinem elektrischen Schwestermodell i7. Die Sitze – ebenfalls noch getarnt – sind überaus bequem und so vielfältig zu verstellen, wie man es von einer Luxuslimousine erwarten kann, darf und muss. Hinter den schwarzen Tarnmatten lugen im Armaturenbrett einige Slider als Bedienelemente hervor.

Wer im Fond Platz nimmt, blickt auf einen gewaltigen Bildschirm, der sich aus dem Dach herunterklappt und alle möglichen Entertainmentmöglichkeiten offenbart. Wichtig besonders für China, wo der BMW 7er seine meisten Kunden findet. Von oben strahlt durch das mächtige Panoramadach viel Licht ins Innere und dann ist da dieser Schub. Mit genauen Leistungsdaten halten sich die BMW-Entwickler noch zurück, doch es soll mehr sein, als der aktuelle Doppelturbo-V8, der bereits stattliche 530 PS leistet.

Beim Tritt aufs Gas drückt es einen mehr als imposant in den wohl konturierten Ledersessel, während das Fahrwerk einen exzellenten Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit findet. Die variable Luftfederung ist das eine, doch wirklich beeindruckend zeigt sich die Lenkung mit einer feinen Rückmeldung von der Fahrbahn, präzisen Lenkwinkeln und einer Dynamik nebst Hinterachslenkung, die den rund 5,20 Meter langen Luxusbayern aus dem Vorzeigewerk in Dingolfing trotz seiner mehr als 2,5 Tonnen Leergewicht ein bis zwei Klasse kompakter erscheinen lässt. Wahlweise rollt das Topmodell auf 20- oder 21-Zöllern. Für einige Märkte mit besonders schlechten Straßen soll es jedoch eine in Europa unwichtige 19-Zoll-Variante geben.

Beim Umstieg in den 7er BMW mit einem aufgeladenen Sechszylinderbenziner fällt nach wenigen Metern das mächtige Mindergewicht auf. Der vermeintliche BMW 740i xDrive mit wohl mindestens 350 PS und Allradantrieb hat ohne Akkupaket zwischen den beiden gelenkten Achsen wohl rund 500 Kilogramm weniger auf den Rippen, was sich in einem völlig anderen Handling erfahren lässt. Lenkung, Federung, Dämpfung und natürlich auch das Fahren mit einem Verbrenner wirken völlig anders als es zuvor im batteriebetriebenen 7er erschien. War die Elektroversion ergänzend mit einer Wankstabilisierung ausgestattet, die die Neigung der Karosserie imposant ausglich, hat der Benzin-7er ohne das Anti-Wank-Paket deutlich mehr Schräglage, als es mit schnellen Tempi über die Landstraßen geht.

Bei einem Elektromodell des BMW i7 wird es nicht bleiben. Eine besonders leistungsstarke Version als Ersatz für den ausgelaufenen Zwölfzylinder des M 760i mit seinen rund 600 PS wird es mit einem noch stärkeren Elektromotor geben, der die 700-PS-Marke wohl deutlich knacken dürfte. Der direkte Wettbewerber des Mercedes AMG EQS 53 leistet 761 PS und die Modelle von Lucid, Tesla oder Nio liegen in ganz anderen Leistungsklassen. Im Gegensatz zu diesen soll es den Elektro-i7 jedoch obligatorisch nur mit einem Akkupaket von knapp 110 kWh geben. Mehr Details wird erst die offizielle Weltpremiere am 20. April zutage bringen. Ein Detail steht bereits fest und das überrascht allemal. Zum Marktstart Ende 2022 soll der BMW 7er ebenso wie der iX auch optional nicht über ein Fahrerassistenzsystem der Stufe drei verfügen. Das dürfte wohl erst Ende 2023 folgen.

TEXT Stefan Grundhoff für WALTER

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