Toyota C-HR+. In der Ruhe liegt die Kraft.

Sein Name ist sperrig und das Design ungewöhnlich, doch in Sachen Technik hält der Toyota C-HR+ genau das, was die Kundschaft erwartet und das mit einer bemerkenswerten Ruhe.

Toyota hat sich beim Thema Elektromobilität lange Zeit auffallend zurückhaltend positioniert, obwohl kaum ein anderer Hersteller auf eine vergleichbare Erfahrung mit elektrifizierten Antrieben zurückblicken kann. Inzwischen wächst das Angebot jedoch sichtbar, und mit dem C-HR+ schieben die Japaner nun ein Modell nach, das vor allem in Europa eine zentrale Rolle spielen dürfte.

Der Name mag vertraut klingen, doch der C-HR+ ist weit mehr als nur eine elektrische Variante des bekannten C-HR. Mit 4,52 Metern Länge und einem deutlich gewachsenen Radstand rückt er in eine höhere Klasse. Technisch basiert er auf der speziell für Elektroautos entwickelten eTNGA-Plattform. Damit positioniert sich das Modell genau zwischen dem größeren bZ4X und den kleineren SUV-Ablegern und zielt auf das volumenstarke C-Segment.

Toyota CRH4

Antriebsseitig deckt Toyota ein breites Spektrum ab, das vom soliden Fronttriebler bis hin zur leistungsstarken Allradversion reicht. Während das Basismodell vor allem auf Effizienz ausgelegt ist, liefert die Topvariante mit zwei Elektromotoren und über 300 PS Fahrleistungen, die man bei Toyota abseits der GR-Modelle kaum erwartet.

Aber auch wenn es bei Bedarf schon mal von 0 auf 100 in nur 5,2 Sekunden gehen kann, steht Sportlichkeit hier nicht im Vordergrund, zumal das kleine Lenkrad recht wenig Gefühl vermittelt, Gewicht eben Gewicht bleibt und die Federung eher komfortabel ausgelegt ist – was insgesamt gut zum Konzept des Autos passt. Der niedrige Schwerpunkt sorgt für Stabilität, die Dämpfer schlucken selbst schlechte Fahrbahnen souverän weg und das insgesamt sehr niedrige Geräuschniveau unterstreicht den komfortorientierten Charakter.

Toyota CRH2

Seine größte Stärke spielt der C-HR+ bei der Reichweite aus. Mit der größeren Batterie (77 kWh) sind über 600 Kilometer nach WLTP möglich, was ihn innerhalb der Toyota-Elektroflotte an die Spitze setzt. Auch in der Realität bleiben die Verbrauchswerte erfreulich niedrig, was nicht zuletzt an der konsequenten Effizienzarbeit der Ingenieure liegt.

ANZEIGE

Eine zentrale Rolle spielen dabei die neu entwickelten elektrischen Antriebseinheiten, bei denen Motor, Leistungselektronik und Getriebe besonders kompakt zusammengefasst sind. Moderne Siliziumkarbid-Halbleiter sorgen dafür, dass Energieverluste reduziert werden, während gleichzeitig mehr Leistung abrufbar ist. Systeme wie die serienmäßige Wärmepumpe oder die gezielte Energieverteilung im Innenraum zeigen zudem, wie stark Toyota auf praxisnahe Lösungen setzt. Gerade die Variante mit großem Akku und Frontantrieb dürfte deshalb für viele Käufer die überzeugendste Wahl sein, weil sie Reichweite, Leistung und Effizienz am ausgewogensten kombiniert.

Toyota CRH1

Beim Laden zeigt sich der C-HR+ dagegen weniger ambitioniert. Mit maximal 150 kW an Schnellladesäulen bewegt er sich im Klassendurchschnitt, ohne neue Maßstäbe zu setzen. Die Ladezeiten bleiben damit alltagstauglich, erfordern aber etwas mehr Geduld als bei einigen Wettbewerbern. Positiv fällt auf, dass Toyota Funktionen wie die Batterievorkonditionierung und eine integrierte Ladeplanung anbietet, was vor allem auf längeren Strecken den Unterschied macht. Übrigens gibt Toyota die Garantie, dass die Batterie nach zehn Jahren oder nach 250.000 Kilometern noch mindestens 70 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität aufweist – immer vorausgesetzt, dass der Akku einmal im Jahr beim Händler überprüft wird.

Im Innenraum setzt Toyota auf ein aufgeräumtes, funktionales Layout mit großem Zentraldisplay und einer Mischung aus Touch- und klassischen Bedienelementen. Die Bedienung gelingt intuitiv, auch wenn Details wie das Navigationssystem oder die Materialanmutung der zahlreichen Kunststoffe nicht ganz an die Spitze des Segments heranreichen. Das Platzangebot ist ordentlich, der Kofferraum ausreichend dimensioniert und praktische Lösungen wie zusätzliche Ablagen unter dem Ladeboden zeigen den klaren Fokus auf Alltagstauglichkeit.

Toyota CRH3

Preislich positioniert Toyota den C-HR+ klar im hart umkämpften Segment der elektrischen Kompakt-SUV. Der Einstieg beginnt bei 38.990 Euro für die Basisversion „Active“, womit das Modell auf Augenhöhe mit den wichtigsten Wettbewerbern liegt. Die für viele Kunden interessanteste Variante dürfte jedoch die mittlere Ausstattung „Teamplayer“ sein, die mit großem Akku und Frontantrieb bei 45.990 Euro startet. Wer sich für das Topmodell mit Allradantrieb entscheidet, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen und landet bei 53.900 Euro, erhält dafür allerdings eine umfangreiche Serienausstattung und die stärkste Motorisierung. Ab April ist der C-HR+ im Handel erhältlich.

VarianteAntriebLeistung
(kW / PS)
Batterie
(kWh)
Reichweite
(WLTP)
Verbrauch
(kWh/100 km)
0–100Vmax
(km/h)
ActiveFront123 / 16757,7bis 458 km13,4 ca. 8,6 s140
TeamplayerFront165 / 22477bis 607 km13,4 7,3 s160
LoungeAllrad252 / 34377bis 507 km15,75,2 s180

LESENSWERT.

WALTER Magazin.