Diese Autos bekommen keine Nachfolger.

Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende zu. Zeit sich von den Autos zu verabschieden, die keinen direkten Nachfolger mehr bekommen. Vertraute Baureihen wie der Audi TT, die VW Passat Limousine oder Fords Weltauto Mondeo haben die letzte Ölung erhalten. Aber auch Elektroautos haben ihre finale Runde gedreht.

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„Goodbye, My Love, Goodbye“, sang der griechische Barde Demis Roussos im Jahr 1973 und blieb damit 39 Wochen an der Nummer 1 der deutschen Hitparade. Dieses Jahr müssen sich die Deutschen von einigen ihrer lieb gewonnenen Kombis verabschieden. Der Skoda Fabia Combi war aufgrund seines grandiosen Platz-Preis-Verhältnisses bei den deutschen Autofahrern beliebt. Wogegen der Renault Talisman zwar ansehnlich war, aber auf deutschen Straßen eher eine Nebenrolle spielte. Deswegen sagten die Franzosen in diesem Jahr nicht nur zum Kombi, sondern auch zur Limousine „ri·en ne va plus“ (Nichts geht mehr). 

Deutlich beliebter war da schon der Ford Mondeo. Das Ford-Weltauto hat im März 2022 die Produktions-Axt erwischt. Bei den Amerikanern regiert aktuell der Rotstift. Alle Modelle, die nicht genug Profit brachten, wurden in diesem Jahr eingestellt. Dazu gehört auch der Ford Fiesta als Dreitürer. Komplett aus dem Sortiment hat sich der Ford Edge verabschiedet. Das Damokles-Schwert schwebt bereits über den beiden Vans Ford Galaxy und S-Max, deren Produktion Anfang des nächsten Jahres eingestellt wird. Dieses Aus der Familienkutschen kommt aber nicht überraschend, da sie deutlich an Popularität eingebüßt haben und die SUVs mittlerweile ihren Platz im Fahrzeugportfolio einnehmen. 

Dass einmal ein Passat vorzeitig in den Ruhestand geschoben wird, wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Doch seitdem sich VW im vorauseilenden Gehorsam ganz und gar der Elektromobilität verschrieben hat, bleiben auch ehemalige heilige Kühe nicht von der Rente verschont. Alle, die jetzt sofort nach einem Passat Variant suchen, sei gesagt, dass sie sich entspannt zurücklehnen können, denn der Kombi bleibt noch im Programm. Die Limousine segnet das Zeitliche.

Bei Audi erwischt das Aus gleich zwei Legenden. Der Audi TT zählt heute schon zu den Klassikern. Vor allem die TTR-S-Versionen mit dem famosen Fünfzylindermotor waren als Porsche-Cayman-Jäger bei den Fans der Marke beliebt. Der Portfolio-Sensenmann suchte aber in diesem Jahr auch den großen Bruder Audi R8 heim. Dessen Kraftwerk werkelte hinter dem Fahrer und hatte doppelt so viele Töpfe. Doch die V-10-Power konnte den Sportwagen nicht vor dem Modellfriedhof bewahren. Immerhin kann man sich bei der Konzerntochter Lamborghini bedienen und sich das R8-Schwestermodell Huracan sichern. Gegen einen Aufpreis, versteht sich. Die Italiener trauern ihrerseits um den V12-Sporwagenhammer Aventador. Nach elf Jahren lief im Oktober ein LP 780-4 Ultimae Roadster als der letzte gebaute Supersportwagen dieser Baureihe vom Band.

Neben dem Skoda Fabia Combi hat mit dem Dacia Lodgy ein weiterer Viel-Auto-fürs-Geld-Teilnehmer die Bühne verlassen. Aber mit dem Jogger steht schon ein Nachfolger parat. Bei Mazda ist es ähnlich. Die Japaner verabschiedeten den CX-3 schon Ende 2021 vom deutschen Markt. Restbestände gab es noch bei den Händlern, aber die sind mittlerweile auch vergriffen. 

Dass für den Opel Insignia Ende 2022 die letzte Stunde schlägt, verwundert nicht. Der Rüsselsheimer Autobauer hat sich schon seit Längerem der Elektromobilität verschrieben und will ab 2028 nur noch Stromer verkaufen. Zudem war die Mittelklasse-Limousine ein Übrigbleibsel aus alten GM-Zeiten und passt nicht in die französisch dominierte Stellantis-Welt. 

Mittlerweile stehen aber auch Elektromobile vor dem Aus. Dass Hyundai die erste Generation des Ioniq einstellt, ist ja noch irgendwie verständlich. Schließlich hat der Technikfortschritt den Koreaner, den es als reinrassigen Stromer und als Hybrid gab, mittlerweile eingeholt. Doch das Premierenmodell kann sich rühmen, der Namensgeber für die folgenden elektrifizierten Modelle zu sein. Und da sind die Asiaten mit dem Ioniq 5 und mit dem stromlinienförmig gestalteten Ioniq 6 gut aufgestellt. 

Eine echte E-Legende verabschiedete sich dieses Jahr ebenfalls in den Ruhestand. Der BMW i3 war seit 2013 auf dem Markt und mauserte sich in den neun Jahren seiner Existenz von der unansehnlichen grauen Maus zu einem aufgrund seiner Praktikabilität geschätzten Stadtflitzer. Das wird auch seiner ursprünglichen Bestimmung gerecht, denn der blauweise Stromer war als Megacity Vehicle konzipiert. Im Laufe der Jahre bekam der BMW i3, der seiner Zeit voraus war, immer wieder Updates der Batterie verpasst, die die Reichweite erhöhten. Allerdings war die kostspielige Produktion mit den Carbon-Elementen nicht mehr zeitgemäß und BMW hat mit dem iX1 schon einen Nachfolger in petto. Allerdings ist das ein Crossover. 

TEXT Wolfgang Gomoll für WALTER

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