Man pflegt gute Beziehungen. Seit rund drei Jahrzehnten arbeitet JAS mit Honda zusammen, entwickelte Tourenwagen- und GT3-Projekte und gilt als enger Motorsportpartner. Entsprechend einfach dürfte es gewesen sein, die Japaner von der Idee zu überzeigen, zumal der Tensei, japanisch für Wiedergeburt, kein neuer Honda NSX ist, sondern ein Restomod auf Basis eines bestehenden Fahrzeugs.
Trotzdem wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Für das Design holte JAS Pininfarina ins Boot, der Motor wurde von Judd überarbeitet. Die Karosserie besteht aus Carbon, darunter bleibt die originale Aluminiumstruktur erhalten. Klappscheinwerfer, seitliche Lufteinlässe, Heckleuchtenband und der charakteristische Flügel bleiben als klare NSX-Merkmale erhalten, wirken aber moderner und gespannter.
Weil es vom ursprünglichen NSX kein vollständiges digitales 3D-Modell gab, musste JAS zunächst ein Originalfahrzeug scannen. Erst danach konnten Karosserie, Aerodynamik und Fahrwerk digital entwickelt werden. Die Carbon-Außenhaut spart Gewicht, zugleich werden ältere Karosseriestrukturen gezielt versteift. Neue Fahrwerkskomponenten, KW-Dämpfer, elektrohydraulische Lenkung und Brembo-Bremsen sollen den Tensei präziser und belastbarer machen als das Original.
Auch aerodynamisch wurde nachgeschärft, ohne die Form zu verfremden. Ein überarbeiteter Heckflügel, ein Diffusor und optimierte Luftführung an der Front sollen mehr Abtrieb und bessere Kühlung bringen. Der Tensei soll also nicht nur nach NSX aussehen, sondern funktional deutlich weiter sein.
Der V6 bleibt im Grundsatz erhalten, wurde von Judd aber nahezu vollständig neu aufgebaut. Aus 3,0 beziehungsweise 3,2 Litern werden 3,5 Liter Hubraum. Die Leistung steigt auf 420 PS bei 8.500/min. Kurbelwelle, Pleuel, Kolben, Ansaugung, Einzeldrosselklappen und Motorsteuerung sind neu. Auf das klassische VTEC-System verzichtet Judd allerdings. Geschaltet wird weiterhin manuell, nun über ein neues Sechsganggetriebe.
Innen geht JAS bewusst zurückhaltend vor. Der NSX war schon damals außergewöhnlich gut bedienbar, deshalb bleiben Armaturenbrett, Mittelkonsole, Türverkleidungen und die typischen Schalter an der Lenksäule weitgehend erhalten. Neue Materialien und Aluminiumdetails modernisieren den Innenraum.

Ein digitales Instrumentendisplay kann moderne Menüs anzeigen, auf Wunsch aber auch das klassische Layout mit sechs Anzeigen und gelben Nadeln nachbilden. Dazu kommen heutige Annehmlichkeiten wie CarPlay, ein Liftsystem für die Vorderachse oder einstellbare Dämpfer.
Gebaut werden nur 35 Exemplare, passend zum 35-jährigen Jubiläum des NSX. Kunden müssen ein eigenes Spenderfahrzeug mitbringen. Der Umbau kostet 880.000 Euro zuzüglich Steuern.