24h-Rennen auf dem Nürburgring. Bayrische Regenspiele.

Die 48. Auflage der 24 Stunden vom Nürburgring waren ein Rennen wie keines zuvor. Nach zehn Jahren Pause siegte wieder einmal BMW mit dem betagten M6 GT3 und verwies Audi auf Platz zwei. Für viele noch wichtiger als das Ergebnis: ohne Fans gab es diesmal kein Spektakel rund um die Nürburg.

Wie schon die 24 Stunden von Le Mans in der Vorwoche wurde auch das Langstreckenrennen am Nürburgring coronabedingt in den Herbst verschoben. Und der Herbst drückte dem Langstreckenklassiker nicht nur die längere Nachtzeit mit viel Regen und kühlen Temperaturen seinen Stempel auf. Was viele Teams nach den Wettervorhersagen bereits befürchtet hatte, bewahrheitete sich am Samstagabend. Der Regen wurde zusammen mit dem Nebel derart stark, dass das Rennen bis zum Morgen unterbrochen wurde.

Erst gegen 8 Uhr in der Früh ging das ohnehin stark reduzierte Feld der knapp 100 Fahrzeuge nach zahllosen Drehern und Abflügen am Vorabend auf der 25 Kilometer langen Kombination aus Grand-Prix-Kurs und Nordschleife wieder auf die Jagd nach Runden und Zeiten.

Nachdem BMW in den vergangenen Jahren vom Pech verfolgt war und zehn Jahre nicht mehr die 24 Stunden vom Nürburgring gewinnen konnte, siegte das Rowe Team auf dem BMW M6 GT3 mit der Startnummer 99  in der Fahrerbesetzung Catsburg / Sims / Yelloly mit rund 20 Sekunden Vorsprung vor dem Audi R8 LMS GT3 mit der Startnummer 3 (Bortolotti/Haase/Winkelhock) vor dem zweiten BMW M6 GT3 mit der Nummer 42 (Farfus/Klingmann/Tomczyk/van der Linde). „50 Jahre nach unserem ersten Sieg feiern wir dieses Jahr den 20. BMW-Sieg“, so BMW-Motorsport-Chef Jens Marquart, „das haben wir uns aufgespart. Der BMW M6 GT3 Auto kann etwas – mit den Schnitzer- und den Rowe-Jungs.“

Keine Chance bei der diesjährigen Auflage des Eifelrennens hatten die beiden Mitfavoriten von Mercedes und Porsche, die mit dem Rennausgang am Sonntag nach vielen technischen Problemen und abendlichen Wetterkapriolen nichts zu tun hatten. Porsche hatte im Gegensatz zu den anderen Teams mit den Nachwirkungen des ebenfalls wenig erfreulichen Le-Mans-Rennens in der Vorwoche zu kämpfen und musste wegen befürchteter Corona-Infektionen von Teammitgliedern eines der Favoritenfahrzeuge, den Grello-Porsche von Mathey, zurückziehen und die anderen Topfahrzeuge mit neuen Fahrern bestücken.

Der Rennausgang und das kühle Regenwetter waren das eine, doch die 48. Auflage der 24 Stunden vom Nürburgring wurde wegen der anhaltenden Corona-Pandemie zum ersten Mal ohne Fans an der Strecke ausgetragen. Normalerweise treffen sich zum Eifel-Klassiker im Mai / Juni bis zu 200.000 Motorsportfans und machen die über 20 Kilometer lange Nordschleife zur einmaligen Bühne für die bis zu 160 Fahrzeuge verschiedenster Klassen.

„Wir vermissen natürlich die Fans“, so BMW-Werksfahrer Marco Wittmann, „speziell am Brünnchen wo es diesmal nicht nach Bratwurst roch.“ Das Rennen wurde erstmals unter strengsten Hygienevorschriften durchgeführt; heißt, es waren auf den Haupttribünen des Grand-Prix-Kurses maximal 5.000 Zuschauer zugelassen, die sich vorher mit Namen und Kontaktdaten akkreditieren mussten.

Das schlechte Wetter sorgte schließlich dafür, dass nur wenige Motorsportfans den Weg in die Eifel fanden. Gerade weil es nicht möglich war, an der Rennstrecke zu campieren, blieben die allermeisten daheim vor dem Fernseher. Für tausende von Motorsportfans aus ganz Europa ist das 24-Stunden-Rennen in der Eifel nicht nur das Rennsportereignis Nummer eins, sondern auch Jahresurlaub, Männerwochenende und Legendenbildung und so wichtiger als der Rennausgang selbst.

Die bekannten Streckenabschnitte der grünen Hölle wie Brünnchen, Wehrseifen, Flugplatz, Schwedenkreuz oder Karussell blieben diesmal menschenleer, weil diese großräumig abgesperrt und von Personal gesichert waren. Die fehlenden Fans hatten dabei jedoch nicht nur in Sachen Atmosphäre negative Auswirkungen auf das Langstreckenklassiker, denn viele Piloten vermissten während der dunklen Nacht die fixen Bezugspunkte auf der der wolken- und nebelverhangenen Piste, die sonst durch Fanbeleuchtungen zumindest spärlich illuminiert wird.

Das nächste 24 Stunden Rennen am Nürburgring soll wieder im kommenden Frühjahr vom 3. bis 6. Juni in der Eifel stattfinden. Abwarten, ob dies angesichts der unverändert angespannten Corona-Lage dann wieder in alter Form mit den bis zu 160 Fahrzeugen, dem kompletten Rahmenprogramm und den bis zu 200.000 Fans stattfinden kann. Die Fans konnten das diesjährige Rennen nur als 26stündige Live-Übertragung daheim vor dem eigenen Bildschirm verfolgen.

Auf eine normale Renndurchführung hoffen nicht nur die zahlreichen Werks- und Privatteams, sondern auch die Eifelregion, für die das 24 Stunden Rennen die größte und ertragreichste Veranstaltung des Jahres ist. In diesem Jahr blieben die meisten Restaurants und zahlreiche Hotels und Pensionen wegen des fehlenden Publikums ebenso geschlossen wie die menschenleeren Campingplätze. Alle hoffen daher auf 2021 – doch viele befürchten, dass es auch im kommenden Juni noch kein Rennen wie ehemals geben wird.

TEXT Stefan Grundhoff; press-inform

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