Herzstück des neuen Porsche 911 Turbo S ist ein 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxer, der technisch umfassend überarbeitet wurde – vom Kurbeltrieb über die Pleuel bis hin zu den Steuerzeiten, die bewusst asymmetrisch ausgelegt sind, um den Klang markanter wirken zu lassen. Unterstützt wird der Motor von einer im Getriebegehäuse integrierten E-Maschine, die nun 82 PS leistet – deutlich mehr als im Carrera GTS.

Der entscheidende Schritt liegt jedoch bei den beiden elektrisch angetriebenen Turboladern. Anders als beim GTS, der nur einen eTurbo nutzt, versorgt im Turbo S jeweils ein Lader eine Zylinderbank. Ihre kleinere Dimension sorgt für schnelleres Ansprechen, gleichzeitig sind sie größer als beim Vorgänger und damit leistungsfähiger. Zusätzlich gewinnen sie Energie zurück: Die Lader speisen jeweils bis zu 14 kW in die Hochvoltbatterie ein, die als Pufferspeicher ein Wastegate überflüssig macht.
Die verfügbare Leistung des Porsche 911 Turbo S liegt bei 711 PS, das maximale Drehmoment beträgt 800 Newtonmeter und steht zwischen 2.300 und 6.000 U/min zur Verfügung. Die Kraftübertragung erfolgt über ein verstärktes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder.

Obwohl das Auto um 85 kg zugelegt hat und nun rund 1.710 Kilo (inkl. Fahrer) wiegt, beschleunigt es in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 200 km/h nach 8,4 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 322 km/h. Damit ist der Turbo S zwar schneller im Sprint als sein Vorgänger, erreicht aber eine etwas niedrigere Endgeschwindigkeit (330 km/h).
Bremsen, Reifen und Fahrwerk
Die Bremsanlage besteht serienmäßig aus Keramik-Verbundscheiben mit einem Durchmesser von 420 mm vorn und 410 mm hinten – die größten bislang in einem zweitürigen Porsche verbauten Scheiben. Die Reifen messen vorn 255/35 ZR 20, hinten 325/30 ZR 21 und wurden hinsichtlich Trockenhandling und Nässeverhalten weiterentwickelt.

Zur Fahrwerksausstattung gehört eine elektrohydraulische Wankstabilisierung (ehPDCC), die mit dem Hochvolt-System des Hybridantriebs gekoppelt ist. Sie soll sowohl die Agilität als auch den Komfort verbessern. Optional ist ein schneller ansprechendes Lift-System für die Vorderachse erhältlich.
Aerodynamik
Die aktive Aerodynamik umfasst verstellbare Kühlluftklappen in der Front, einen aktiven Diffusor sowie eine variable Bugspoilerlippe und den ausfahrbaren Heckflügel. In der effizientesten Konfiguration sinkt der Luftwiderstandsbeiwert um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorgänger.

Nordschleifen-Rekord
Der ganze technische Aufwand hat sich gelohnt: Im Rahmen von Entwicklungsfahrten absolvierte der neue 911 Turbo S die Nürburgring-Nordschleife in 7:03,92 Minuten. Gegenüber dem Vorgänger entspricht dies einer Verbesserung von rund 14 Sekunden.
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Weitere InformationenAusstattung und Design
Serienmäßig sind unter anderem eine Titan-Sportabgasanlage, HD-Matrix-LED-Scheinwerfer, Sport-Chrono-Paket, PASM-Fahrwerk und adaptive 18-Wege-Sitze Plus. Das Coupé wird ab Werk als Zweisitzer ausgeliefert, die Rückbank ist optional ohne Aufpreis erhältlich. Das Cabriolet kommt serienmäßig mit Rücksitzen.
Das 911 Turbo S Coupé kostet ab 271.000 Euro, das Cabrio ab 285.200 Euro. Erste Auslieferungen sind zum Jahreswechsel geplant.